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16.09 Uhr | 23. Januar 2023
9ER-RAT: Jugendliche aktiv mit eingebunden / Zahlreiche konstruktive Ideen zur Gestaltung der Stadt eingebracht 

Ein Treffpunkt für Jugendliche, eine Moschee und pünktliche Busse als Wünsche

Der 9er-Rat hat viele konstruktive Wünsche und Ideen eingebracht – sehr zur Freude von Verwaltung und Politik, die mögliche Umsetzungen prüfen. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Es ist ein besonderes Format, welches Schülerinnen und Schülern ermöglicht, sich aktiv einzubringen, ihre Vorstellung, Wünsche und Ideen zu einer attraktiveren und jugendfreundlicheren Gestaltung Lampertheims gemeinsam mit der Politik und der Stadtverwaltung umzusetzen: Am Montag beteiligten sich 140 Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen des Lessing-Gymnasiums, der Alfred-Delp-Schule und des Litauischen Gymnasiums in der Zehntscheune am 9er-Rat.

Die Veranstaltung verlief überaus erfolgreich – auch und gerade dank des außergewöhnlichen Engagements der Jugendlichen, die konstruktive Lösungen für ein jugendfreundliches Lampertheim aufgezeigt haben. Hierbei bestand die Möglichkeit, in themenbezogenen Gruppen an einem (Herzens)Projekt zu arbeiten und diese Gästen aus den Bereichen Politik, Verwaltung und dem Jugendbeirat vorzustellen. Und das Erfolgskonzept wird fortgesetzt werden: Noch vor Ostern wird es eine zweite Runde geben – bis dahin erarbeitet die Verwaltung, welche Wünsche umgesetzt werden können. Ziel ist es, dann erste Projekte zu realisieren. 

Fünf Bereiche wurden von den Jugendlichen als besonders wichtig angesehen, viele Einzelideen habe es gegeben. Im Blickpunkt stand dabei auch der ÖPNV, hier wurde besonders die mangelnde Pünktlichkeit und Sauberkeit kritisiert. Wichtigster Wunsch war ein nichtkommerzielles Café als Treffpunkt für Jugendliche während der Schulzeit. Ein solches wird zeitnah durch die Jugendförderung in der ADS umgesetzt, die Planungen laufen bereits um hier einen Raum für Jugendliche zu schaffen.  Auch eine Moschee war ein wichtiger Wunsch, wobei hervorgehoben wurde, dass dieser unter dem Aspekt der Religionsfreiheit auch von vielen Jugendlichen anderer Glaubensrichtungen unterstützt wurde. 

Einen Schwerpunkt stellen die Sportplätze dar – neben einer Öffnung der Fußballplätze seitens der Vereine wurde für die Bolz- und Basketballplätze eine Beleuchtung gewünscht, um auch im Winter abends spielen zu können. Den letzten Aspekt stellen Freizeiteinrichtungen dar – so wurden ein Kino, eine Eislaufbahn oder auch ein Trampolinpark genannt – Ziele, die sicher wünschenswert sind, aber nicht durch die Stadt, sondern private Betreiber umgesetzt werden müssten.

Die Schüler selbst fanden äußerst positive Worte – Noah Hoffmann, Griseldis Halm und Janine Becker, alle Schüler der ADS, betonten, dass es toll sei, dass die Schüler sich selbst Gedanken machen können und ihnen zugehört wurde. Und auch die Lehrer wie Rachid Machkour waren begeistert. „Das Format gibt ein Jugendlichen eine Stimme, sie wegen ernst genommen und niemand wird belächelt. Dies ist ein konkreter erster Schritt, bei dem auch betont wird, dass nicht alles realisierbar sein wird, ich bin auf konkrete Ergebnisse gespannt.”

Und auch der Jugendbeirat ist von der Beteiligungsmöglichkeit angetan. Dessen Vorsitzende Leonie Krämer betonte, dass der Beirat sich selbst viele Gedanken gemacht habe, was verbessert werden kann, die nun ebenfalls genannt wurden wie das Kino und Open-Air-Kino. „Vor allem in den Stadtteilen wollen wir letzteres im Sommer anbieten”, so die engagierte 15-Jährige.

Bürgermeister Gottfried Störmer betonte, dass die Verwaltung gerne bereit sei, „mit euch Themen aufzuarbeiten und bei diesen, wenn es möglich ist, Verbesserungen hervorzurufen.”

Der Erste Stadtrat Marius Schmidt ergänzte, dass der 9er-Rat eine wertvolle Ergänzung der Jugendbeteiligung sei. „Es ist wichtig, den Schülern zuzuhören, was sie in Lampertheim stört, was sie verbessern wollen oder was gut läuft. Die Jugendlichen sind bereit, in ihrer Freizeit Ideen zu entwickeln und Lampertheim zu verbessern. Sie sind selbst aktiv dabei und äußern nicht nur Wünsche und Forderungen.”Benjamin Kloos

 

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