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  • Do., 20. Februar 2020, 14:51 Uhr
    Zehn Jahre Krötenzaun Jägersburger Wald

    300 Meter langer Schutz für Amphibien

    BIBLIS – Alles begann damit, daß Gaby Weiß aus Biblis an einem lauen, regnerischen Abend im März mit ihrem Auto fuhr. Auf Höhe des Wasserwerks Jägersburg war die Straße auf einmal übersät von Dutzenden plattgefahrenen Kröten. Sie stieg aus und versuchte die noch lebenden Tiere in Sicherheit zu bringen. Da ihr das Wohl dieser Amphibien sehr am Herzen lag, errichtete sie mit Hilfe ihrer Familie und Freunden an dieser besagten Stelle einen Amphibienschutzzaun. Das war vor zehn Jahren.

    Dieses Jahr wiederholte sich der Zaunbau zum zehnten Mal. Am 15. Februar wurde auf 300 Metern Länge ein Folienzaun aufgebaut und etwa 20 Eimer eingegraben. Zehn Krötenhelfer aus dem gesamten Kreis Bergstraße halfen Gaby diesmal dabei. In zwei Stunden war die Arbeit erledigt, dann wurden die neuen Helfer eingewiesen und das allmorgendliche Einsammeln organisiert.

    Wenn nun die Amphibien ab Einbruch der Dunkelheit zu laufen beginnen, treffen sie auf den Zaun, laufen daran entlang und fallen in die Eimer. Die ersten Jahre konnten bis zu 1.200 Erdkröten pro Saison vor dem Überfahren gerettet werden. Manchmal waren auch Berg- und Teichmolche, Grasfrösche oder Kreuzkröten in den Eimern. Leider ging die Anzahl der geretteten Tiere in den letzten Jahren stark zurück. Nur noch wenige hundert Erdkröten kamen in den Eimern an. Die anderen Amphibienarten sind fast gänzlich verschwunden.

    Das Ziel der wandernden Amphibien ist ein flacher Teich im Tierpark hinter dem Wasserwerk. Dort legen sie ihren Laich ab und sorgen so, wenn alles gut läuft, für viele Nachkommen. Im Moment sind die Krötenschützer mit der Gemeinde Einhausen im Gespräch, um dieses Gewässer so zu verändern, daß es bessere Ablaichmöglichkeiten bietet.

    Auf längere Sicht sind die Aussichten für Kröte und Co. nicht gut. Der zunehmende Autoverkehr und die Klimaerwärmung dezimiert diese empfindlichen Tiere Jahr für Jahr und kann letztendlich zum Aussterben diese Tiergattung bei uns führen, wenn nicht von staatlicher Seite etwas unternommen wird. Gaby und ihr Team können diesen Zeitpunkt nur etwas hinauszögern. zg

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