
BÜRSTADT – Schon in kurzer Zeit kann von ersten Erfolgsgeschichten in Sachen Nachbarschaftshilfe berichtet werden, wie die Mitarbeiterinnen der Gemeinwesenarbeit Bürstadt Edith Harter und Carolin Schleicher und die beiden psychosozialen Fachkräfte auf dem Land PauLa Michaela Weber und Christina Adler-Schäfer mitteilen. Im März gab es bei regem Interesse zunächst einen informativen Vortrag von Alexandra Löchelt von der Fachstelle des Kreises Bergstraße „Leben im Alter“ und im April fand die erste Kontaktbörse im MITtendrin statt, zu der Interessierte mit und ohne Pflegegrad und Hilfswillige kamen, die pflege- und hilfsbedürftige Menschen durch alltägliche kleine Tätigkeiten unterstützen wollen. Zwei Kontakte fanden dort bereits zueinander. Bei einem Pressegespräch am Montagmorgen im MITtendrin war ein neuer Nachbarschaftshelfer, Alaa Alshamy, bereit zu erzählen. Der Vortrag hatte ihn beeindruckt und bei der ersten Kontaktbörse konnten bereits Kontakte durch die Fachfrauen vermittelt werden. Da er beim Deutschen Roten Kreuz als Koordinator in der Flüchtlingsunterkunft in Die Lächner beschäftigt ist, hatte er bereits den geforderten Erste-Hilfe-Kurs absolviert, für die Anerkennung brauchen die Nachbarschaftshelfer auch ein polizeiliches Führungszeugnis. Bei einer älteren Dame war Alshamy mittlerweile zuhause gewesen – sie fühlt sich einsam, die Kinder wohnen weiter weg, sie freut sich über Gespräche. Eine andere ältere Interessentin, deren Mann mit Demenz Unterstützung braucht, hatte aus der Zeitung von der Kontaktbörse erfahren, konnte aber nicht kommen und hatte zuvor mit einer PauLa gesprochen. Mit ihrem Mann hat Alshamy „Mensch ärgere dich nicht“ gespielt und ihn mit unterhaltsamen Rätseln angeregt. Auf vielfach geäußerten Wunsch organisieren Gemeinwesenarbeit und PauLas eine zweite Kontaktbörse am Donnerstag, 10. Juni um 10 Uhr im MITtendrin, Nibelungenstraße 44 in Bürstadt (Nähe Historisches Rathaus), bei der es um die klassische mit Aufwandsentschädigung bezahlte Nachbarschaftshilfe mit „anerkannten“ Helfern geht, die Menschen mit Pflegegrad mit kleinen Tätigkeiten stundenweise im Alltag unterstützen, und um Suchende und Helfende, die sich informell finden. Daher habe sich der neue Name für die Kontaktbörse entwickelt, die nun „Miteinander Bürstadt & Ried“ heißt. Das Ziel sei weiterhin, Bürgerinnen und Bürger, die eine Unterstützung anbieten und Bürgerinnen und Bürger, die eine Unterstützung suchen, zusammenzubringen.
Hannelore Nowacki
Beitrag aus der Rubrik