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Di., 20. August 2013, 08:22 Uhr
Kerwe am Samstag und Sonntag bei Sonnenschein und Regenwetter
Oldtimer faszinierten – Musik und Hoheiten mit Sonnenbotschafterin brachten Glanz
Regenwetter am Sonntag zur besten Kerwezeit. Trotzdem hatte sich eine große Zuschauerrunde versammelt, um die offizielle Begrüßung am Alten Rathaus mit Bürgermeisterin Bärbel Schader, Sonnenbotschafterin Christina I. und ihren majestätischen Gästen mitzuerleben. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Kerwetag zwei am Samstag - die Besucher strömten aus allen Himmelsrichtungen zum Feuerwehrstützpunkt in der Waldstraße. Der blau-weiße Kerwebaum lag zum Aufstellen bereit, traditionelle Kerwebräuche waren mitzuerleben. „Altkerweborsch“ Sebastian Kaiser und „Uraltkerwevadder“ Rupert Getrost erzählten in ihrer Kerwerede im Duett von bemerkenswerten örtlichen Begebenheiten. Ihr Appell an die Bobstädter stieß auf offene Ohren. „Die Boschdäter Vereine strenge sich wirklich o, drum kummt all vorbei und bleibt a mol do“. Nach dem Fassanstich und dem Freibierausschank durch Bürgermeisterin Bärbel Schader und Ortsvorsteher Hans-Georg Gött übernahm die Musikgruppe „Bollwerk“ die Lufthoheit über Bobstadt und heizte die milde Sommernacht stimmungsmäßig bis zum Siedepunkt auf. Rotgolden war die Sonne hinter dem Horizont versunken. Auch zur "Weinlaube" am Alten Rathaus und zum romantischen Hof des Gasthauses „Zur Traube“ setzte eine Wanderbewegung ein. Wie bei der Feuerwehr war hier für Speisen und Getränke gesorgt. Zur Abkühlung nach dem heißen Kerwe-Samstag kamen am Sonntag etliche Regenschauer. Regenschirme wurden zu Rettungsschirmen der guten Laune, die sich ganz klar gegen das widrige Wetter durchsetzte. Beim musikalischen Frühschoppen verwöhnte die Hofheimer Band „inTakt“ mit Sängerin Regina Pleil-Lösch das gut bedachte Publikum am Alten Rathaus mit herrlichem Swing, Jazz und mehr. Ein Oldtimertreffen mit Traktoren und interessanten Autos schloss sich an. Apfelblütenkönigin Angelina I. aus Höchst im Odenwald und Bienenkönigin Adrienne I. aus der Stadt Nastätten waren zusammen mit dem 12. Bellheimer Lord Dieter Lüdecke und Bürgermeisterin Bärbel Schader bei der Sonnenbotschafterin zu Hause empfangen worden. Der Besuch der charmanten Hoheiten wurde vom Oldtimerkorso zum Alten Rathaus gekrönt. Dort begrüßte Bürgermeisterin Schader die Kerwebesucher auch im Namen von Ortsvorsteher Hans-Georg Gött. Volker Utz hieß die Gäste im Namen der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte willkommen. Eine lustige Kerwe-Begrüßungsrede mit Bobstädter Zungenschlag hörte das Publikum von Sonnenbotschafterin Christina I. Die Bürgerstiftung übergab der Arbeitsgruppe Ortsgeschichte Bobstadt einen Spendenscheck in Höhe von 500 Euro für die Dokumentationsarbeit und Digitalisierungsaufgaben. Im Hof „Zur Traube“ ging es am Kerwemontag traditionsgemäß hoch her. Heinz Kilian war der musikalische Einheizer. Kaffee und Kuchen gab es am Sonntag beim Gesangverein Liederkranz Bobstadt im Foyer der Sporthalle. Die über dreißig Torten und Kuchen, fast alle bis auf ein paar Bäckerspenden selbst gebacken, fanden reißenden Absatz. Liederkranz-Frauensprecherin Rosita Schober weiß, woher der Erfolg kommt: „Wir sind ein gutes Team, mit sehr fleißigen und backfreudigen Sängerinnen“. Acht Mannschaften lieferten sich in der Halle beim Bosselturnier am Nachmittag sportliche Wettkämpfe mit Aussicht auf vergnügliche Stunden und Geldpreise. Auf jeden Fall waren die Teilnehmer mit erkennbarer Leidenschaft bei der Sache. Turnierleiter Günter Berger lobte die Gruppen. „Sie spielen viel schneller als geplant“. Sieger wurde die Behinderten- und Reha-Sportgemeinschaft Bürstadt, den zweiten Platz errang SV Vorwärts Bobstadt. Die Bobstädter Jugend nutzte die Wettkampfpause mit großer Begeisterung für erste kraftvolle Bosselversuche. Ihr tänzerisches Können präsentierten zwei TG-Tanzgruppen.
Hannelore Nowacki
Information
Wer sich auf einen abwechslungsreichen Rummelplatz an der Sporthalle freute, sah sich einem knappen Angebot gegenüber. In ihrer Kerwerede am Samstag bei der Feuerwehr spießten Altkerweborsch Sebastian Kaiser und Uraltkerwevadder Rupert Getrost ihren Ärger darüber in gereimter Form auf. Keinen Reim konnte sich Familie Tenhaf darauf machen. Nicht einmal ein Kinderkarussell gab es, mit ihr zweieinhalbjähriger Julian hätte fahren können. Eine große Leere und Tristesse beherrschte den Parkplatz an der Sporthalle. Ein einsames Kettenkarussell, eine Schießbude, ein Pfeilwurfstand standen da, noch ein Imbiss und ein unscheinbarer Crêpestand. „So geht es nicht“, signalisierten auch die Kerweorganisatoren der Interessengemeinschaft. Enttäuschung und Verärgerung allenthalben - und Verwunderung. Wie kann das sein? Bürgermeisterin Bärbel Schader kündigte im Gespräch mit dem TIP an: „Ich werde den Konzessionsvertrag anschauen und es wird intensive Gespräche geben, das wird Konsequenzen haben“. Der Konzessionsinhaber aus Riedrode, der den Vertrag vor Jahren mit der Stadt Bürstadt abgeschlossen hatte, ist beauftragt in Bürstadt sowie den Stadtteilen Bobstadt und Riedrode bei Veranstaltungen die Fahrgeschäfte und Schaustellerbuden zu organisieren.