
BÜRSTADT – Am 23. September wird es in der KamÜ in Bürstadt laut, leise, wild und zärtlich zugleich – ganz im Sinne von John Coltrane, der in diesem Jahr 100 geworden wäre. Coltrane gehört zu den Musikern, an denen sich der Jazz bis heute misst. Seine Alben haben eine ganze Generation von Saxophonisten geprägt, auch weit über den Jazz hinaus. Wer ihn hört, merkt schnell: Es geht nie nur um Technik. Es geht um etwas, das größer ist als das einzelne Stück, um Suche, um Hingabe, um einen Klang, der sich nicht mit Perfektion begnügt.
Vier Musiker kommen für diesen Abend zusammen, die sich seit Jahren kennen und die alle eine eigene Geschichte mit Coltranes Musik verbindet. Reinhard Kretschmer, Bürstädter Saxophonist und Kopf des Abends, holt seinen Sohn Felix Ambach eigens aus New York zurück ans Schlagzeug. Am Klavier sitzt Henry Vollrath aus Winterkasten, am Bass Denis Arnold aus Mannheim, beide langjährige Weggefährten von Kretschmer. Vier Städte, vier Wege, ein gemeinsamer Abend.
Der Abend im KamÜ am 23. September um 19 Uhr trägt den Titel „Brother John" und versteht sich als Hommage, nicht als Kopie. Das Quartett sucht den Geist hinter der Musik, nicht die Note-für-Note-Kopie: jene Mischung aus spiritueller Tiefe und roher Energie, die Coltranes Klang bis heute so besonders macht. „High, spiritually, energetically" – so bringt es die Band selbst auf den Punkt. Der Eintritt ist frei, eine Spende für die Musiker ist willkommen. Für Getränke ist gesorgt. zg