
LAMPERTHEIM – Richtig groß feiern, bevor die Domkirche wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten für zwei Jahre ihre Tore für die Öffentlichkeit schließt – für dieses Vorhaben hat Kantorin Heike Ittmann aus Anlass des 70-jährigen Jubiläums der Domkirche in der Lampertheimer Musikszene über 25 Chöre, Ensembles und Orchester mit insgesamt 500 Mitwirkenden gewinnen können. Dirk Eichenauer von cultur communal der Stadt Lampertheim und die Musikschule unter Leitung von Joachim Sum unterstützen das außergewöhnliche Konzert. Schirmherr ist Bürgermeister Alexander Scholl, der seine Qualitäten auch als Sänger zeigen wird, im Hofheimer Katholischen Kirchenchor und Gesangverein Cäcilia und als Solist, der vom ehemaligen Bürgermeister Gottfried Störmer an den Tasten begleitet wird. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg im Mai 1944 wurde die Kirche wiederaufgebaut und im Oktober 1956 die Wiedereinweihung gefeiert.
„Ein super buntes Programm“
Am 25. September von 18 Uhr bis 2 Uhr nachts wird die Domkirche unter dem Motto „open the door“ zum klingenden Dom mit Musik vieler Stilrichtungen. Jeder ist willkommen – der Eintritt ist frei. Wer will füttert die aufgestellten Spendenboxen. Ein Musikfestival im Acht-Stunden-Format mit 500 Mitwirkenden muss gut durchgetaktet sein, um den Zeitplan einzuhalten. Mit dem Chor der Schillerschule und den Kinderchören Crescendo beginnt der Abend und für alle Nachteulen geht es weiter bis zum „cross over“. Beim gemeinsamen Pressetermin mit Schirmherr und Bürgermeister Alexander Scholl, Dirk Eichenauer und Joachim Sum erinnert sich Heike Ittmann noch genau wie es beim ersten Acht-Stunden-Festival 2018 zum 150. Domjubiläum war - bis zum Schluss zeigte sich ein hundertköpfiges Publikum begeistert. Zwischendrin seien Sitz- und Stehplätze voll gewesen. Die Reihenfolge der Auftritte und der Zeitplan mit fünfzehn Minuten für jeden Auftritt sind festgezurrt, mit zügigem Wechsel zwischen einem Auftritt auf der Empore und im Kirchenraum. „Dass wir so etwas auf die Beine stellen können, finde ich richtig toll“, freut sich Ittmann. Und Bürgermeister Scholl ist überzeugt, dass es ein tolles Erlebnis für die Besucher wird. Kulturamtsleiter Dirk Eichenauer wies darauf hin, dass die Kulturpartnerschaft mit der Lukasgemeinde schon lange bestehe. „So ein Wahnsinnsprojekt unterstützen wir in jedem Fall“. Wichtig sei dabei die Gemeinschaft. Damit die Zuschauer alles sehen können, wird das Geschehen auf eine Leinwand projiziert. So schwer es auch fallen mag, Applaus ist nur am Ende einer Darbietung erwünscht, sonst wäre der Zeitrahmen nicht einzuhalten, auch Zugaben seien aus Zeitgründen nicht möglich. Wenn zwischendurch der Hunger kommt, gibt es draußen auf dem Vorplatz beim Förderverein Domkirche etwas zu essen - heiße Würstchen und Käsestangen sowie Wein, Bier und nicht alkoholische Erfrischungen. Der Ruhe wegen beim Musikgenuss: Essen und Trinken nur draußen, darum bittet die Organisatorin, auch sollte man nur bei Applaus den Sitzplatz verlassen. Das Tor zur Domkirche bleibt während der Musikdarbietungen geschlossen. Das strenge Regiment diene allein dem Musikgenuss und der Zeiteinteilung, betont Ittmann. Nachtaktiv sind auch die vielen ehrenamtlichen Helfer. Wichtig zu wissen: WCs sind in der Domkirche, in der Notkirche und im Alten Rathaus geöffnet. Im Programmheft finden die Besucher ausführliche Informationen zu den mitwirkenden Gruppen und die jeweiligen Stücke.
Hannelore Nowacki