SACKSTEINSTRASSE: Anwohner fordern Spielstraße / Kritik an Verwaltung
„30 km/h sind zu viel!”
Stein des Anstoßes: Die Anwohner der Sacksteinstraße wünschen sich Geschwindigkontrollen und eine Verkehrsberuhigung – bestenfalls eine Spielstraße. Foto: Benjamin Kloos
BÜRSTADT – „Wir haben einige Probleme, die uns das Leben schwer machen. Dies ist einerseits die Verkehrssituation direkt vor unseren Haustüren und an der nahen Bushaltestelle, und andererseits werden wir von der Stadtverwaltung und Bürgermeisterin Barbara Schaderschlichtweg ignoriert”, beschwerten sich zahlreiche Anwohner des Gebietes rund um die Sacksteinstraße und Bobstädter Straße bei einem Pressetermin, zu dem die Anwohner eingeladen hatten. „Konkret geht es darum, dass wir schon seit Jahren versuchen, Sicherheit in den Straßenverkehr und besonders für die Kinder zu bekommen.”
Eigentlich ist es eine tolle Entwicklung: Rund um die Sacksteinstraße, die Bobstädter Straße und die Steinlache gibt es in Bürstadt immer mehr Kinder. „Dies hat aber natürlich auch Auswirkungen. Es sind mehr Kinder auf den Straßen, die aber sehr eng sind. Leider ist die Verkehrslage hier beiderseitig höchst gefährlich, da es hier zu viel zu schnellen Durchfahrten mit Kraftfahrzeugen jeglicher Art kommt – und das, obwohl es keinerlei Abtrennungen zwischen Gehweg und Fahrbahn gibt. Die Zufahrt zum neuen Wohngebiet Steinlache ist daher so zu gestalten, dass keine Gefahr für die Kinder und Jugendlichen besteht. Die Autos rasen hier ohne Rücksicht durch die engen Straßen, man muss schon aufpassen, sobald man die Straße betritt.” Die Anwohner sprechen sich klar für eine Spielstraße aus, oder zumindest für eine Verkehrsberuhigung und regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen durch das Ordnungsamt. „Wir haben kein Problem damit, dass viele Autos durch unsere Straßen fahren, dies ist durch das Neubaugebiet Steinlache auch kaum anders möglich. Aber wichtig wäre, dass die Autos hier in Schrittgeschwindigkeit durchfahren, denn es ist kein Gehweg vorhanden und auch keine Einzeichnungen für einen Fußgängerweg. Die Steinlachstraße ist zudem häufig links und rechts zugeparkt, so dass Rettungskräfte nicht durchkommen. Vor über einem Jahr wurde die Zusage gemacht, dass die Situation dort beobachtet wird. In diesem Zusammenhang sollte auch in der Sacksteinstraße etwas passieren, aber es ist in beiden Straßen nichts geschehen. Es ist klar, dass zum Teil auch Anwohner zu schnell sind, aber es sind auch viele, die hier nicht wohnen. Wir rufen alle Verkehrsteilnehmer zu Rücksicht auf. Denn die Straßen hier sind für den heutigen Verkehr nicht gemacht. Es muss etwas geschehen, das sich die Bürger dort sicher fühlen und ohne Angst auf die Straße gehen können. Eine erste Möglichkeit wären eingezeichnete Parkflächen wie in den Straßen auf der anderen Seite der Mainstraße, damit langsamer gefahren wird – und regelmäßige Kontrollen”, so die Anwohner.
Auch an der Bushaltestelle in der Mainstraße hat sich die Situation durch die zunehmende Schülerzahl aus Sicht der Anwohner zugespitzt: „Hier ist es ebenfalls sehr eng, es gibt zu wenig Platz zum Warten, zumal ein Radweg in den Bereich integriert ist. Es stehen teilweise 15 bis 20 Schüler hier, und die Autos fahren mit 50 km/h und mehr vorbei. Hier wären 30 km/h angebracht, aber dies ist laut Stadtverwaltung in einer Durchfahrtsstraße nicht möglich – seltsam, dass es aber in anderen Durchfahrtsstraßen geht. Es darf kein Kind zu Schaden kommen. Jetzt heißt es, rechtzeitig zu handeln und nicht erst, wenn etwas passiert ist”, hoffen die Anwohner endlich auf Unterstützung.
„Werden nicht ernst genommen”
Darüber hinaus richten die Anwohner der Sacksteinstraße und der Bobstädter Straße Vorwürfe an die Stadtverwaltung und Bürgermeisterin Barbara Schader: „Unsere Sorgen werden nicht ernst genommen – im Gegenteil. Was die Menschen hier vor Ort bewegt, interessiert im Rathaus niemanden. Die Stadt und die Bürgermeisterin lassen uns im Stich. Wir haben einen Brief mit 100 Unterschriften persönlich im Rathaus abgegeben und uns einen Eingangsstempel geben lassen – dieser Brief ist angeblich nicht vorhanden. Ein weiterer Brief, dessen Existenz zumindest bestätigt wurde, ist laut Bürgermeisterin Schader nicht mehr auffindbar. Wir werden einfach nicht ernst genommen, es gibt keinerlei Rückmeldung auf unsere Schreiben. Dies ist so kein Umgang mit den Bürgern unserer Stadt. Wir werden uns das so nicht weiter bieten lassen, jetzt müssen endlich auch einmal Taten auf Worte folgen. Auch wenn wir leider niemanden in der Bürstädter Politik haben, der sich für uns stark macht”, wissen die Anwohner um die Schwierigkeit ihrer Situation. „Wir fordern das Ordnungsamt auf, sich die Situation vor Ort anzuschauen. Und wir würden uns eine Versammlung und persönliche Gespräche, bei denen wir ernst genommen werden, wünschen. Unser Ziel ist es, eine Spielstraße mit ausgewiesenen Parkplätzen und verkehrsberuhigenden Maßnahmen zu bekommen – zum Wohl unserer Kinder.” Benjamin Kloos