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Mo., 30. April 2018, 09:26 Uhr
Andere Umstände im Weinberg und Ausbau
17. Weinprobe des Fördervereins Domkirche – ein geselliges Ereignis
Weingenuss hatte Dekan Karl Hans Geil bei seinen Erläuterungen im Sinn, verbunden mit vielen interessanten Ausführungen zu Rebsorten, Bodenbeschaffenheit und Ausbau mit Auswirkung auf Düfte und Geschmack. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Etwas war diesmal anders, nur fiel es nicht sofort auf. Die schön mit unvergänglichen Rosen und Kerzen dekorierten Tische waren mit zwei Weingläsern eingedeckt – ein großes und ein kleines Glas, wie immer durfte das Wasserglas nicht fehlen. Das Rätsel löste Rudolf Steffan, zweiter Vorsitzender des Fördervereins Domkirche, in seiner Begrüßungsrede auf. Für die 17. Weinprobe in der Vereinsgeschichte hatten die Veranstalter die Idee, in der Probenfolge jeweils zwei Weine in der Verkostung gegenüberzustellen. Aus Unterschieden in der Bodenbeschaffenheit oder in der Verarbeitungstechnik resultierten ganz unterschiedliche Geschmackserlebnisse. Zehn Proben wurden gereicht, die Dekan Karl Hans Geil fachkundig und unterhaltend präsentierte, immer den Genuss im Blick. „Weine – unter anderen Umständen“ hieß das etwas geheimnisvolle Motto des Abends, das den Reiz der Weinprobe erhöhte. Während Dekan Geil, nur mit kleinem Tisch, Gläsern, Wein und Kerze auf der Bühne ausgestattet, das Publikum geistreich unterhielt, wurden die Tischgespräche im Laufe des Abends immer munterer. Schmalz, Bauernbrot und Kräuterdip auf den Tischen schufen die erste gute Unterlage. Zu Beginn perlte ein Riesling Sekt 2015 aus Wachenheim in den Gläsern, eine Flaschengärung. Reifephase und Rüttelphase folgen einander, bis sich die Hefe in der Flasche nach unten zurückgezogen hat, erläuterte Dekan Geil das Verfahren. Der Grundwein, ein Riesling 2017, Kabinett halbtrocken, ebenfalls vom Königswingert, mutete weit lieblicher an. Dekan Geil klärte auf: Die Kohlensäure im Sekt überdecke die Süße. Vier weitere Rieslinge offenbarten ihren unterschiedlichen Charakter. Von purer Trinkfreude sprach Dekan Geil. Der 2016er Riesling aus Stetten sei ein sehr leichter, sommerlicher Wein, sehr elegant, auf Primärkalkboden gewachsen, während der Riesling 2014 in einem ummauerten Weinberg mit einem besonderen Kleinklima reifte. Gleicher Winzer und Keller, gleiche Rebe, aber völlig unterschiedlich im Geschmack. Wie aber kommt die Farbe in den Rotwein? Die Schalen sind dafür zuständig, wenn die Maische kurz auf 80 Grad Celsius erhitzt wird, lösen sich die roten Farbpigmente. Aber es kann auch der Druck auf die Maische Einfluss haben. Wenn der Blanc de Noir 2017 aus der Pfalz im Glas leuchtet, könne man die Geschmacksfülle genießen, ein magenfreundlicher Wein, „ein Wein, von dem man größere Mengen trinken kann“. Eine Anmerkung, die beim Publikum Heiterkeit auslöste. Diesmal wurde schon nach dem zweiten Probenpaar das warme Büffet eröffnet, das mit Spargelgemüse und Schnitzel zur Jahreszeit passte. Nach dem letzten Probenpaar, einem Merlot 2016 und 2014 aus der Pfalz, der 14-prozentige war sogar im Barrique gereift, war das riesige Kuchenbüffet aufgebaut - eine mehrere Meter lange Genussstrecke. Gespendet von einer freundlichen Gönnerin, die nicht genannt werden will. Der Vizevorsitzende Steffan verriet den Gästen nur so viel: Es war eine gute Fee. 25 Helfer sorgten im voll besetzten Saal für den abgestimmten Probentakt, schöpften später am Büffet aus dem Vollen und gaben die süßen Versuchungen nach Wunsch auf die Teller. Wie Vorstandsmitglied Susanne Braun mitteilte, werden die Einnahmen für die Erhaltung der Domkirche, Raten für die Orgel und neue Register verwendet. Neben Weinprobe und Herbstfest pflege der Förderverein Domkirche, der 152 Mitglieder habe, die Geselligkeit mit ein oder zwei Ausflügen im Jahr und sei immer für die Lukasgemeinde zur Stelle, wenn bei einer Veranstaltung Bewirtung mit Wein und Fladenbrot gewünscht wird. Hannelore Nowacki
Gute Laune und Genuss standen bei der Weinprobe des Fördervereins Domkirche im Mittelpunkt. Foto: Hannelore Nowacki