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  • Di., 08. Juli 2025, 11:00 Uhr
    HEIMAT- UND GESCHICHTSVEREIN GROSS-ROHRHEIM: Keltisches Trinkhorn aus der Zeit um 450 vor Christus ziert Vereinslogo

    Bedeutender historischer Fund

    Zur Erinnerung an den bedeutenden historischen Fund im Umfeld des Kirchhügels, wurde das Trinkhorn im Vereinslogo des Heimat- und Geschichtsvereins verewigt.
    Foto: oh

    GROSS-ROHRHEIM – Als Trinkhorn bezeichnet man ein schon im Altertum gebräuchliches Trinkgefäß, das ursprünglich aus Tierhörnern (Wisenten, Auerochsen) angefertigt und mit Ringen aus Bronze und Gold sowie oft auch mit Korallen oder Knochen beschlagen wurden. Bei den oft reichhaltig verzierten oder beschlagenen Gefäßen wird eine repräsentative oder/und eine kultisch religiöse Nutzung für Festgelage vermutet.

    Die evangelische Kirche wurde am Rande Groß-Rohrheims auf einem Hügel errichtet. Dazu stellte sich viele Jahrhunderte die Frage, ob es sich bei dem Kirchhügel eine natürliche oder eine künstliche Erhebung handelt. Im Jahr 1957 wurden am Süd- und Ostrand des Kirchhügels Kanäle für die Be- und Entwässerung ausgeschachtet. Dabei wurde festgestellt, dass sich der Hügel aus ehemals sumpfigem Gelände erhebt und ganz offensichtlich von Menschenhand aufgeschüttet wurde.

    Bei Kanalisationsarbeiten in der Beinstraße wurden im Jahr 1957 messingfarbene Metallreste gefunden, mit denen man nur wenig anfangen konnte. Dem Heimatforscher Richard Stay ist es zu verdanken, dass der Fund in die fachkundigen Hände von Prof. Dr. H.-J. Hundt, dem Leiter der Mainzer Werkstätten im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, gegeben wurde. Er erkannte in den Fundstücken (zwei Fassungsringe, ein Endknopf mit Rosette sowie ein Zierknopf) die Verzierungen eines keltischen Trinkhorns aus der Zeit um 450 vor Christus. Aufgrund der Größe der Verzierungen wurde die Länge des Trinkhorns auf 15 bis 24 cm geschätzt. Die wiederhergestellten Reste des goldenen keltischen Trinkhorns aus Groß-Rohrheim werden im Landesmuseum in Darmstadt aufbewahrt. Der Archäologe Dr. Werner Jorns vermutete, dass das Trinkhorn aus einem keltischen Fürstengrab stammt, das sich noch heute tief im Kirchhügel verbergen soll. zg

     

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