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  • Sa., 30. November 2013, 12:30 Uhr
    In einer hochklassigen Partie setzen sich die Pinguine mit Glück und Cleverness gegen Mannheim durch

    Adler verlieren Eishockey-Thriller mit 2:4

    Es war wie verhext! So sehr sich die Adler (blaue Trikots) auch bemühten, der Puck wollte nur zweimal ins Pinguine-Gehäuse gehen. Foto: Gernot Kirch


    VON GERNOT KIRCH Im Spitzenspiel der DEL trafen am Freitagabend die zweitplatzierten Mannheimer Adler auf den Dritten, die Krefeld Pinguine. In der hochklassigen, schnellen und rasanten Partie siegten die Pinguine etwas glücklich, aber aufgrund ihrer cleveren, kaltschnäuzigen Spielweise auch verdient mit 4:2 (3:1/1:0/1:0) Toren. Überragend dabei die Krefelder Angriffsformation mit Kevin Clark, Daniel Pietta und Adam Courchaine, die alle vier Tore für die Pinguine schoss. Wie schon gegen Straubing war es den Adler auch gegen die Rheinländer nicht gelungen die Top-Angriffsreihe des Gegners auszuschalten, sodass diese Mannheim im Alleingang „erschießen” konnte. In der Tabelle tauschten nach dem Spieltag Mannheim und Krefeld die Plätze. Die Adler rutschten auf Rang drei, die Pinguine sind jetzt Zweiter.

    Lässt man das gesamte Match noch einmal Revue passieren, muss man sagen,  dass die Adler das Match bereits im ersten Drittel verloren haben, als die Krefelder aus einem 0:1 Rückstand eine 3:1 Führung machten. Mannheim drehte zwar in den letzten beiden Abschnitten mächtig auf und schnürte die Pinguine zeitweise in deren Drittel ein, doch machten sie zu wenig daraus. So konnte Mannheim im zweiten Drittel lediglich auf 2:3 verkürzen. Man kann den Adlern in den letzten beiden Abschnitten keine Versäumnisse oder Fehler vorwerfen, einzig eben, dass sie aus ihren Möglichkeiten keine Tore machten. Und „hätte, wäre und könnte“ zählt im Eishockey nun mal nicht, sondern einzig Treffer entscheiden über Sieg oder Niederlage. Erwähnt werden sollte aber auch, dass es nun einmal Matches gibt, bei denen das Pech einfach am Schläger klebt und der Puck nicht ins Tor gehen will. Und solch einen Tag hatten die Adler gegen Krefeld erwischt. Denn so paradox es sich nach einer Niederlage anhören mag, aber die Adler haben – zumindest in den letzten 40 Minuten – tolles Eishockey gespielt. In den ersten 20 Minuten machte Mannheim allerdings den Fehler, der ihnen häufig gegen die technisch und läuferisch sehr guten Krefelder unterläuft, sie ließen den Rheinländern zu viel Raum und wollten die Partie mit „spielerischen Mitteln“ gewinnen, anstatt hart auf den Körper zu gehen, wie es die Pinguine nicht mögen.

    Erstmals  wirkten am Freitag bei den Adlern die genesen Langzeitverletzten Christopher Fischer und Kai Hospelt mit. Für sie saßen Abwehrspieler Florian Kettemer und die beiden Stürmer Matthias Plachta und Martin Buchweiser auf der Tribüne und kamen nicht zum Einsatz.

    Chronologie:

    1.Drittel: Die Adler mit druckvollem Beginn. In der ersten Minute bereist die große Chance für Jochen Hecht, doch traf er leider nur den Pfosten. Eine Minute später schoss Marcus Kink aus aussichtsreicher Position, doch hielt Krefelds Torsteher Lukas Lang. Nach einer Hinausstellung für Pinguin-Stürmer Boris Blank nutzte Mannheim die Überzahl und Frank Mauer markierte in der dritten Minute das 1:0 für die Adler. Im Anschluss die Adler weiterhin eindeutig dominierend. Wie aus dem Nichts daher in der 5. Minute der 1:1 Ausgleich durch Daniel Pietta. Das Spiel der Adler erhielt dadurch einen Knick und der Faden war gerissen. Krefeld nutzte dies und eroberte sich mehr und mehr Spielanteile. Durch einen schnellen Konter mit einer „Zwei-auf-Eins-Situation“ gelang Krefeld in der 11. Minute durch Kevin Clark gar die 2:1 Führung. Den Mannheimern wollte jetzt nur noch wenig gelingen. Gefährlicher in dieser Phase die Pinguine. Die 3:1 Führung für die Rheinländer durch Kevin Clark in der 17. Minute war daher nicht überraschend. Das Drittel lässt sich so zusammenfassen: Bis zu fünften Minute spielten nur die Adler, ab dann waren es die Pinguine, die die Akzente setzten. Mit der Krefelder 3:1 Führung ging es in die Kabinen.

    2.Drittel:

    Die Adler kamen bis auf die Haarspitzen motiviert aus der Kabine und legten los wie die Feuerwehr.  Man spürte, sie wollten den Anschlusstreffer. Krefeld wurde nun mehr und mehr in die Defensive gedrängt. Es war nur noch Mannheim das agierte. Krefeld fand kaum noch statt. Die Badener erarbeiten sich Großchance auf Großchance. Der Druck der Blau-Weiß-Roten nun fast übermächtig. Aber es sollte bis zur 30. Minute dauern, ehe die Mühen belohnt wurden. Dann aber traf Ken Magowan zum 2:3 Anschlusstreffer für Mannheim. In der Folge blieben die Adler die dominierende Mannschaft und gaben eindeutig den Ton an. Allerdings konnten sich die Pinguine etwas Luft verschaffen und waren auch durch pfeilschnelle Konter stets gefährlich waren. Mit der für die Rheinländer schmeichelhaften 3:2 Führung ging es schließlich in die Kabinen.

    3. Drittel:

    Im letzten Abschnitt war Mannheim weiterhin überlegen, wenn auch zunächst nicht mehr so eindeutig wie im zweiten Drittel. Mirko Höfflin hatte in der 47. Minute den Ausgleich auf dem Schläger, als er frei vor Krefelds Torsteher Lukas Lang zum Schuss kam. Aber der Puck wollte nicht über die Linie gehen. Und diesem Stil ging es weiter, Mannheim mit Wahnsinnschancen. Aber entweder ging die Hartgummischeibe vorbei oder Krefelds Goalie Lukas Lang hielt mit Klasseparaden. Und so langsam lief Mannheim die Zeit davon. Aber tapfer und kampfbereit legten die Jungs von Coach Harold Kreis noch eine Schippe drauf. Vier Minuten vor Spielende lief dann Adler-Stürmer Yanick Lehoux frei auf Lukas Lang zu, doch wehrte der Torwart zweimal ab. Anderthalb Minuten vor Spielende war es dann Daniel Pietta, der zum 4.2 für Krefeld traf. Dies war auch der Endstand. Auch die Herausnahme von Torsteher Dennis Endras brachte nichts mehr.

    Ausblick: Am Sonntag müssen die Adler bei der erfolgreichen „Mannschaft der Stunde”, den Hamburg Freezers antreten. Dies wird ein ganz, ganz schwere Gang. Nächsten Freitag steht dann die Fahrt zu Red Bull München an.

    Mannheim : Krefeld 2:4 (1:3/1:0/0:1)

    Tore:  1:0 (02:24)  Mauer (Lehoux/Wagner – PP1; 1:1 (04:51) Pietta (Sonnenburg/Courchaine) – EQ; 1:2 (10:11) Clark (Akdag/Pietta) – EQ; 1:3 (16:34) Clark (Courchaine/Pietta) – EQ, 2:3 (29:41) Magowan (Lehoux/Mauer) – EQ; 2:4 (58:4) Pietta (Courchaine/Clark) – WQ,

    Zuschauer: 10.249

    Torschüsse: Mannheim 35 (9/16/10) – Krefeld 29 (11/8/10)

    Strafen: Mannheim – Krefeld

    Schiedsrichter: Bauer / Rohatsch

    Aufstellungen:

    Mannheim: Endras (Brückmann) – Sifers, Wagner, Reul, Vernace, Goc, Bittner, Fischer  – Rheault, Ullmann, Hecht, Mauer, Magowan, Lehoux, Hospelt, Kink, Gamache, Höfflin, El-Sayed, Arendt

    Krefeld: Lang (Duba) – Sonnenburg, Meyers, Robar, Akdag, St. Pierre, Mebus, Hanusch – Verwey, Methot, Schymanski, Clark, Pietta, Courchaine, Sofron, Driendl, Blank, Kretschmann, Klöpper
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