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    HERZGESUNDHEIT: Bundesweiter #GoRed-Aktionstag sensibilisiert fürs Frauenherz

    Frauenherzen schlagen anders – auch der Herzinfarkt ist anders

    Frauenherzen schlagen anders. Über die Besonderheiten und von neuen Erkenntnissen der Medizin berichtete Dr. Regine Pribe-Wolferts (3. v. r.) beim Pressegespräch. Im Bild (v. l.): Nadja Niestroj, Reinhild Zolg, Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach, Alexandra Schmitt und Nicole Schmitt.
    Foto: Hannelore Nowacki

    HEPPENHEIM – Warum sollten sich Frauen Gedanken um ihr Herz machen? Hat man nicht lange Zeit gehört, dass Herzinfarkt eine typische Erkrankung der Männer ist? Tatsächlich sagen die Zahlen des statistischen Bundesamtes etwas anderes – dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen sind. Auch jüngere Frauen sind betroffen – 35 Prozent der Herzinfarkte bei Frauen finden vor dem 50. Lebensjahr statt. Und wenn der Östrogenspiegel nach den Wechseljahren sinkt, steigt das Herzinfarktrisiko ab 60 Jahren weiter. Frauenherzen schlagen anders – in der Symptomatik bei einem Herzinfarkt, in der Diagnostik und in der Therapie brauchen Frauen mehr Aufmerksamkeit denn je. Denn es gibt immer noch ein Problem in der medizinischen Versorgung – das Fachpersonal, Ärzte, Kliniken und Rettungsdienste erkennen häufig nicht die besondere Symptomatik eines Herzinfarktes bei Frauen. Beschwerden wie plötzliche Müdigkeit, vielleicht ein Schmerz im Oberbauch, plötzliches Unwohlwohlsein oder Übelkeit ohne erkennbaren Anlass lassen die Frauen selbst und Ärzte nicht gleich an Herzinfarkt denken. Auch das Medizinstudium hat hier über Jahrzehnte eine große Lücke. Bei Männern treten typischerweise Brustschmerz und Beklemmungsgefühle auf. Die bedauerliche Folge für Frauen – sie versterben sogar in einer Klinik häufiger als Männer am Herzinfarkt durch verzögerte Diagnose und nicht leitliniengerechte Therapie.

    Zu diesem Thema hatte die Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Angelika Beckenbach als Expertin Dr. Regine Pribe-Wolferts, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie, Notfallmedizin und Intensivmedizin am Kreiskrankenhaus Bergstraße zum Pressegespräch ins Landratsamt eingeladen. Das Präventionsteam mit Reinhild Zolg und Nadja Niestroj sowie die beiden Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Bergstraße, Alexandra Schmitt und Nicole Schmitt, nahmen am Gespräch teil. Im Frauenbüro seien Gesundheitsthemen für die Kolleginnen im Landratsamt im Jahresplan und über das Jahr finden verschiedene Aktionen statt. Eine breitere Resonanz und Aufmerksamkeit bekommt das Thema Frauenherz alljährlich durch den bundesweiten Aktionstag „Go red for Women“ (im Internet: #GoRed-Aktionstag), immer am ersten Freitag im Februar. Ursprünglich hatte die American Heart Association den Aktionstag ins Leben gerufen, mit dem Ziel auf die hohen Zahlen von Herzerkrankungen bei Frauen aufmerksam zu machen.

    Was kann jede Frau tun?

    Frauen müssen ihre Risikofaktoren kennen, sagt die Expertin und weist auf Übergewicht, Blutfette, Diabetes und auf Nikotin hin. Aber auch Stress und psychosoziale Belastungen und zu wenig Schlaf gelten als Risikofaktoren für Herzinfarkt bei Frauen. Fachärztin Pribe-Wolferts empfiehlt den Gesundheitscheck beim Arzt wahrzunehmen, Blutdruck, Blutfette und Blutzucker zu messen und behandeln zu lassen, verordnete Medikamente regelmäßig einzunehmen und Nebenwirkungen mit dem Arzt zu besprechen. Ernährung und Bewegung sind wichtig, auch Kraftsport, der für die Fettverbrennung vorteilhaft sei. Ganz wichtig: den Stresspegel reduzieren. Und damit früh anfangen.

    Das Frauenherz fühlt auch anders, weiß die Expertin, das Broken-Heart-Syndrom bei einer akuten emotionalen Belastung betreffe hauptsächlich Frauen. Eine Besonderheit bei Frauen sei auch, dass oft keine Engstelle in den Herzkranzgefäßen sichtbar ist, aber nicht erkennbare Ablagerungen in kleinsten Gefäßverästelungen Probleme machen. Dafür sind neue Messmethoden nötig, die es jetzt gibt. Auch gebe es bei Frauen stressbedingte Gefäßspasmen mit Luftnot und Brustschmerz ganz ohne Ablagerungen. Der ärztliche Rat: Bei den genannten Beschwerden sofort den Notruf wählen, nicht zögern, denn es komme auf jede Minute an. Wichtige Hinweise bietet die Deutsche Herzstiftung (www.herzstiftung.de).

    Hannelore Nowacki

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