
ODENWALD – Alljährlich im Frühjahr finden im Odenwald und an der Bergstraße die Lärmfeuer statt. Der Termin liegt jeweils auf dem letzten Samstag der Winterzeit. Mit einbrechender Dunkelheit werden auf vielen Hügeln Feuer aufflammen und auf Türmen, Burgen oder Schlössern mit Scheinwerfern gestrahlt. Diese Odenwaldweite Veranstaltung findet seit 2007 statt, um bereits in der Vorsaison ein attraktives Ausflugsziel für Gäste von nah und fern zu bieten. Zudem wird so der Winter verabschiedet und der Frühling begrüßt. Lärmfeuer gibt es jedoch nicht erst seit 2007: in früheren Zeiten waren sie ein nützliches Instrument, um schnell über große Entfernungen vor Gefahr warnen zu können: Lärm kommt vom französischen „Allarme – zu den Waffen“ bedeutet. Zwei Feuerketten von West nach Ost wurden ständig unterhalten – vermutlich bereits zur Römerzeit vor 2000 Jahren. Jeweils ein zündbereiter Feuerstoß und eine Wachmannschaft befanden sich auf den Höhen, und sobald eine Wache im Westen ein Feuer oder auch Rauch entdeckte, so war der eigene Feuerhaufen schnell entzündet und das Signal wanderte so weiter nach Osten Richtung Limes. Die heutigen Lärmfeuer sollen natürlich nicht vor einer Gefahr oder gar einem Feind warnen.
Die historischen Feuerorte Lorsch (Düne), Hohenstein (Raidelbach), Neunkirchener Höhe, Reichenberg (Reichelsheim), Lärmfeuer (Ober-Mossau), Tromm (Grasellenbach) und Otzberg setzten das Zeichen zur Weitergabe des Signales. In Wellen kann sich die Feuerkette so im Zweiminutenabstand von West nach Ost fortsetzen, bis sie in Osterburken und Merchingen ankommt. Die historische Kette war leider nicht vollständig: es fehlten Gernsheim, Rheinschanze (gegenüber von Worms), Schönberg, Heppenheim (Starkenburg) Spessartkopf (Gras-Ellenbach), Morsberg (Reichelsheim - Ober-Kainsbach), Zeller Kopf, Hohe Straße, Würzberg (Michelstadt) und Sensbacher Höhe (Sensbachtal). Insgesamt gab es 17 historische Feuerorte, von Heimatforscher Friedrich Höreth in den 1940er Jahren durch Kopieren der Originalunterlagen im Hessischen Landesarchiv Darmstadt vor der Zerstörung bewahrt: die Originaldokumente verbrannten in der Darmstädter Bombennacht am 11. September 1944. Mehr dazu, zur Geschichte und zur Forschung über die Lärmfeuer finden Sie hier:
https://odenwald-redaktion.de/index.php/odenwaldweite-laermfeuer/4189-odenwaldweite-laermfeuer-2022.html Die Veranstaltungsorte am 28. März 2026 finden Sie hier: https://odenwald-redaktion.de/index.php/odenwaldweite-laermfeuer/123-laermfeuer-details/5327-laermfeuer-28-maerz-2026-die-orte.html zg