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10.00 Uhr | 30. November 2022
WARNSYSTEME: Bundesweiter Warntag am 8. Dezember um 11 Uhr

„Bevölkerung soll sensibilisiert werden” 

Am 8. Dezember findet um 11 Uhr ein bundesweiter Alarmtag statt – neben klassischen Sirenen wird bei der Warnung vor allem auf Handys gesetzt. Foto: www.pixabay.com

KREIS BERGSTRASSE – „Wir warnen Deutschland“: Unter diesem Motto steht der zweite bundesweite Warntag am Donnerstag, 8. Dezember. Aber was ist das überhaupt, ein bundesweiter Warntag? Manche werden sich an die Premiere vor zwei Jahren erinnern, den ersten bundesweiten Warntag seit der Wiedervereinigung der Bundesrepublik – wirklich erfolgreich verlief dieses Ereignis jedoch nicht. Ursprünglich hatte die Innenministerkonferenz beschlossen, den bundesweiten Warntag jährlich durchzuführen. Im vergangenen Jahr war er jedoch abgesagt worden, um technische Schwachstellen zu überarbeiten.

Nun ist es allerdings wieder soweit und der nächste Warntag steht vor der Tür. Und die Ereignisse der letzten beiden Jahre machen deutlich, wie wichtig ein funktionierendes Alarm- und Warnsystem ist, denkt man etwa an die verheerende Flutkatastrophe im Ahrtal oder den plötzlichen Krieg in Europa. Um sie auf ihre Strapazierfähigkeit zu testen und bewusst an ihre Grenzen zu bringen, sollen alle Warnsysteme am 8. Dezember um Punkt 11 Uhr zeitgleich ausgelöst werden. Dabei wird unterschieden zwischen den Warnmultiplikatoren, die an das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWas) angeschlossen sind (zum Beispiel Warn-Apps und Rundfunksender) und den Warnmitteln der Länder und Kommunen (zum Beispiel Sirenen und Lautsprecherdurchsagen). Die MoWas-Warnmeldung wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ausgelöst – darauf haben Länder und Kommunen keinen Einfluss. Wer also eine Warn-App auf seinem Smartphone installiert hat – die bekanntesten sind NINA und KATWARN – sollte am 8. Dezember um 11 Uhr eine entsprechende Meldung erhalten. Die Probewarnmeldung wird zudem erstmals auch über Cell Broadcast verschickt und darüber rund die Hälfte aller Handys in Deutschland direkt erreichen. Parallel können auf Ebene der Länder, in den teilnehmenden Landkreisen und Kommunen verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst (zum Beispiel Lautsprecherwagen oder Sirenen) werden.

Auf diese Weise werden die technischen Abläufe im Fall einer Warnung und auch die Warnmittel selber auf ihre Funktion und auf mögliche Schwachstellen hin überprüft. Im Nachgang werden von den Verantwortlichen gegebenenfalls Verbesserungen vorgenommen und so das System der Bevölkerungswarnung sicherer gemacht. Der bundesweite Warntag dient weiterhin dem Ziel, die Menschen in Deutschland über die Warnung der Bevölkerung zu informieren und sie damit für Warnungen zu sensibilisieren.

Der Warntag ist ein bewusster Stresstest für die Warninfrastruktur in Deutschland. Im Alltag laufen die Warnsysteme zuverlässig. Ein Stresstest unter besonderen Bedingungen ist dennoch nötig für die Härtung und Weiterentwicklung des Warnsystems. Der Warntag soll daher ganz gezielt dabei helfen, Optimierungspotenziale zu identifizieren. zg

 

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