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  • Mo., 15. August 2022, 15:11 Uhr
    FÜR DIE MENSCHEN DA: Caritasverband Darmstadt feiert Jubiläum / Herausforderungen in vielen Bereichen

    100 Jahre von Mensch zu Mensch

    Wollen Menschen eine Hilfe auf Augenhöhe anbieten: Silvia Rhiem, Caritas Seniorenberaterin in Lampertheim, Rebecca Bauer, Heimleiterin Mariä Verkündigung, Anne Reinacher, Mitarbeiterin Soziale Dienste und Caritasdirektorin Stefanie Rhein. Foto: oh


    LAMPERTHEIM – Seit 100 Jahren setzen sich die Mitarbeitenden des Caritasverbandes Darmstadt dafür ein, Menschen eine Hilfe auf Augenhöhe anzubieten, Menschen aus ihren Sorgen und Nöten herauszuhelfen, in schweren Zeiten zur Seite zu stehen und neue Wege aufzuzeigen. Die Nöte haben sich im Laufe der 100 Jahre verändert, die Lebensumstände wandeln sich – darauf reagiert auch der Verband mit angepassten Hilfsangeboten. Heute arbeiten beim Caritasverband rund 1.200 Mitarbeitende. In ihrer Arbeit und ihrem Engagement wenden sie sich Menschen zu, die in Not sind, die von Armut betroffen, auf Pflege angewiesen, psychisch erkrankt, in die Sucht abgerutscht sind oder aus vielen anderen Gründen Hilfe brauchen. 

    Auch heutzutage gibt es viele Herausforderungen durch die Auswirkungen der derzeitigen großen Krisen. Für 2021 war das die Pandemie sowie die gegen Ende schon deutlich spürbare Inflation aber auch die Herausforderungen, die sich immer wieder für viele Fachbereiche aus der Wirklichkeit rund um „Flucht und Vertreibung“ ergeben. Ebenfalls in allen Bereichen spürbar ist die Krise um bezahlbaren Wohnraum. Diese große Problemlage trifft nicht nur Menschen in prekären Situationen, sondern vermehrt auch mittelständige Familien. Der Anstieg der psychischen Belastungen der Klient*innen ist ebenso eine große Herausforderung. In vielen Fällen gehen diese Belastungen in tatsächliche pathologische Ausprägungen über - auch das gilt für alle Bevölkerungs-„schichten“. Das fatale: Es stehen kaum psychotherapeutische Angebote zur Verfügung und die monatelangen Wartezeiten verschlimmern die Symptome, bzw. führen zu chronifizierten Krankheitsbildern. 

    Belastungen in der Pflege 

    Auch die Pflege-Mitarbeitenden sind durch Mehraufgaben durch die Pandemie sehr belastet. Der Fachkräftemangel macht in diesem Bereich Sorgen. Besonders Pflegefachkräfte sind sehr schwer zu finden - auch für den Caritasverband Darmstadt, trotz guter Löhne durch die Caritas AVR. Die Personalgewinnung ist daher eine anspruchsvolle Aufgabe für Rebecca Bauer, die seit August die Leitung des Alten- und Pflegeheims Mariä Verkündigung übernommen hat und den Neubau nun begleiten wird. Die vielen Ideen und Pläne, die in den letzten Jahren auf dem Tisch lagen, sind ihr alle bekannt, denn im Haus arbeitet sie bereits seit 1997. Vor acht Jahren hatte sie die Pflegedienstleitung übernommen, in Corona-Zeiten auch die Hausleitung und nun freut sie sich auf die neuen Aufgaben als Heimleitung. Dass ihr das Haus und alle Bereiche bestens vertraut sind, kommt ihr bei den Herausforderungen, die ein Neubau mit sich bringen wird, sehr entgegen. Auch eine gute Vernetzung ist wichtig für die Arbeit. So steht Rebecca Bauer unter anderem mit Silvia Rhiem in einem engen Austausch. An die Caritas Seniorenberaterin hatten sich 2021 rund 1.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Sorgen und Nöten gewandt. 300 hatten zum ersten Mal den Kontakt gesucht. Eine Ansprechpartnerin für die vielen Fragen, die im Alter aufkommen, braucht es auch im Heim. So steht Anne Reinacher seit einem Jahr als Mitarbeiterin im Sozialen Dienst den älteren Menschen und deren Angehörigen bei Fragen beratend zur Seite. Gemeinsam mit Rebecca Bauer und den Mitarbeitenden werden auch immer wieder neue Wege gesucht, um Kontaktmöglichkeiten – auch in Zeiten von Corona – anzubieten. „Wir nutzen nun noch mehr den Außenbereich des Heimes für Angebote. Unser Gottesdienst findet jetzt im Eingangsbereich im Freien statt, das wird sehr gut angenommen“, berichtet Rebecca Bauer. Auch Spaziergänge oder Ausflüge mit der E-Rikscha sind bei den Bewohner*innen sehr beliebt. Ob als Seniorenberaterin oder als Mitarbeiterin im Sozialen Dienst, eine Vernetzung zu den anderen Hilfsangeboten des Verbandes ist oftmals sehr hilfreich, da viele Menschen zusätzlich zum Thema Pflege noch viele andere Sorgen und Nöte belasten, die allein, ohne fachkundige Beratung, nicht zu lösen sind. Da sind die kurzen Wege im Verband für viele Ratsuchenden eine große Erleichterung. zg 

     

     

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