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  • Fr., 06. Februar 2026, 11:33 Uhr
    FASTNACHT: Erste Jubiläums-Prunksitzung des SKK 50 im ausverkauften Bürgerhaus spannend bis in die Nacht

    „Es lebe die Fastnacht“

    Nach der Begrüßung zeigten die jungen Funkenmariechen und die jüngste Tanzgruppe „Smartiies“ (vorne) ihr Können.
    Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Das Jubiläum 7x11 Jahre des Spiel- und Kulturkreises 50 (SKK 50) wird sogar mit drei Prunksitzungen gefeiert: Wegen der riesigen Nachfrage findet am Freitag vor der zweiten Prunksitzung eine Zusatzshow statt. Und so ging es am Samstag vor einer Woche bei der ersten Jubiläumssitzung los: Buntes Treiben der fantasiereich kostümierten Gäste und gute Stimmung im ausverkauften Bürgerhaussaal schon vor dem pünktlichen Beginn der ersten Prunksitzung und dann ein großes Programm bis ein Uhr nachts, das mit dem finalen Einzug der Aktiven durch den Saal auf die Bühne im Rausch der Farben und guten Laune zu einem grandiosen Abschluss kam. Das begeisterte Publikum hatte sich erhoben: Der unterhaltsame Abend unter Leitung des erfrischenden Sitzungspräsidenten Marcel Kilian ging nach nahezu sechs Stunden Bühnenprogramm mit rauschendem Finale zu Ende. Das heitere gereimte Wort, Musik, schwungvolle Gesangsvorträge und Tanzvorführungen der Extraklasse – die Vielfalt des Jubiläumsprogramms hatte dem Publikum schönen närrischen Genuss serviert, dafür sorgten 180 Aktive des SKK 50.

    Wie Nicole Faber als Harlekin vor dem Einzug von Elferrat, Garden, Stadtprinzessin Louisa I. mit der Vereins-AG dem Publikum mitteilte, steckt viel Herzblut und Leidenschaft drin, die Fastnacht lebt: „So wächst aus Spaß ein Stück Kultur mit Witz und Struktur“. Der Narrhallamarsch war verklungen, gespielt vom Haus- und Hoforchester des SKK 50, der Katholischen Kirchenmusik unter der Leitung von Tobias Molitor – Zeit für die Begrüßungsworte des Sitzungspräsidenten. Zusammenhalt auch in schweren Zeiten mahnt Kilian an, die Fastnacht macht es möglich. Doch Geld regiert die Welt, wie später die junge Tanzgruppe Riwwelkigelsche in ihrer Show zum Ausdruck bringt. Auch der Fastnachtsumzug am 15. Februar kostet Geld – der Sitzungspräsident weiß, wie man helfen kann: eine Umzugsplakette kaufen, auch der Jubiläumsorden war im Foyer zu erwerben. Stadtprinzessin Louisa I., der Stolz des SKK 50, und Steffen Schweiker, Vorsitzender der Vereins-AG richteten sich ans närrische Volk. Die strahlende Tollität wies auf ihre Spendenaktion mit Box im Foyer für das Kinderhospiz Sterntaler hin, Schweiker gratulierte dem SKK 50 zum tollen Jubiläum und animierte zum dreifach donnernden Helau auf Louisa I.

    Das Leben kann so schwer sein, meinte Louis Kilian in der Bütte, mit 11 Jahren bereits erfahrenes SKK-Nachwuchstalent.
    Foto: Hannelore Nowacki

    7 x 11 Jahre = 77 Jahre Begeisterung für die Fastnacht

    Mit dem Tanz der Funkenmariechen Lilly Heiser und Naila Reinhardt zu Ehren der Stadtprinzessin war das Publikum auf die kommenden Stunden eingestimmt. Zum Jubiläum stehen als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung alle Aktiven des Vereins im Rampenlicht – die Jüngsten, die Jugend und die erfahrenen Fastnachtsaktiven. Zeitlichen Vorrang hatten die süßen drei- bis sechsjährigen „Smartiies“, die als Discokugeln und in funkelnden Silberröckchen ihr Können zeigten und mit begeistertem Applaus und Zugaberufen belohnt wurden. „Die Schätze aus dem Keller“ des SKK 50 aus den 77 Jahren Saalfastnacht brachten Luisa-Marie Morweiser und Hanna Althapp ans Licht – historische Bilder zeigten den Spaß an der Fastnacht aus Jahrzehnten. Als Giggel und Marktfrau kostümiert und mit Puppenpartnerinnen Tango tanzend machten sie eine gute Figur. Die närrischen Wurzeln des Spiel- und Kulturkreises 50 Bürstadt reichen bis ins Jahr 1949 zurück, damals brachte die katholische Jugend den närrischen Frohsinn in die Stadt – aus diesen Anfängen entstand der Spiel- und Kulturkreis 50, der seither die Fastnacht erfolgreich als Kulturgut pflegt und feiert.

    Die „Wilde 13“ lässt die Fastnacht schwungvoll hochleben.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Die närrische Kraft der Wortvorträge, Tanzgruppen und Gesang

    Mit 11 Jahren noch jung, aber schon im dritten Jahr mit weiser Haltung auf der Bühne, berichtete Louis Kilian von seiner ansonsten lieben Familie als Chaosgang mit der Folge: „Das Leben kann so schwer sein“. Die Familie ist in Bürstadt wohlbekannt: Der Papa ist der Sitzungspräsident und Mama Julia Engert-Kilian, die den Vortrag mit Louis einstudiert hat, ist auf politischer Bühne aktiv. Als „Apotheker“ machte sich Michael Morweiser seinen Reim vor allem auf das lokale Geschehen: Nur noch eine Apotheke im Ort, da braucht es eine extra Portion gute Laune mit passender Medizin – man singt mit kraftvoller musikalischer Unterstützung „gute Laune überall“ gute Laune oben, unten, vorne und hinten, mit Bewegung im Takt. Bewegungsfreude, die an diesem Abend immer wieder zum Einsatz kam.

    Bürgermeister Boris Wenz, im Saal mitfeiernd, kommt glimpflich davon. Als „lieber Boris“ adressiert, ist der Wunsch an ihn, die „Vereinsförderung in der Bürgerstadt mit Herz“ betreffend Miete, Müll und WCs freundlich zu gestalten und „dass Organisation ins Rathaus kimmt“. Dazu kommt noch die lange Mängelliste zum Leuchtturmprojekt Sportcampus. Der „Apotheker“ erinnerte auch den denkwürdigen Hinweis des Bürgermeisters, dass im Herbst die Blätter fallen und was ein richtiger Feger ist, den Besen schwingt und die Gass kehrt. Ja, der Tobias traut sich was – in seinem Büttenvortrag verbindet Tobias Fettel, der mit bunter Fliege am Hemd und Kappe auftritt, Klamauk und Klischees meisterhaft in witzigen Aussagen, was Mann und Frau betrifft. Ein klassisches Mann-Frau-Thema brachten Nicole und Stephan Faber auf die Bühne, bei der Kleiderwahl geht es bei ihnen „drunner un drüwwer“. Von Geschehnissen in Bürstadt und der Welt ein Lied singen können die Bänkelsänger „Heinz und Heinz“. In Reimen und Mundart sogar, lustig und brisant, nehmen die Brüder Lothar und Hubert Ohl kein Blatt vor den Mund. Und wieder traf Ex-Bürgermeisterin Schader eine Spitze. Wenn der SKK 50 tanzt – dann sind auf der Bühne Tanzkunst, Akrobatik und fantastische Kostüme zu sehen: „Pizza, Pasta und Amore“ machen Appetit auf mehr, dank der „Tanzperlen“ eine Hommage an italienisches Lebensgefühl. „Alles steht Kopf“ beim Tanz der Gefühle der „Tutti Frutties“.

    Rasant die Beine synchron schwingend zeigt sich die Prinzessinnengarde in Rot-Weiß, nachdem Vanessa Vierheller mit Tanzformation mitreißende Partyhits gesungen hatte. Das Motto „Es lebe die Fastnacht“ verkörpert „Die Wilde 13“ abwechslungsreich und die glanzvollen „Konfettis“ tragen die Princess of Pop auf Händen. „Enigmatic“ bot den Zuschauern einen tänzerisch erlebnisreichen Ausflug ins Disneyland. Erstaunliche Wandlungen erlebten die Zuschauer bei Marcel Kilians Gesangsparodien zum Lied „Sag mir, wo die Blumen sind“, die er als Elvis, Grönemeyer und Lindenberg interpretierte. Am Schluss steht für das Männerballett „Stecke un Steif“ fest: Ohne Fastnacht geht’s nicht. Das wäre zum Verrücktwerden. Ohne die guten Geister vor und hinter der Bühne wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich, ihnen dankte der Sitzungspräsident ebenso wie den unverzichtbaren Sponsoren. Zahlreiche langjährige aktive SKK-Mitglieder wurden mit Orden geehrt.

    Hannelore Nowacki

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