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  • Mi., 21. August 2013, 15:25 Uhr
    Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister an der Weschnitz zu Besuch / Sickerstelle wird untersucht

    „Hochwasserschutz in der Region“ im Mittelpunkt

    Deichbesichtigung mit Staatssekretär Mark Weinmeister vom hessischen Umweltministerium an der Weschnitz bei Wattenheim. Im Mai noch ein reißender Fluss mit bedrohlichem Hochwasser für das ganze Ried, ist die Weschnitz zurzeit ein harmlos erscheinendes Flüsschen. Foto: Hannelore Nowacki


    WATTENHEIM – Treffpunkt Feuerwehrgerätehaus in der Schulstraße am Dienstagabend: Aus Wiesbaden kam der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium Mark Weinmeister, um mit den Vertretern des CDU-Gemeindeverbandes, mit Ortsvorsteher Heinrich Ochsenschläger, dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Felix Kusicka, dem Kreisbeigeordneten  Thomas Metz und dem Landtagsabgeordneten Alexander Bauer (CDU) über den Hochwasserschutz in der Region zu sprechen. Nicht zufällig war dieser Ort ausgesucht – beim Weschnitzhochwasser im Mai und Anfang Juni waren hier die Einsatzkräfte von Feuerwehren, THW und Rettungsdiensten konzentriert, um den Winterdeich an der Weschnitz bei Wattenheim zu sichern. Dessen Deichkrone war durch die laufenden Baumaßnahmen  abgetragen, der Deich drohte zu überfluten. Knapp einen Kilometer ging die Fahrt über Feldwege zur Weschnitz.  Die Besichtigung fand am Sommerdeich statt, der in die Zuständigkeit des Gewässerverbandes Bergstraße gehört.

    Für die Sanierung dieses beidseitig insgesamt 90 Kilometer langen Deichsystems zwischen Biblis Richtung Einhausen werden 55 Millionen Euro aufgewendet. Die nun trockene Sickerstelle wird immer noch von einer Sandsackbarriere landseitig umschlossen. Metz teilte bei der Besichtigung mit, dass diese Stelle untersucht werde. Staatssekretär Weinmeister interessierte sich auch für weitere  Themen wie die örtliche Landwirtschaft und den wirtschaftlichen Strukturwandel in Biblis. Aus dem ländlichen Raum in Nordhessen kommend, weiß der Staatssekretär die dortige „Ahle-Worschd“ sehr zu schätzen, wie er in der lockeren Gesprächsrunde bekannte. Auf diese haltbare Wurstspezialität  müsste er auch in Wattenheim nicht verzichten, wie sich beim gemütlichen Abschluss mit Hausmacher-Imbiss in der Scheune im Hause Ochsenschläger herausstellte - denn das Hoflädchen Ochsenschläger führt sie im Sortiment. Landtagsabgeordneter Bauer wies in seiner Begrüßung auf die besondere Bibliser Situation hin. Eine „Baustelle“ sei der Umbau der Gemeinde im Bereich Energie. Biblis habe aber auch Landwirtschaft, die Direktvermarktung sei hier wichtig. Ein Problem sei wie überall der Flächenverbrauch. Mit Blick auf die Bürgermeisterwahl meinte Bauer, stelle sich die Gemeinde auch politisch neu auf. Daher brauche man engen Kontakt zu den Entscheidern in Wiesbaden: „Damit man weiß, an welche Türen man klopfen muss“. Staatssekretär Weinmeister sei zuständig für die Bereiche Energie, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Forsten – mit zahlreichen Berührungspunkten zu Biblis. Zum ersten Mal bei einem Besuch in Biblis sei er nicht im Kraftwerk, merkte der Staatssekretär an. Nach seiner Einschätzung werde sich sein Ministerium in den nächsten Jahren eher mehr mit der Frage des Hochwasserschutzes beschäftigen als es bisher schon notwendig war.

    Zu den Aufgaben im Strukturwandel, denen sich auch der zukünftige Bürgermeister stellen müsse,  meinte Weinmeister: „Da muss man richtig ranklotzen“. Beim Hochwasserschutz habe das Land Hessen in den vergangenen Jahren 100 Millionen Euro für die Sanierung der fünf Deichsysteme am Rhein ausgegeben. 45 Millionen Euro koste die Deichsanierung der Winterdeiche an der Weschnitz bis 2017. Eine funktionierende Feuerwehr in allen Ortsteilen sei entscheidend, betonte Bauer, wie sich beim letzten Hochwasser gezeigt habe. Tausend Einsatzkräfte mit Schwerpunkt Biblis seien im Kreis Bergstraße eingesetzt gewesen, berichtete Metz. „es war der größte Einsatz im Kreis mit Feuerwehren, THW und Rettungsdiensten seit den 1970er Jahren“.  In Biblis seien 50.000 Sandsäcke verbaut worden. Nicht nur Hochwasser droht im Ried, wie CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Michael Platz erwähnte. Die Landwirtschaft habe auch mit der Infiltration und gesättigten Böden nach Starkregen zu kämpfen.

    Hannelore Nowacki

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