„Himmlischer“ Jugendgottesdienst am 10. April in der Martin-Luther-Kirche / Gestaltung durch das JuGo-Team
„Kommen nur Helden in den Himmel?“
Vera Damstädter (l.) und Franziska Billau (r.) begeisterten die Gäste mit ihren Gesangsvorträgen beim Jugendgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM - Es gibt in der Tat viele „Superhelden“ - aber wer sind die Helden im Alltag, was macht einen Helden eigentlich aus, und kommen nur Superhelden in den Himmel? Diesem Thema widmeten sich die 15 beteiligten Jugendlichen des Jugendgottesdienst (JuGo)-Teams der Martin-Luther-Gemeinde in ihrem Jugendgottesdienst am vergangenen Freitag in der Luther-Kirche - unter dem Titel „himmlischer“ Gottesdienst - „kommen nur Helden in den Himmel“.
„Die Texte haben wir alle selbst geschrieben“, teilte Vera Darmstädter vom JuGo-Team stolz mit.
Die Kirche hat heutzutage allgemein ein Imageproblem bei den Jugendlichen. Um so erfreulicher ist es, dass sich Jugendliche wie hier engagieren und bereit erklären, jugendgerechte Gottesdienste zu organisieren und gemeinsam zu feiern – auch erwachsene Besucher sind hierzu jederzeit willkommen. In einer eindrucksvollen Art und Weise bewiesen die Beteiligten, dass Kirche auch anders sein kann und alles andere als veraltet ist. Die Mitglieder – ehemalige Konfirmanden - stammen aus der 25-köpfigen Gruppe der 'Konfi-Teamer', die grundsätzlich organisatorisch und pädagogisch während der Konfirmationszeit mitarbeiten. Das JuGo-Team hat sich zum Ziel gesetzt, zwei- bis dreimal jährlich Jugendgottesdienste in der Kirchengemeinde zu veranstalten.
Zu Beginn des Gottesdienstes wurde der Videoclip „Helden gesucht“ von Thomas Godoj auf der großen Leinwand im vorderen Bereich der Kirche gezeigt – passend zum Thema Helden. „Heute bin ich halb Fee und halb Vera“, begrüßte Vera Darmstädter vom JuGo-Team, verkleidet als Fee, die Anwesenden in der Kirche. Auch ihre Mitstreiter vom JuGo-Team waren als Superhelden verkleidet, darunter auch Superman und James Bond. Sie merkte an, dass oftmals ganz unscheinbare Personen Helden des Alltags sein können – auch 'Menschen wie du und ich' gehören dazu, indem sie im Alltag Großartiges für ihre Mitmenschen leisten.
Die Liedertexte der gemeinsam gesungenen Lieder, darunter „thy word“ wurden ebenfalls auf der Leinwand zum Mitsingen eingeblendet. Liedermacher Dirk Thomas sorgte für die musikalische Begleitung auf Klavier und Gitarre. „I will follow him“ und „happy day“ lauteten die Gesangsvorträge von Vera Darmstädter gemeinsam mit Franziska Billau. Sie ernteten viel Applaus bei den Kirchenbesuchern. Nina und Lisa Laut konnten mit „Fire“, einer ebenfalls gelungenen musikalischen Darbietung, die Anwesenden begeistern.
James Bond durfte beim Thema 'Helden' nicht fehlen – er schlich sich mit seiner (Spielzeug-)pistole aus dem hinteren Kirchenraum zum Altar, wo er auf Jesus Christus traf. Obwohl beide die Welt retten wollen, entstand eine kleine Diskussion zwischen ihnen. Trotz einiger Gemeinsamkeiten wurden auch die Unterschiede der beiden Helden herausgestellt: Während Bond tötet, will Jesus die Menschen heilen – Bond ist erfunden, wogegen Jesus Christus real ist.
Dennoch versuchen beide auf ihre Art und Weise, die Welt zu retten und sind Vorbilder. Für die Christen ist Jesus der Held der Menschengeschichte.
„Gott, lass' uns gut sein, damit wir alle zu Helden werden“ war eine der Fürbitten, in denen zahlreiche Helden des Alltags auftauchten, für die gemeinsam gebetet wurde – Rettungssanitäter, die Feuerwehr, Ärzte und Krankenpfleger, und alle, die sich für ihre Mitmenschen alltäglich einsetzen.
Beteiligte Jugendliche, die den Jugendgottesdienst "kommen nur Helden in den Himmel" gestalteten. Foto: Sigrid Samson
Zum Schluss bedankte sich Vera im Namen aller beteiligten Jugendlichen bei Pfarrer Ralf Kröger, der bei der Vorbereitung zum Gottesdienst unterstützend tätig war. „Der Jugendgottesdienst stellt immer wieder eine Herausforderung dar“, bemerkte Kröger, der den Gottesdienst als sehr bewegend bezeichnete. Leider waren diesmal nicht so viele Besucher wie bei den vergangenen Jugendgottesdiensten erschienen, was vielleicht auch an dem Termin in der Ferienzeit lag.
Mit dem Video „Krieger des Lichts“ von Silbermond fand der ansprechende Gottesdienst sein Ende – eine gelungene Veranstaltung, in der die Jugendlichen wieder einmal verdeutlichen konnten, dass Kirche alles andere als langweilig ist. Sigrid Samson