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Di., 19. Januar 2016, 10:43 Uhr
1. Sitzung im Hasenheim / Gründungsmitglieder Jan Zimmermann und Marcel Ofenloch geehrt
11 Jahre - Närrisches Jubiläum der Sackschdoahogger
Im Jubiläumsjahr der Sackschdoahogger stellt der Verein das Bürstädter Prinzenpaar mit Prinz Erhard I. und Prinzessin Silke I. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – In 11 närrischen Jahren hat sich der Karnevalverein „Die Sackschdoahogger 04“ eine begeisterte Fangemeinde geschaffen. Dort, wo sich am Rande von Bürstadt womöglich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, steht das Hasenheim des Kaninchenzuchtvereins H-18, das am Samstagabend Schauplatz der etwa fünfstündigen ersten Sitzung der Sackschdoahogger war und auch am Samstag, wieder um 19.11 Uhr, Ort der zweiten Sitzung ist. Dem Publikum wurde ein farbenfrohes Ereignis geboten, mit vielen sehenswerten und mitreißenden Tanzvorführungen der eigenen Talente, drei Bütten und musikalischen Höhepunkten der Extraklasse. An den dicht besetzten Tischen saßen Nonnen und Teufel, fesche Piraten und hübsche Piratinnen, Cowboys und Kapitäne in allernächster Nähe zusammen, Vampire und Geister wurden gesichtet. Die Freude am fantasievollen Verkleiden bewies den Spaß an der Fastnacht. Vorsitzender Joachim Huy breitete zur Begrüßung des Publikums auf der Bühne die Arme aus, stilgerecht in Sackstoff gekleidet, der Beginn eines unterhaltsamen Abends. Später wechselte er ins elegantere Styling, die breite Brust mit Orden befrachtet. Die närrische Disziplin des Vorsitzenden garantierte den vorgesehenen zeitlichen Ablauf, bis gegen Mitternacht das Finale den offiziellen Teil des Abends beendete. Joachim Huy, unterstützt von seiner Frau Karin führten als unverkennbare Vollblutfastnachter durch das Programm. Bürgermeisterin Barbara Schader mit Ehemann Klaus und Erster Stadtrat Walter Wiedemann mit Ehefrau Margarita waren die augenfälligste Prominenz im Saal, wobei der Erste Stadtrat im Rahmen des Publikumsspiels für den Tisch 2 um den Sieg kämpfte. Zunächst hatten er und die Mitspieler einen Stöpsel am Faden hängend in einen engen Flaschenhals einführen müssen, dann wurde um die Wette gelaufen, um schließlich mit einem abartigem Schnuller im Mund und närrischer Brille vor den Augen auf die Bühne zurückzukehren. „Ihr seht ja toll aus“, meinte Huy dazu. Die Herrenriege brachte die Übung tapfer hinter sich, die Damen blieben verschont. In ihrem Jubiläumsjahr stellen die Sackschdoahogger das Bürstädter Prinzenpaar – Prinz Erhard I. und Prinzessin Silke I., im bürgerlichen Leben als Ehepaar Renz bekannt. Froh gelaunt war ihr Vortrag, in dem sie alle Bürstädter aufriefen, zum Umzug zu kommen: „Seid engagiert und bunt kostümiert“. Ihr Dank galt dem Verein, der den Umzugswagen des Prinzenpaars gezimmert habe. Das Vereinsmotto der diesjährigen Kampagne war dekorativ mit der fantasievollen Silhouette der Stadt Bürstadt als Bühnenhintergrund dekoriert, eine recht umfangreiche Aufforderung zum Jubiläum: „Ihr liewe Leit seht’s joo recht logger, Bäschdadt hot 11 Johr uns Sackschdoahogger“. Im Reigen der Tanzgruppen waren die Sackschdoa-Minis als Schmetterlinge mit Biene eine entzückende Erscheinung – mit Spaß am Tanzen und schöner Choreografie. Auch Vampire können bezaubernd wirken, das bewiesen die tanzenden Sackschdoa-Kids mit ihrer gekonnten Aufführung. Und schon war die erste Bütt dran – Patrick Brenner vom HCV Bürstadt war als Fraa Offeloch zu Gast, eine gescheite Frau, die am Rathaus eine Mondlandschaft entdeckt hatte und vom Märchenspiegel wissen wollte, wer die Schönste im Land sei. Die Antwort: „Geh mal vorne weg, ich seh nix“. Vorsitzender Huy kündigte die Garde an, erstmals in der Vereinsgeschichte und durchweg Neulinge, wie er betonte.
Die Sackschdoa-Minis begeisterten das Publikum mit ihrer großartigen Aufführung als tanzende Schmetterlinge mit Biene. Foto: Hannelore Nowacki
Von Manuela Wilke und Marika Heuer offenkundig sehr gut trainiert, begeisterten die jungen Damen mit schwungvoller und präziser Vorführung. Alle Tanzgruppen erfreuten das Publikum mit einer Zugabe, das wiederum nach Huys Aufforderung bei den Raketen nicht geizte. Ein Höhepunkt der Sitzung war der Auftritt des Mannheimer Sängers Claus Eisenmann, der nach eigenem Eingeständnis selbst einmal Karnevalprinz war. Eisenmann drehte mit Rock und Pop an der Stimmungsschraube, wandelte singend durch die Tischreihen, verweilte hier und da in weiblicher Nähe und riss das närrische Publikum vielfach begeistert von den Stühlen. Die Spezialität der „Partygroup“ war laut Huys Ankündigung eine Mischung zwischen Hip Hop und Salsa. Ein weiterer musikalischer Höhepunkt war die Guggemusik der Mannheimer „Newwlfezza“, die teilweise in grausigen Masken, aber mit fantastischer Musik und großer Lautstärke durch den Saal zur Bühne zogen, um von dort eine ganze Weile den Saal in Wallung zu bringen. Zweimal elf Minuten Pause waren dem Publikum vergönnt, dann ging es mit dem Programm weiter, die „Powerbixe“ feierten mit ihrer gelungenen Tanzvorführung Premiere. „Der Mann mit dem Koffer“, gebürtiger Mannheimer, nun in der Pfalz beheimatet, packte eine Menge Pointen aus, für die er mit vielen Lachern belohnt wurde, eine Salve witziger Bemerkungen befeuerte die Stimmung. Dem erwähnten Publikumsspiel folgte die Ehrung zweier Gründungsmitglieder – Jan Zimmermann und Marcel Ofenloch erhielten Ehrenurkunden und Orden. Ein Glanzstück der Unterhaltung boten die „Sackschdoascherwe“ mit ihren Tanzvorführungen. Anschließend gingen Karin Huy und Melanie Steffan als Mutter und Tochter in die Bütt, was sie auch im wirklichen Leben sind. Ideenreich und manchmal auch derb starteten sie durch. Vor dem Finale beeindruckten die „Ladykracher“ mit ihrem Tanz, dann zeigten die „Saddeldasche“, das Männerballett des Vereins, dass „das bisschen Haushalt“ schnell gemacht ist. Den Rückblick auf die Sitzungen der vergangenen Jahre besorgten die Nummerboys mit Jahreszahl und in wechselnder Verkleidung. Hannelore Nowacki