
GROSS-ROHRHEIM – Der Sporttag nach den Sommerferien war ein ganz besonderer Tag für die 160 Kinder der Lindenhofschule sowie für die Lehrer und die Familien der Kinder: Ein Spendenlauf stand auf dem Stundenplan, dessen Geldertrag für die beiden Kinderhospize in der Region als Spende vorgesehen war. Eine solche Aktion muss gut vorbereitet sein, damit eine ordentliche Summe zusammenkommt. Auf Zetteln ließen sich die Kinder von ihren Eltern, Großeltern und sonstigen Familienmitgliedern vorab eintragen, wieviel diese pro gelaufener Runde zahlen wollten. Das konnten zwei Euro oder jeder andere Betrag sein. Am Schluss, das freut Schulleiterin Christiane Ritzert, wurde der erlaufene Sponsorenbetrag auf insgesamt 4.000 Euro aufgerundet. Das Kinderhospiz Sterntaler erhielt 2.000 Euro wie auch das Kinderhospiz Bärenherz. Lehrer hatten die Runden gezählt und den jeweiligen Eltern mitgeteilt. Nach der Laufaktion lernten die Kinder mit Unterstützung des Turnvereins die Geräte auf dem neuen Bewegungsparcours kennen. Auch die Spendenübergabe war ein besonderes Ereignis, zu dem sich alle Kinder der Grundschule im Foyer vor der Schulbibliothek auf und an der Treppe versammelten. Schulleiterin Ritzert begrüßte die Kinder mit einem gut hörbaren „Guten Morgen“, worauf ein gemeinsames kräftiges „Guten Morgen“ zurückkam. Die ersten Worte richtete sie an die Kinder: „Danke für die vielen Runden, die ihr auf dem Sportgelände gelaufen seid – für andere Kinder erlaufen, die es ganz nötig brauchen“. Damit sei ein Herzenswunsch erfüllt, sagte Ritzert, denn sie habe selbst einmal erlebt wie toll in einem Kinderhospiz gearbeitet werde, damit die schwerstkranken Kinder ein paar schöne Erlebnisse haben. Die beiden Besucherinnen, die im Auftrag der beiden Kinderhospize in der Region die symbolischen Spendenschecks entgegennahmen, stellten sich den Kindern auf Vorschlag der Schulleiterin vor: „Erzählen Sie selbst“.
Diana Stein von der Stiftung Bärenherz für schwerstkranke Kinder, die das Bärenherz-Hospiz in Wiesbaden finanziell unterstützt, erklärte, dass man normalerweise nach einer Krankheit wieder gesund wird. „Aber in den Kinderhospizen ist es nicht so“. Auch die ganze Familie mit ihrem Kummer und Sorgen finde in einem Kinderhospiz über Wochen und Monate Hilfe und Begleitung, oft über viele Jahre. Das tue dem kranken Kind gut und den Geschwistern. Durch die Spendengelder sei dies möglich, auf seien die Kinderhospize angewiesen. Beate Däuwel, Sprecherin des Fördervereins Kinderhospiz Sterntaler im pfälzischen Dudenhofen, erklärte den Kindern, dass das Hospiz ein Kraftort sei, an dem die Kinder und Geschwisterkinder ganz viel Aufmerksamt bekommen. Auf Fotos, auf die Leinwand gebeamt, war zu sehen, wie viel Spaß die Kinder dort haben. Zum Beispiel mit Lotte, dem Therapiehund, mit dem die Kinder kuscheln können oder mit den Ponys, die sich gerne reiten lassen. Einige Male im Jahr gebe es über ein ganzes Wochenende die Geschwisterfreizeit. „Bei uns ist es wunderschön“, versicherte Beate Däuwel den aufmerksam zuhörenden Kindern. Die 14 Kind- und Familienplätze beim Kinderhospiz Bärenherz und die acht Plätze im Kinderhospiz Sterntaler seien wechselnd belegt, da die Kinder und Familien immer wieder nach Hause fahren. Keine Unterstützung von Bund und Land, nur die reinen Pflegekosten werden von den Krankenkassen übernommen, das sei die Lage. Für die Lebensqualität und Betreuung der Kinder und Familien seien die Hospize auf Spenden angewiesen, auch für die Trauerbegleitung, die mit der Diagnosestellung beginne und oft lange Zeit über den Tod der Kinder hinaus stattfinde. Nach den eindrucksvollen Schilderungen und den Fotos meldeten sich die Kinder mit vielen Fragen. Einige konnten die beiden Expertinnen in der Zeit bis zur nächsten Unterrichtsstunde beantworteten, weiteres werde im Unterricht besprochen gab Schulleiterin Ritzert den Kinder mit auf den Weg. Die schön gestalteten symbolischen Schecks hatte Oliver Kalkbrenner, der Erste Vorsitzende des Schulfördervereins, mitgebracht. Die Spendensumme wird aus rechtlichen Gründen auf dem Vereinskonto geparkt und von dort an die Empfänger überwiesen. Weitere Infos unter www.kinderhospiz-sterntaler.de und www.baerenherz.de.
Hannelore Nowacki
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