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Mo., 30. November 2015, 13:47 Uhr
Kulturpreis der Gemeinde Biblis für Reiner Wilhelm und Jean-Claude Rat
9. Bibliser Weihnachtsmarkt – gut besucht, stimmungsvoll und vielfältig
Die Verleihung des Kulturpreises der Gemeinde Biblis, der mit 250 Euro dotiert ist, war als Überraschung für die beiden geehrten Organisatoren und Initiatoren des Weihnachtsmarktes gedacht. Bürgermeister Felix Kusicka überreichte Reiner Wilhelm und Jean-Claude Rat (vorne rechts) Urkunde und Scheck bei der Eröffnung des 9. Weihnachtsmarktes am Samstagnachmittag im Beisein von Rita Schramm, Vorsitzende der Gemeindevertreter, Johanna Iovine, Vorsitzende des Jugend-, Senioren-, Kultur- und Sportausschusses, Landrat Christian Engelhardt und Gurkenkönigin Sina I. Foto: Hannelore Nowacki
BIBLIS – Rund um den riesigen Weihnachtsbaum vor dem Rathaus und rund ums Rathaus wie auch im Rathaus selbst war am Wochenende einiges geboten. Hoch oben über der Menschenmenge auf dem Rathausbalkon signalisierten die Jagdhornbläser des Reit- und Fahrvereins Biblis am Samstagnachmittag bei strahlend blauem Himmel den Beginn des Bibliser Weihnachtsmarktes und Bibliser Kindergartenkinder stimmten die große Zuschauerrunde mit ihren Liedern auf die besinnliche Adventszeit ein. Bürgermeister Felix Kusicka, an seiner Seite Gurkenkönigin Sina I., begrüßte in der Runde prominente Gäste wie Landrat Christian Engelhardt und den Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Dr. Michael Meister MdB. Der Bibliser Weihnachtsmarkt sei nicht nur regional bekannt, betonte der Bürgermeister, auch von weiter her kommen die Besucher wie aus dem schwäbischen Tübingen. 53 Aussteller machten diesen 9. Weihnachtsmarkt wieder zu einem besonderen Erlebnis. Daran haben die beiden Organisatoren und Initiatoren Reiner Wilhelm und Jean-Claude Rat erheblichen Anteil, denn seit neun Jahren sorgen sie dafür, dass Biblis wieder alljährlich einen anziehenden Weihnachtsmarkt bekommt. Bürgermeister Kusicka wünschte sich, dass die beiden noch lange weitermachen, was sie erklärterweise auch vorhaben. Für die beiden Organisatoren völlig überraschend, hatte Bürgermeister Kusicka eine ganz besondere Auszeichnung mitgebracht – den Kulturpreis der Gemeinde Biblis „für das besonders anerkennenswerte Engagement um die Erhaltung, Pflege und Förderung des Bibliser Weihnachtsmarktes in der Gemeinde Biblis“, der neben der Urkunde einen Preis in Höhe von 250 Euro beinhaltet. „Ich bin sprachlos“, fasste Reiner Wilhelm seine Gefühlslage zusammen und dankte der Gemeinde Biblis für die Unterstützung. Im Gespräch mit dem TIP erzählte Kulturpreisträger Wilhelm, wie es zu der Weihnachtsmarktidee in eigener, ehrenamtlicher Regie gekommen war. Beim Adventsbasar der Vogelfreunde Bürstadt habe er damals Jean-Claude Rat getroffen, der den ersten Anstoß zum Bibliser Weihnachtsmarkt gab. Eine Nachfrage bei der Gemeinde Biblis habe dann ergeben, dass der Weihnachtsmarkt platzmäßig möglich sei. Nicht nur das, auch die schönen Holzbuden baute die Gemeinde Biblis und übernahm die Stromversorgung. Schon beim ersten Weihnachtsmarkt 2007 nahmen über zwanzig Aussteller teil. Über die Jahre nahm die Zahl zu, wohl auch dank der moderaten Standpreise, und mittlerweile haben die Organisatoren lange Bewerberlisten. „Ich bin schon stolz darauf, dass so etwas anerkannt wird“, sagte Reiner Wilhelm mit Blick auf den Kulturpreis.
Der Weihnachtsbaum wurde durch Bastelarbeiten von Kindern zum Schmuckstück auf dem Weihnachtsmarkt. Eine Tradition, die jedes Jahr begeisterte Eltern und bastelfreudige Kinder zum Mitmachen anregt. Foto: Hannelore Nowacki
Der Traditions-Nikolaus Wolfgang Georgi hatte diesmal an zwei Abenden 320 Geschenktüten zu verteilen, Gaben für die Kinder, die von den Organisatoren finanziert werden. Drei Säulen nannte Wilhelm, die den Weihnachtsmarkt so erfolgreich machen – die Organisation, die Aussteller und die Besucher. Harmonie präge den Weihnachtsmarkt und auch das Verhältnis der Aussteller untereinander, was Wilhelm besonders freut. Die Aussteller bewiesen auf ihrem jeweiligen Tätigkeitsgebiet auch diesmal wieder unerschöpfliche Kreativität und Kunstfertigkeit. Für Essen und Trinken hatten vorwiegend Vereine mit einem abwechslungsreichen Angebot gesorgt. Damit auch die Vogelwelt nicht mit leerem Magen in den Winter starten muss, gab es am KAB-Stand die herrlichsten Vogelfutterkuchen. Die angebotenen KAB-Kerzen waren samt und sonders aus Wachsresten gegossen. An anderer Stelle leuchtete die Glaskunst mit der Sonne um die Wette und feine Näharbeiten für viele alltägliche Einsatzgebiete überzeugten mit Schönheit und Praxistauglichkeit. Nadine Brutscher weiß aus Erfahrung, dass ein Kältepack mit freundlicher Eule viel besser wirkt. Familie Löhr hat eine Schnapsidee verwirklicht, wie Ralf Löhr an seinem Stand mit dem „Blauen Affen“ augenzwinkernd erläuterte. Der gehaltvolle rote Blaubeerlikör entfaltet seine wunderbare Wirkung umgehend, kleine Kostenproben vor Ort bewiesen es. Beim Gesangverein Frohsinn lockten Glühwein und Speisen, was, wie Staatssekretär Dr. Meister, auch die mittelalterlich gewandeten Besucher von Heimdalls Erben zu schätzen wussten. Kinder und Erwachsene verließen den massenhaft umlagerten Stand der Bürgerstiftung im Rathaus häufig voll bepackt und mit strahlenden Augen. Die Tombola mit 3.500 Losen animierte mit vielen wertvollen Gewinnen zum Loskauf, aber auch Trostpreise gab es. Das Besondere: Für nur einen Euro Einsatz war jedes Los ein Gewinn. Wer in fünf Lose oder mehr investiert hatte, nahm mit einer Karte an der Verlosung der zehn Hauptpreise teil, darunter eine Reise an den Gardasee. Geschäftsinhaber und private Spender hatten Preise im Wert von etwa 10.000 Euro für die Tombola gesponsert, teilte Dr. Günter Gaus mit. Der Erlös der Tombola soll in die Ausbildung von Life-Kinetik-Coaches fließen, das größte Projekt der Bürgerstiftung. Hannelore Nowacki