Auch THW-Helfer vom Ortsverband Lampertheim waren in den Bayerischen Alpen im Einsatz
8.481 Einsatzkräfte verschiedenster Organisationen packten mit an
Nasse und schwere Schneemassen auf den Dächern machte die Lage in Teilen Bayerns gefährlich. Mehrere Baufachberater-Teams, die das Technische Hilfswerk aus ganz Süddeutschland zusammen gezogen hatte, wurden in die betroffenen bayerischen Landkreise beordert. So auch Dr.- Ing. Carsten Toppel und Karl-Robert Röhrig. Foto: THW-OV Lampertheim
LAMPERTHEIM - Während des elf Tage dauernden und inzwischen aufgehobenen Katastrophenfalls waren 8.481 Einsatzkräfte im Einsatz - so lautet die Bilanz des Landrates vom oberbayerischen Landkreis Miesbach. Helfer vom Technischen Hilfswerk, Bundeswehr, Bereitschaftspolizei, Feuerwehr und anderen Organisationen aus Bayern kämpften gemeinsam gegen die Schneemassen, räumten unermüdlich Dächer, Straßen und Schienen frei. Vor allem nasse und schwere Schneemassen auf den Dächern machte die Lage gefährlich. Mehrere Baufachberater-Teams, die das Technische Hilfswerk aus ganz Süddeutschland zusammen gezogen hatte, wurden in die betroffenen bayerischen Landkreise beordert. Von der THW-Leitung in Bonn wurden am Samstag, 12. Januar, in der Nacht zum Sonntag beim THW-Landesverband Hessen/Rheinland-Pfalz und Saarland in Mainz drei Teams angefordert. Über die Rufbereitschaften der jeweiligen zuständigen THW Regionalstellen, wurden vor Mitternacht die Teams beauftragt nach Bayern in die Kreisstadt Miesbach zu fahren. Die Teams aus Frankenthal, Dillenburg und Lampertheim sollen am Sonntag in der Mittagszeit beim THW-Ortsverband in Miesbach eintreffen und ihre Arbeit aufnehmen. Nur eine Stunde nach Erhalt des Einsatzauftrages konnte der THW-Ortsbeauftragte von Lampertheim Norbert Koenig an die Rufbereitschaft in Darmstadt melden, dass Dr.- Ing. Carsten Toppel und Karl-Robert Röhrig nach Miesbach fahren werden. Aufgabe von Dr. Carsten Toppel war es, die Schnee-Last auf den Gebäudedächern zu ermitteln und bei Bedarf geeignete Maßnahmen abzuleiten. Somit wurden für einige Gebäude Messverfahren oder Unterstützungen eingeführt. Andere Gebäude mußten dagenen gesperrt und geräumt oder von der Schneelast befreit werden. Dies sorgte zu personalintensiven Einsätzen. Karl-Robert Röhrig hatte als Kraftfahrer und Protokollführer agiert und den Kontakt zu den örtlichen Einsatzkräften sichergestellt.
Einen schnellen Aufschluss über die Schneelast und über eine mögliche Gefahr für das Gebäude gibt dem THW-Baufachberater das Schneelast-Messsystem.
Das Messsystem besteht aus genormten Ausstechrohren unterschiedlicher Länge, einer Digitalwaage, sowie einigen Kleinmaterialien. Herzstück ist eine Computer-Software. Mit Hilfe der Messdaten und zusätzlichen Angaben über den Schnee und das Gebäude errechnet der Computer, wie hoch das Dach prozentual belastet ist. Aufgrund des Computerergebnisses entscheidet der Baufachberater, ob eine Räumung des Daches und eine Sperrung des Gebäudes erforderlich ist. Insgesamt wurden vom Lampertheimer Team 20 Messungen an öffentlichen Gebäuden vorgenommen und ausgewertet. Die Einsatzstellen waren in den um den Tegernsee liegenden Gemeinden Rottach-Egern, Bad Wiessee und Kreuth, sowie die in der Nähe des Schliersees liegenden Gemeinden Hausheim (Kreiskrankenhaus Agatharied) und Fischbachau mit deren Ortsteilen. zg