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  • Fr., 12. Juli 2013, 15:06 Uhr

    Südumgehung schlägt hohe Wellen

    FWG und SPD fordern rasche Umsetzung der Südumgehung Rosengarten / Hartmann: „Brauchen Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird"

    Wunschtraum oder bald Wirklichkeit? So leer wie am Freitag gegen 9 Uhr präsentiert sich die B 47 in Rosengarten auch in den Ferien nur äußerst selten. Foto: Benjamin Kloos


    ROSENGARTEN - Hoch schlagen die Wellen derzeit, wenn es um die geplante Ortsumfahrung Rosengarten geht. Zahlreiche Bürger des Lampertheimer Stadtteils sind angesichts von Äußerungen entrüstet, die während eines Bürgergesprächs des Bürgermeisterkandidaten Frank Schall gefallen sein sollen.

    CDU-Politiker Werner Hartmann hatte auf dieser jene Bürger, die sich zugunsten des Baus einer vierspurigen Ortsdurchfahrt nicht umsiedeln lassen wollen, angeblich als „verbohrt“ bezeichnet. Die FWG Rosengarten hatte daraufhin gemeinsam mit Ortsvorsteher Horst-Werner Schmitt zu einem Informationsabend für die Presse und interessierte Anwohner geladen, um bezüglich dieser und weiterer Äußerungen Stellung zu beziehen.

    „Wir erwarten von Werner Hartmann eine öffentliche Entschuldigung, denn wir sind keine Menschen zweiter Klasse", betonte Schmitt. Es könne nicht sein, dass sich „Hartmann in einer öffentlichen Ausschusssitzung hinstelle und sage, mit den Rosengärtnern müsse man es machen wie in der DDR und einfach zwangsumsiedeln." Viele Anwohner, die betroffen seien, würden schon seit Jahrzehnten hier leben, so wie „meine direkte Nachbarin. Seit über 50 Jahren wohnt sie hier, gemeinsam mit ihrem Mann hat sie damals das Haus im Schweiße ihres Angesichts gebaut. Und nun soll sie einfach wegziehen", äußerte Schmitt sein Unverständnis. Auf eine Klage seitens der Bauern, die eine Südumgehung aufgrund zu großer Einschnitte in die Landwirtschaft ablehnen, schauen die FWG und Schmitt gelassen. Denn die letzten zehn vergleichbaren Klagen wurden jeweils durch die entsprechenden Gerichte abgewiesen, wusste Schmitt zu berichten.

    „Die Äußerungen Hartmanns sind völlig unverständlich, besonders mit Blick auf den Beschluss der CDU zu der Frage der Südumgehung. Und ein Bürgermeisterkandidat hängt sich einfach nur daran  - solch einen Bürgermeister brauchen wir nicht, der braucht hier gar nicht erst Plakate aufzuhängen", betonte Schmitt sichtlich erregt. „Wir bekennen uns zur Südumgehung Rosengarten und wollen diese schnellstmöglich erreichen", bekräftigten die Vertreter der FWG und Ortsvorsteher Schmitt abschließend.

    Schall selbst sieht sich missverstanden, er sei selbstverständlich für eine Umfahrung Rosengarten. Dabei müsse eine rasche Umsetzung erfolgen. Bezüglich der Äußerungen, die im Rahmen seines Bürgergesprächs gemacht wurden, betonte er, dass dieses Gespräch für ihn den Sinn hatte, einmal unterschiedliche Meinungen und Argumente zu hören. Diese seien jedoch nicht automatisch seine, so wie beispielsweise hier.

    SPD: ”Umgehungsstraße muss kommen"

    Unterstützung erhält die FWG von der SPD. „Die erneuten Äußerungen des Landwirtes Werner Hartmann zu den Plänen einer Südumgehung für den Stadtteil Rosengarten sind für den Vorstand des SPD Ortsbezirks Lampertheim-Mitte inakzeptabel", heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung. „Die SPD habe den Bau einer Südumgehung und die Entlastung der Ortsdurchfahrt seit Jahrzehnten parlamentarisch und durch die Arbeit der hauptamtlich gewählten Bürgermeister und Ersten Stadträte unterstützt. „Dies gilt ohne Wenn und Aber auch am heutigen Tag und darüber hinaus. Die Bürgerinnen und Bürger haben aufgrund juristischer Auseinandersetzungen lange genug warten müssen“, so die Sozialdemokraten weiter. „Diese unsägliche Diskussion auf dem Rücken der Rosengärtner Bürgerinnen und Bürger muss endlich ein Ende haben. Die Umgehungsstraße muss kommen, wenn wir die Lebensqualität in diesem Stadtteil steigern wollen. Wir sind uns der unterschiedlichen Interessenlage zwischen Landwirten und Bevölkerung bewusst und haben für uns abgewogen, dass der Flächenverlust im Verhältnis zur Nutzen für die Bürger im Stadtteil vertretbar ist", machen die beiden Rosengärtner SPD-Vorstandsmitglieder Arjeta Domniku und Uwe Häussler deutlich.

    Hartmann: „Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird"

    Im Gespräch mit dem TIP bezog Werner Hartmann Stellung zu den Anschuldigungen seitens der Rosengärtner. „Es geht mir auf keinen Fall darum, jemanden zu beleidigen oder gar zu enteignen. Vielmehr bin ich an einer schnellen Lösung interessiert, die allen Beteiligten gerecht wird. Nach wie vor halte ich die Tunnellösung für die Beste, hier wird jedoch bewusst falsch gerechnet." So seien die Schätzungen seitens Hessen Mobil für den Tunnel überhöht, während die Kosten für die derzeit geplante Umgehung seiner Meinung nach bewusst herunter gerechnet werden. „Es müssen alle möglichen Alternativen nochmals auf den Prüfstand um zu sehen, welche Lösung für alle Beteiligten die Sinnvollste ist." Dabei gelte es auch, unabhängige Experten von außen mit einzubeziehen. „Fest steht, dass die Südumgehung für die Landwirte eine Katastrophe wäre." Dahingegen wäre ein Umzug der betroffenen Rosengärtner sicherlich zu verschmerzen, sofern diesen dabei durch einen entsprechenden Ausgleich kein wirtschaftlicher Verlust entsteht. „Eine Entschuldigung, wie sie Ortsvorsteher Schmitt fordert, lehne ich ab, da ich niemanden beleidigt habe. Ich habe lediglich meine persönliche Meinung kundgetan. Das genannte Zitat bezüglich der DDR habe ich so nie geäußert", so Hartmann. Benjamin Kloos

     

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