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  • Sa., 24. März 2018, 14:52 Uhr
    Staatssekretär Thomas Metz besichtigte Deichbaustelle in Biblis / Deich schützt 240.000 Menschen im Ried

    50 Millionen Euro für den Hochwasserschutz an der Weschnitz 

    Machten sich gemeinsam ein Bild von der Sanierung des Weschitz-Deiches: Ingenieurin Birgit Hebensberger, der Bürgermeister von Biblis Felix Kusick, Lampertheims Bürgermeister Gottfried Störmer, der Projektleiter der Strabag SE, Justizstaatssekretär Thomas Metz und Baudirektor Holger Densky (v.l.). Foto: Benjamin Kloos

    BIBLIS – Hochwasserschutz ist häufig nicht in der öffentlichen Wahrnehmung zu finden, erst dann, wenn das Hochwasser kommt – gerade mit Blick auf den Klimawandel ist es jedoch von großer Bedeutung, dass der Hochwasserschutz aktiv vorangetrieben wird – so wie derzeit an der Weschnitz rund um Biblis, wo über eine Strecke von 15 Kilometern eine Deichverstärkung durchgeführt wird. Dabei arbeiten Kommunen, Kreis und Land aktiv Hand in Hand.
    Am Freitag besuchte der hessische Justizstaatssekretär Thomas Metz gemeinsam mit den Bürgermeistern der betroffenen Gemarkungen, Felix Kusicka und Gottfried Störmer, die Deichbaustelle an der Weschnitz, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen. „Der Klimawandel ist bereits heute spürbar. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es auch bei uns in Hessen in Zukunft zu häufigeren und stärkeren Hochwassern der Flüsse kommt. Die Landesregierung stärkt daher den Hochwasserschutz durch landeseigene Rückstaudeiche im Hessischen Ried gegen Rheinhochwasser. Ein besonderes Beispiel dafür ist Gesamtmaßnahme rechts und links der Weschnitz, die das Land mit Investitionsmitteln in Höhe von 50 Millionen Euro fördert“, betonte Thomas Metz.
    Die Verstärkung am rechten Weschnitzdeich wurde bereits 2015 abgeschlossen. Der aktuelle, rund 3,6 Kilometer lange zweite Bauabschnitt am linken Weschnitzdeich, verläuft parallel zur Weschnitz durch die Gemarkungen Wattenheim, Hofheim und Biblis und wird in diesem Sommer abgeschlossen, womit die eigentliche Sanierung des Deiches fertig gestellt wird. Daran schließt sich bis 2020 der letzte Bauabschnitt insbesondere mit dem Neubau der Schließe am „Augieß” und der Erhöhung der landseitigen Berme am Rheindeich an. Bei der Umsetzung des Projektes warteten auf alle Beteiligten große Herausforderungen, quert doch beispielsweise eine wichtige Ethylenleitung der BASF das Gebiet, die von Ludwigshafen nach Rotterdam führt. Und auch die Notstromversorgung des Kernkraftwerk Biblis galt es zu schützen – nicht zu vergessen auch der Anschluss an zwei Bahn-Strecken und drei Landesstraßen sowie sechs Brücken, die berücksichtigt werden mussten.
    Bisher hat die Landesregierung in Hessen mehr als 100 Kilometer Winterdeiche verstärkt und 216 Millionen Euro investiert, um der Bevölkerung entlang des Rheins einen flächendeckenden Schutz gegen das Rheinhochwasser zu bieten. Die Winterdeiche im hessischen Ried schützen circa 240.000 Einwohner und etwa 30.0000 Hektar Land rund um Lampertheim, Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim. Dabei diesen die Weschnitzdeiche dem Schutz vor den Auswirkungen von Rheinhochwässern, wenn diese in die Weschnitz rückstauen. Sie sind daher sogenannte Rückstaudeiche und werden rückstaubedingt vom Rhein-Hochwasser beaufschlagt. Im Mündungsbereich der Weschnitz sind deren Deiche Bestandteil des gesamten Rheinwinterdeiches. Im Rahmen der aktuellen Sanierung werden die Weschnitzdeiche verbreitert und bis zu einem halben Meter erhöht. Die wasser- und landseitigen Deichböschungen werden abgeflacht. Zusätzlich wird ein Deichverteidigungsweg in Asphaltbauweise auf einer landseitigen Berme angelegt. Dieser gewährleistet im Hochwasserfall die Erreichbarkeit des Deiches und ermöglicht die Durchführung einer sicheren Deichverteidigung. Auf der Deichkrone wird ein befestigter Schotterweg angelegt, der künftig auch als Fuß- und Radweg genutzt werden kann.
    Zur Minimierung der Eingriffe in die Natur werden die Dichtwände in den neuen Deich integriert, die bereichsweise ein geringeres Maß der Deichverbreiterung erlauben und die als Wurzelsperre fungieren. Durch Gestaltungsmaßnahmen an der Weschnitz mit dem Einbringen von Störsteinen und Totholz sowie der Umgestaltung von Inseln in der Weschnitz erfolgt eine Aufwertung der gewässerökologischen Verhältnisse an dem erheblich veränderten Wasserkörper der unteren Weschnitz. In diesem Zusammenhang wurde auch der Auwald neu gestaltet. Benjamin Kloos





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