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  • Fr., 19. Juni 2020, 19:24 Uhr
    NIBELUNGENSCHULE HOFHEIM: Verabschiedung der Neuntklässler in abgespeckter Version statt

    Abschlusszeugnisse und bunte Luftballons 

    Zum Abschluss ihrer Schullaufbahn ließen die Neuntklässler der Nibelungenschule Luftballons in den Himmel steigen. Foto: Petra Gahabka


    HOFHEIM – Elf Hauptschüler erhielten am Mittwoch ihre Abschlusszeugnisse. Der Abschied von der Nibelungenschule durfte gefeiert werden – musste wegen Corona aber im Rahmen bleiben. Statt Theaterstück, Trommelgruppe, Büfett und schicker Kleidung am Abend war vormittags in der Schulturnhalle bei Laugenbrezeln und Apfelsaftschorle Abstand halten angesagt. 

    Eine kleine Feier also, ohne Eltern, „aber schöner als die Zeugnisse nur im Sekretariat abholen zu können“, merkte Klassenlehrer Kai Grünewald zu Beginn seiner Rede schmunzelnd an. Ihm habe es Spaß gemacht, die zwei Mädels und neun Jungs in den vergangenen zwei Jahren zu unterrichten, es sei eine harmonische Gruppe gewesen, die sozial gut miteinander auskam. Eine Aussage, die das anwesende Kollegium nur bestätigen konnte. In einer Reflexion hätte die Klasse es als Vorzug angesehen, dass die Schule eine überschaubare Größe habe und so ein intensives Lernen und leichteres Arbeiten ermögliche. Grünewald erinnerte an die Abschlussfahrt an den Gardasee, die zum Glück schon im letzten Jahr stattgefunden hatte, und daran, dass die Neuntklässler die ersten waren, die ab dem 27. April wieder die Nibelungenschule besuchten. „Ihr wart ganz alleine hier, das ist schon etwas Besonderes.“ Homeschooling, Mund-Nasen-Schutz und die um zwei Wochen verschobene Abschlussprüfung werden den Abgängern sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. 

    Auch wenn wegen des Lockdowns plötzlich vieles anders war, so habe diese Zeit auch Vorteile gehabt, merkte Schulleiterin Cornelia Kerkhecker an. „Ihr habt alleine daheim gesessen und wart gezwungen selbstständig zu lernen, selbstständiger zu werden. Die Schüler hätten „trotz der Umstände eine richtig gute Prüfung hingelegt“, war sie voll des Lobes für die Klasse, die zur ihrer Freude auch zwei Jahre lang den Schulsprecher gestellt hatte. Das Büffeln für die schriftlichen Prüfungen in Mathematik, Deutsch und Englisch Mitte Mai - die Projektprüfung hatte bereits im ersten Schulhalbjahr stattgefunden – hatte sich auf jeden Fall gelohnt. „Ihr habt alle Euren Abschluss geschafft und das mit guten Ergebnissen“, ließ Grünewald wissen bevor er die Zeugnisse überreichte. Besonders hervorzuheben ist Raffael Schäfer, der den qualifizierten Hauptschulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 1,7 bestanden hat. Er und zwei weitere Abgänger haben schon einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, die anderen besuchen nach den Sommerferien das Berufliche Schulzentrum des Kreises Bergstraße in Lampertheim beziehungsweise Bensheim. 

    Für den weiteren Lebensweg wünschten Kerkhecker und Grünewald den Jugendlichen „viel Erfolg, Glück und alles Gute“. Am Ende der abgespeckten Entlassungsfeier gab es für jeden noch einen Luftballon, an dem eine Karte mit dem Aufdruck „Abgänger 2020“ befestigt war, auf der es die Adresse einzutragen galt. Auf dem Fritz-Wetzel-Platz schwebten die heliumgefüllten Ballons dann in den blauen Himmel. Die spannende Frage ist nun: Wird es Rückmeldungen geben? Und wenn ja, von wo? Petra Gahabka

     

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