
HOFHEIM – Zwei Baustellen im Stadtteil Hofheim waren das Ziel der Lampertheimer CDU bei der zweiten Etappe der Sommertour – unter den rund 30 Teilnehmern Parteimitglieder, Mitglieder des Landfrauenvereins und Landwirte, Ortsbeiräte und weitere Mandatsträger von CDU und dem Koalitionspartner Bündnis 90/Die Grünen. Ortsvorsteher Alexander Scholl, der Ende des Jahres sein Amt als Bürgermeister antritt, begrüßte die Gruppe vor der Sporthalle und wies ausdrücklich auf das gute Verhältnis zum Koalitionspartner hin und dass sich die gemeinsame Durchführung der Sommertour bewährt habe. Wobei die Grünen sich mit der Farbe Grün in der Kleidung optisch zu erkennen gaben. Das Thema Sanierung der Sporthalle mit der Stadt Lampertheim als Bauherrin treibt die Hofheimer Vereine und Sportgruppen schon seit über zwei Jahren um, ersatzweise mussten alternative Räumlichkeiten gefunden werden. Das große Bauschild verspricht noch eine Bauzeit von Februar 2024 bis Dezember 2024. Die gute Nachricht verkündete Scholl bei der Besichtigung der Halle: Bis Ende des Jahres kann hier wieder Sport betrieben werden. Jetzt gehe es nur noch um „Kosmetik“ wie den Boden und die Prallwände. An den Kopfenden der Halle ist das neue Dekor schon zu bewundern – weiße Sportler-Silhouetten auf grauem Grund in Aktion mit orangefarbenen Bällen und die nicht zu übersehende Beschriftung auf der gegenüber liegenden Seite in riesigen Lettern „Ich will! Ich kann! Ich werde!“. Geplant gewesen sei ursprünglich eine einfache energetische Sanierung der Halle aus den 1970er Jahren, führte Scholl aus. Doch dann sei der Plan aus den Fugen geraten – Schadstoffe wie Asbest im Dämmmaterial wurden gefunden und aufwändig beseitigt, das Dach wurde saniert und die äußere Gebäudehülle energetisch eingepackt, was die Maße veränderte und zu einer anderen Gebäudeklasse mit erweiterten Brandschutzauflagen führte. Brandschutztüren wurden eingebaut und die alte Prallwand aus Holz musste raus. Neu sind unter anderem die Fenster, die Lüftungsanlage, die Heizung, die Wasserleitungen, Beleuchtung und Tonanlage, erneuert sind die Duschräume, Toiletten und Fliesen. Dietmar Lidke vom Fachbereich Immobilienmanagement der Stadtverwaltung erläuterte die zahlreichen Probleme, die zu bewältigen waren. Regelmäßige Treffen zur Information der Vereine und Betroffenen mit Projektleiterin Nicole Giacomazzi vom technischen Immobilienmanagement der Stadt Lampertheim hätten zur Akzeptanz der Einschränkungen beigetragen und es sei gelungen Alternativen zu finden. Immer neue Überraschungen am Bau, Lieferprobleme und laufend neue Gesetze hätten Verzögerungen verursacht.
Foto: Hannelore Nowacki
Alter Bauernhof wird Pflegebauernhof
Hinter einem unscheinbaren Hoftor in der Backhausstraße liegt ein altes bäuerliches Anwesen, bei dem gerade die bauliche Entwicklung zu einem Pflegebauernhof zu besichtigen ist. Ein Thema, das die Teilnehmer der CDU-Sommertour besonders interessierte. Daniel Kern und seine Frau Denise verwirklichen hier ihren Traum, was allerdings noch etwas dauern wird, wie Kern beim Rundgang deutlich machte. Der Hausherr und Bauherr wirkt jedenfalls entspannt und strahlt mitten auf der Baustelle eine heitere Gelassenheit aus. Auf dem 3.000 Quadratmeter großen Gelände mit mehreren Gebäuden und einer großen Halle sowie einem geplanten Gartenbereich sind bereits zahlreiche Baumaßnahmen sichtbar im Gange, Teile sind bereits abgerissen, um an der Stelle im Bestand moderne Apartments für die zukünftigen Bewohner mit dem Konzept des betreuten Wohnens zu bauen. Insgesamt sind 10 nahezu barrierefreie Apartments mit einer Wohnfläche von 30 bis 45 Quadratmetern geplant. Vierzig Senioren sollen jeweils hier und auf dem Charlottenhof an der Wormser Landstraße unterkommen und in Verbindung mit einem Pflegedienst rund um die Uhr versorgt sein. Im dortigen Wohnhaus sollen bereits 2026 drei Apartments entstehen, die geplante Bauernhof-Kita wird voraussichtlich erst Ende 2027 einziehen können. Am Ende werden es fünf Bauabschnitte auf beiden Standorten werden und 30 bis 40 Mitarbeiter eingestellt sein.
Im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss waren Kerns Visionen und Pläne für den Pflegebauernhof und die Einrichtung einer Bauernhof-Kita wohlwollend aufgenommen worden, wie Kern berichtete. Zur Frage nach den Investitionskosten meinte Kern „viel“. Bauen sei teuer, das treffe alle Bauherren. Überraschungen erlebe er auch, zum Beispiel beim Thema Grenzbebauung. So könne er das Projekt Gewächshaus für Gemüseanbau in Verbindung mit Fischzucht nicht umsetzen. Ein nicht zu großes Gewächshaus ist jedoch geplant. Rücksicht auf die Nachbarn sei ihm wichtig, daher werden auch keine großen Tiere angeschafft und keine, die zu Störungen führen. Ein Hofladen mit Café, Räume zum Lesen, Holzwerken und für Handarbeiten sollen entstehen, um die Gemeinschaft und den Kontakt zu fördern, auch Generationen übergreifend. Mit der Stadt Lampertheim stehe er seit Beginn im engen Kontakt. Am Schluss der Besichtigung bekam der Hausherr Applaus. Die Besucher waren eingeladen an den aufgestellten Tischen Platz zu nehmen und die belegten Brötchen und Getränke zu genießen. Wie Kern im Gespräch mit dem TiP erklärte, habe er sich in seinem gelernten Beruf nicht mehr wohl gefühlt und schon immer von einem Bauernhof geträumt. Durch einige Zufälle habe sich diese Gelegenheit ergeben. Seinen Masterabschluss hat der 35-Jährige im Fach Immobilienbewirtschaftung und Projektmanagement gemacht und zuletzt als Bereichsleiter bei einem Konzern für Immobiliendienstleistungen in Mannheim gearbeitet. Ehefrau Denise, 34 Jahre, ist bei der BASF tätig, wo sie im Gastro-Bereich und als Bürokauffrau eine Lehre abgeschlossen hat. Anfang des nächsten Jahres werde sie in das gemeinsame Projekt voll einsteigen.
Hannelore Nowacki
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