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11.23 Uhr | 25. Januar 2023
TEILHABE: Bewilligungsbescheid für Aktionsplan Inklusion in Höhe von rund 108.000 Euro zugeteilt

„Bauplan für ein inklusives Lampertheim” dank Aktion Mensch wichtigen Schritt weiter

Durch eine gelungene Inklusion sind alle Menschen Gewinner – gerade auch im Sport. Foto: Aktion Mensch e.V.

Aktion Mensch – 06.06.2019 – Rudi Cerne, Botschafter der Aktion Mensch, besucht das Training eines Teams im Rollstuhlbasketball mit Spielern mit und ohne Behinderung in der Halle des Michaeli-Gymnasiums München.

LAMPERTHEIM – Lampertheim ist auf dem Weg zu einem Gemeinwesen, in dem es normal ist, verschieden zu sein, einen wichtigen Schritt weitergekommen: Durch die „Aktion Mensch” wurde für den „Aktionsplan Inklusion” ein Bewilligungsbescheid in Höhe von rund 108.000 Euro übermittelt. Durch diesen Betrag kann der Plan nun rückwirkend zum Jahr 2021 und bis ins Jahr 2026 für einen Zeitraum von fünf Jahren weiterentwickelt und vor allem auch Ziele aus diesem umgesetzt werden.

„Inklusion hat für uns einen hohen Stellenwert – dies zeigt auch die Tatsache, dass ein Inklusionsplan für eine Stadt unserer Größenordnung sehr selten ist, üblicherweise wird ein solcher nur in größeren Städten erstellt”, betonte der Erste Stadtrat Marius Schmidt bei der Vorstellung des Bescheides. „Mitte Dezember haben wir durch die ‚Aktion Mensch‘ die Förderzusage erhalten. Danke für die tolle Arbeit, die hier im Vorfeld geleistet wurde und so die Förderung möglich machte, unter anderem an die Lebenshilfe, die Verwaltung und natürlich auch an den Behindertenbeirat für den Anstoß zu diesem wichtigen und sinnvollen Aktionsplan.”

Günther Baus, Vorsitzender der Lebenshilfe Lampertheim und Ried e.V., freute sich über die sehr gute Zusammenarbeit bei der Antragsvorbereitung und dankte allen Beteiligten. „Dies ist ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Wir hatten ein Konzept in Höhe von einer Gesamtsumme von 120.000 Euro eingereicht, 90 Prozent werden von der ‚Aktion Mensch‘ übernommen.” Ein Hauptteil der Fördersumme fließt für die genannten fünf Jahre in Personalkosten für Inklusionsnetzwerkerin Chantal Schwarz, aber auch in die Öffentlichkeitsarbeit und natürlich auch in die Projekte selbst. Welche dies für das Jahr 2023 sind stellten die Vertreter der fünf Arbeitsgruppen des „Aktionsplan Inklusion” anschließend vor, nachdem sich Jochen Halbauer, Vorsitzender des Behindertenbeirates, darüber freute, dass das Thema Inklusion auf breitere Beine gestellt werden konnte. „Das Thema ist sehr wichtig. Ohne die finanzielle Unterstützung wäre eine Umsetzung des Planes rein auf ehrenamtlicher Basis nicht möglich gewesen – ebenso wenig wie ohne die Partner die mit eingebunden sind.”

Andreas Dexler, Leiter der Stabsstelle Soziales der Stadt Lampertheim, erläuterte als Vorsitzender des Arbeitskreis Wohnen dessen Ziele für dieses Jahr. So ist eine jährliche Informationsveranstaltung zum barrierefreien Wohnen geplant, ebenso wie Informationen über das Angebot für ambulant betreutes Wohnen. 

Nicht nur ein Logo, sondern eine klare Botschaft: Lampertheim (ist) inklusiv. Foto: oh

Für den Arbeitskreis Kultur, Freizeit und Sport betonte Günther Baus, dass ein Höhepunkt des Jahres bereits kurz vor der Tür stehe: Am 12. März findet in der Altrheinhalle ein Sportinklusionstag für alle Kinder von 4 bis 16 Jahren statt. Ziel ist dabei auch, die Vereine für Inklusion zu sensibilisieren und ihr Angebot entsprechend anzupassen oder zu erweitern. Darüber hinaus ist in diesem Jahr der Aufbau einer Koordinationsstelle Inklusion geplant, ebenso wie der Aufbau eines inklusiven Ensembles in Zusammenarbeit mit der Musikschule Lampertheim. Hierfür werden aus den Mitteln der Förderung seitens der „Aktion Mensch” Tischharfen finanziert. Und auch eine barrierefreie Laufveranstaltung mit Handbiker Ansgar Schneider ist in Planung. „Darüber hinaus wollen wir einen Inklusionspreis ins Leben rufen, entweder als eigenen Preis oder in Anlehnung an den Kulturpreis”, so Günter Baus.

Für die Arbeitsgruppe Arbeit gibt es laut Chantal Schwarz ein großes Ziel: Beim Unternehmerfrühstück soll ein Netzwerk mit Unternehmen aufgebaut werden, gleichzeitig sollen diese beraten werden, Menschen mit Beeinträchtigung in diesen einzustellen und eine Chance zu geben.

Jochen Halbauer, Sprecher der AG Barrierefreiheit und Mobilität, erläuterte die Ziele seines Arbeitskreises. Hier hat der Leitfaden oder auch Wegweiser Gesundheit für alle Menschen mit Mobilitätseinschrönkung oberste Priorität. Dieser soll darstellen, wie barrierefrei Arztpraxen, Apotheken, Zahnärzte, aber auch Ergo- und Physiotherapeuten sind und wo Handlungsbedarf besteht. Auch die Behindertenparkplätze stehen gerade mit Blick auf das Parkraumkonzept in der Kernstadt im Fokus. Und auch der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen wird im Blick behalten, da hier erst 10 bis 15 Prozent entsprechend umgebaut wurden.

Im Arbeitskreis Bildung, vertreten durch Marius Schmidt, stehen 2023 die Kitas im Mittelpunkt, um hier den entsprechenden Umgang mit Integrationskindern zu begleiten und unterstützen. Benjamin Kloos

 

 

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