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So., 26. Juni 2016, 14:01 Uhr
Gurkenkönigin Michelle I. übernimmt das Zepter – Tränen des Glücks bei Sina I.
64. Gurkenfest – Erlebnis auf der Festmeile mit fröhlichem Trubel
Die 64. Bibliser Gurkenkönigin Michelle I. übernahm am Samstag für ein Jahr die Regentschaft, an ihrer Seite Gurkenprinzessin Nadine. Krönungsmeister war Bertrand Ringot, Bürgermeister von Gravelines. Abschied nahmen die 63. Gurkenkönigin Sina I. und Gurkenprinzessin Stefanie. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Ein milder Sommerabend und dunkle Wolken, die vorüberziehen – so machte der Besuch des Gurkenfestes am Samstag besonders Spaß. Zwischen Rathaus und Kirche entfalteten sich unglaublich appetitliche Düfte, kein Wunder also, dass überall entlang der Festmeile bei den gastgebenden Vereinen und der Gastronomie die Sitzplätze rar wurden. Ein frisch gezapftes Bier und leckere Cocktails schmeckten auch im Stehen, fröhliche Runden machten es sich an Stehtischen gemütlich. König Fußball hatte sich zurückgezogen und machte an schattigem Plätzchen vor allem als Bibliser Gurke eine gute Figur. Tempo und Nervenkitzel sind bei den Fahrgeschäften angesagt – an der Kirche fährt man rasant gen Himmel, beim Autoskooter ein paar Schritte weiter sind scharfe Kurvenfahrten und immer wieder mal ein Rumms angesagt. Zulauf hatten auch zu abendlicher Stunde auch noch die beiden Kinderkarussells. Auf der Festmeile drängten sich schon früh Unternehmungslustige aus nah und fern, die an einem außergewöhnlichen, aber immerhin jedes Jahr wiederkehrendem Ereignis teilnehmen konnten – die Krönung der neuen Gurkenkönigin. Die Sitzplätze vor der Bühne waren den Ehrengästen vorbehalten. Fünfzig gekrönte Häupter waren angereist, Majestäten wie die Lampertheimer Spargelkönigin Stefanie I. und die Bürstädter Sonnenbotschafterin Theresa I. aus der Nachbarschaft sowie Hoheiten aus dem Kreis Bergstraße und weiter entfernten Gegenden wie die Kaiserstühler Kirschenkönigin und die Quellenkönigin aus Bad Vilbel. In der ersten Reihe vor der Bühne hatten der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka und sein Lampertheimer Kollege Gottfried Störmer neben Landrat Christian Engelhardt und Bürgermeister Bertrand Ringot aus Gravelines Platz genommen, dem als Krönungsmeister eine Hauptrolle in der Zeremonie zugedacht war. Eine große Delegation aus der französischen Partnerstadt Gravelines war mit Bürgermeister Bertrand Ringot angereist. Schon der Musikzug der „Harmonie Batterie Municipale Gravelines“ zählt etwa sechzig Musiker. Gefeiert wurde an diesem Wochenende das Jubiläum der 30-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Gravelines und Biblis mit einer Akademischen Feier am Sonntagvormittag im Bürgerzentrum. Zum ersten Mal war auch eine Delegation aus Dartford, der britischen Partnerstadt von Gravelines, in Biblis zu Besuch. Aus der polnischen Partnerstadt Katy Wroclawskie war eine Delegation mit Bürgermeister Antoni Kopec gekommen. Die Freunde aus der bayerischen Partnergemeinde Nittenau waren mit dem 3. Bürgermeister Jürgen Kuprat angereist. Sie alle nahmen an der Verabschiedung von Gurkenkönigin Sina I. und der Krönung der 64. Gurkenkönigin Michelle I. teil. Viele Zuschauer verfolgten das Geschehen in großer Runde im nicht überdachten Bereich. Aus Richtung Rathaus bogen die Hoheiten auf die Festmeile ein, angeführt wurde der Zug vom Musikzug aus Gravelines, der wegen der frühen Zeit noch eine Runde über die Festmeile machte. Krönungsmeister Bertrand Ringot wünschte sich noch sein Lieblingslied aus der mediterranen Klangwelt, bevor Bruno Neumann, Vorsitzender des Wirtschafts- und Verkehrsvereins Biblis (WVB) die Gäste und Besucher zur Krönungsfeierlichkeit begrüßte. Bürgermeister Kusicka animierte die Gurkenfestbesucher in seinem Grußwort zur Genuss der kulinarischen Vielfalt und dankte den Vereinen und vielen Helfern, ohne die das Gurkenfest nicht möglich sei. WVB-Vorsitzender Neumann hob die gute Zusammenarbeit aller Teilnehmer hervor, getragen vom Gemeinschaftsgedanken, der sich auch zukünftig erhalten möge. Das Gurkenfest sei „ein Fest für alle“. In ihrer Abschiedsrede als 63. Gurkenkönigin ließ Sina I. ein spannendes Jahr Revue passieren, das sie gemeinsam mit ihrer Freundin und Gurkenprinzessin Stefanie erlebt hat. Eine gemeinsame Zeit, die beide noch näher zusammengebracht hat und mit unvergesslichen Erlebnissen verbunden ist, wie beide mit Tränen des Glücks berichteten. Der Krönungsmeister mit Schärpe in den Nationalfarben Frankreichs legte der 64. Gurkenkönigin Michelle I. die Schärpe um und setzte ihr mit zarter Hand die Krone ins Haar. In seiner Krönungsrede in deutscher Sprache erzählte er dem Publikum, dass er Biblis schon dreißig Jahre verbunden ist, seit er als Praktikant im Kraftwerk tätig war. Die neue Gurkenkönigin krönte nach alter Tradition ihre Gurkenprinzessin. Mit der Zepterübergabe ihrer Amtsvorgängerin ist sie nun die Regentin und Botschafterin von Biblis auch über die hessischen Grenzen hinaus. Hannelore Nowacki
Die Autogrammkarten der neuen Bibliser Gurkenhoheiten waren sehr gefragt. Foto: Hannelore Nowacki