
BÜRSTADT – Der 1.Judo-Club Bürstadt richtete wieder mit 18 Teilnehmerinnen einen Selbstverteidigungskurs in der Sporthalle der EKS-Schule in Bürstadt aus. Der Kurs bestand aus den drei Säulen; Prävention, Selbstbehauptung, Selbstverteidigung und ist genau auf die Teilnehmerinnen zugeschnitten. Gefahren rechtzeitig erkennen und zu vermeiden, damit ging es los. Auch die Stärkung des Selbstbewusstseins, durch einfache Rollenspiele war ein wesentlicher Bestandteil. Darüber hinaus erlernten die teilnehmenden Frauen einfache, aber effektive Techniken zur Verteidigung.
Es gibt verschiedene Arten der Gewalt und Fakt ist leider, dass die Gewalt gegenüber Frauen immer mehr zunimmt. Klaus Peter Fritz, Trainer des 1.Judo-Club Bürstadt, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit genau diesem Thema. „Ich kann an einem Wochenende aus niemandem eine Kampfmaschine machen, das wäre auch total unseriös so etwas zu behaupten“, so Fritz, „aber ich kann Frauen durch das Training ein bisschen mehr Selbstbewusstseins mit auf den Weg geben. Ein gesundes Selbstbewusstsein und ein sicheres Auftreten ist die beste Selbstverteidigung.“
Ein weiterer wichtiger Punkt war der Abbau von Hemmschwellen. Es wurden Techniken geübt, die einfach zu erlernen sind, aber doch effektive Wirkung zeigen. Ziel sind Körperteile, die männlichen Personen so richtig weh tun. „Wenn sich eine Frau in einer bedrohlichen Situation zur Wehr setzt und sich entscheidet zu kämpfen, muss ihr klar sein, dass sie bis zum Ende kämpfen und als Sieger vom Platz gehen muss. Ein Mann ist ihr in der Regel physisch überlegen. Die Hemmschwellen im Kopf der Frauen abzubauen, ist eine meiner größten Herausforderungen“, so Fritz.
Gut angenommen wurde auch die Verteidigung mit Alltagsgegenständen, wie z. B. mit einem Schirm, einer Zeitung, Kugelschreiber oder auch Schlüsselbund. „Lasst die Finger weg von Pfefferspray, denn erstens es ist verboten und nur zur Tierabwehr erlaubt. Und dann muss auch das Handling gelernt sein. Es nützt nichts wenn es in der Handtasche versteckt ist oder bei der Benutzung der Wind aus der falschen Richtung kommt und ihr dann alles selbst ins Gesicht bekommt. Außerdem besteht die Gefahr, dass ihr es abgenommen bekommt und es dann gegen euch verwendet wird. Und nehmt auf gar keinem Fall ein Messer oder eine Gaspistole“, spricht Fritz deutliche Worte zu den Teilnehmerinnen, die interessiert zuhören. Das Allerbeste in solch einer Notsituation ist allerdings immer noch weglaufen, schreien, brüllen und Aufmerksamkeit erregen.
Am Schluss des Kurses betont Fritz jedoch, dass er sich wünscht, dass niemand jemals in eine bedrohliche Situation kommt. Trotz ernster Themen herrschte immer gute Stimmung und es hat den Teilnehmerinnen viel Spaß gemacht. Sie konnten einiges für sich mitnehmen. Dran bleiben ist bei Selbstverteidigung wichtig, daher bietet der Verein Folgekurse ab, für die die ein oder andere Teilnehmerin bereits Interesse bekundet hat. zg
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