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  • Di., 03. August 2021, 09:20 Uhr
    Domkirche: Johannes Mayr begeisterte Publikum mit Klang-Erlebnissen

    17. Lampertheimer Orgelsommer 2021 – das „Universum Orgel“ erklingt

    Johannes Mayr, Jahrgang 1963, hat katholische Kirchenmusik studiert und wirkte als hauptamtlicher Kirchenmusiker an mehreren Orten, seit 2011 ist er Domorganist an der Konkathedrale und Domkirche St. Eberhard in der Stuttgarter Innenstadt. An der Tübinger Hochschule für Kirchenmusik hat er seit 2004 einen Lehrauftrag, an der Stuttgarter Musikhochschule lehrt er seit 2009 im Fach Orgelimprovisation. 2015 wurde er zu Kirchenmusikdirektor ernannt, 2018 zum Honorarprofessor. Zahlreiche Auszeichnungen erhielt er als Orgelimprovisator. Foto: Hannelore Nowacki


     

    LAMPERTHEIM – In der Domkirche begann am Sonntagabend das Universum der Musik zu erstrahlen. Jeder Orgelsommer steht unter einem Motto - dieses Jahr wählte Heike Ittmann mit „Universum Orgel“ ein Thema ohne Grenzen. Damit eröffnet sie den eingeladenen Organisten an den fünf Sonntagen im August alle musikalischen Möglichkeiten, ihrem Universum der Fantasie freien Lauf zu lassen. Mit seiner Entscheidung, die Orgel zum Musikinstrument des Jahres 2021 zu küren, hatte der Landesmusikrat Hessen sie dazu inspiriert. Im Klangreichtum sei die Orgel vergleichbar vom kleinen Ensemble bis zum großen Symphonieorchester. Der großen blauen Vleugels-Orgel der Domkirche fehlen nur noch drei Register, ließ Heike Ittmann wissen. Spenden sind willkommen. Wenn die Vleugels-Orgel in zwei Jahren volljährig wird, dann mit diesen drei Registern. Nicht zu vergessen - die neuen Glocken werden zehn Jahre alt. Die Vorfreude auf die geplanten Festlichkeiten darf man sich schon gönnen: Ein Orgelwunschkonzert soll es geben und ein Orgelkonzert mit allen Lampertheimer Organisten. Als Eintritt zum Orgelsommer sind Anmeldung, Nachweis eines aktuellen negativen Coronatests, Impf- oder Genesenennachweis verlangt, ansonsten ist der Eintritt frei. Bis zum Sitzplatz ist ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Eine Spende ins Körbchen an den Ausgängen, wenn möglich in Höhe des üblichen Eintrittspreises der Vor-Corona-Zeit von 8 Euro, regte Heike Ittmann an. Zur Eröffnung des 17. Lampertheimer Orgelsommers 2021 spielte Johannes Mayr drei Kompositionen aus drei Jahrhunderten und eine eigene Improvisation, die er den Konzertbesuchern vorstellte. „Lassen Sie sich überraschen“, rief er den Besuchern zu. Sein Können und sein heiteres schwäbisches Naturell erlebten die Besucher in der nach Corona-Regeln voll besetzten Domkirche. Im Spannungsbogen der vier Jahrhunderte begann Johannes Mayr mit der Parthia D-Dur von Isfrid Kayser (1712-1771), in seiner Zeit des Barock und der Frühklassik ein bedeutender Kirchenmusiker in Oberschwaben. Leichtfüßig schwebten die Töne im Raum, heiter und friedlich gestimmt, mit einem kraftvollen Schluss. Die Sonate D-Dur op. 65/5 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) und die Sonate für Orgel in drei Sätzen von Paul Hindemith (1895-1963) folgten. Gewaltiges Brausen, stürmische Weckrufe rissen aus leisen Träumen heraus – die Orgel bewies unter den Händen und Füßen von Johannes Mayr ihre Vielseitigkeit. In seine Improvisationen zum Abschluss mit „Ännchen von Tharau“ und „ Summertime“ hatte der Kirchenmusiker und Komponist Johannes Mayr Musikwünsche einfließen lassen, die bei Kantorin Ittmann eingegangen waren. Ein Hummelsummen wie von einer blühenden Sommerwiese schmeichelte sich ins Ohr, Töne überschlugen sich im Orkan und verloren sich leise im klingenden Windspiel, um dann wieder lauthals zu brüllen. Zart gezupfte Saiten ließ die Orgel hören, berührende Harmonie. Nach fast anderthalb Stunden war der letzte Ton verklungen. Doch das begeisterte Publikum hielt noch eine Weile still, vielleicht würde der Künstler eine weitere Zugabe spielen? Noch einmal brauste Applaus auf, Gesichter erstrahlten. Viele Konzertbesucher erhoben sich ein weiteres Mal von ihren Plätzen, nachdem sie sich bereits eine klangvolle Zugabe erklatscht hatten. Auch das schönste Orgelkonzert geht einmal zu Ende. Nach dem Orgelsommer-Konzert verweilten viele Besucher draußen bei Wein und Brot, lebendige Unterhaltungen entwickelten sich an den Stehtischen. Der Förderverein Domkirche war so mutig gewesen, auch bei Regenaussicht auf diesen gelungenen Abschluss zu setzen. Für die kommenden Sonntage sind noch Plätze in der Domkirche zu haben. Hannelore Nowacki

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