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  • Mi., 16. Dezember 2020, 15:09 Uhr
    CORONA: Kreisspitze informierte über Neuigkeiten und Entwicklungen im Kreis Bergstraße

    Änderung bei Besuchen in Pflegeeinrichtungen im Fokus

    Nach wie vor wichtig zum Schutz vor Corona: Die Warn-App. Foto: oh


    KREIS BERGSTRASSE – Neue „Corona-Verordnungen“, ein dynamisches Infektionsgeschehen, der bevorstehende Start der Impfaktion – auch in dieser Woche informierten Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug im Rahmen einer Videopressekonferenz über Neuigkeiten und Entwicklungen rund um das Thema Coronavirus-Pandemie.

    Landrat Christian Engelhardt eröffnete mit einem „Thema, das uns sehr bewegt: Die Entwicklung der Todesfälle in Deutschland, aber auch bei uns im Kreis. Es tritt ein, was viele prognostiziert haben: Steigende Infektionszahlen führen versetzt zu steigenden Zahlen bezüglich der Patienten in Krankenhäusern, die in Verbindung mit einer Coronainfektion behandelt werden und dies wiederum versetzt zu vielen Todesfällen. Am Mittwoch gab es mit fast 1.000 Todesfällen in Deutschland einen traurigen Rekord, eine ähnliche Entwicklung haben wir leider auch im Kreis.” So gab es in der ersten Welle im Kreis drei Tote, dies war deutlich unter dem Durchschnitt. „In der zweiten Welle sind die Zahlen bei uns vergleichbar mit dem Schnitt. Im Oktober hatten wir sieben Tote, im November 27 und im Dezember jetzt leider schon 28 Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen. Diese Situation wird sich nicht von heute auf morgen ändern. Wenn der harte Lockdown wirkt, wird sich dies erst Mitte Januar auswirken”, erläuterte Landrat Engelhardt, der betonte, dass es „wichtig ist, dass sich alle klarmachen, dass es nicht in wenigen Tagen deutliche Veränderungen geben wird, nur weil wir einen Lockdown haben.”

    Die hohen Infiziertenzahlen wirken sich zudem sehr fordernd auf den Rettungsdienst aus. „Es wird schwieriger, freie Kapazitäten für Notfälle, nicht nur für Covid-Patienten, zu finden. Daher gilt auch der dringende Appell, auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten. Es geht dabei vor allem darum, zu vermeiden, dass sich Menschen verletzen und in Krankenhäuser müssen. Wichtig ist, das sehr belastete Gesundheitssystem zu entlasten”, so Landrat Engelhardt weiter.

    Mit Blick auf die neue Landesverordnung, welche die Kreisverfügungen ablöst, ergänzte Landrat Engelhardt bezüglich der Pflegeeinrichtungen: „Diese müssen Schutzkonzepte haben, die jetzt überarbeitet und bei der zuständigen Aufsicht, dem Versorgungsamt, eingereicht werden. Es gibt eine Änderung der Besuchsregelungen, die für viele in der Weihnachtszeit sicher schwierig ist.” So dürfen  nun maximal zwei Besuche pro Woche von zwei Personen pro Bewohner stattfinden, bei behinderten Personen ist ein Besuch von zwei Personen täglich möglich. „Alle Besucher müssen während des gesamten Besuchs FFP2-Masken tragen. Beim ersten Besuch müssen die Pflegeeinrichtungen Masken zur Verfügung stellen sowie über deren richtiges Tragen und entsprechendes Verhalten vor Ort informieren. Die Besucher müssen zudem registriert werden und sich vor dem Besuch anmelden”, erläuterte Landrat Engelhardt. Alle, die in der Einrichtung arbeiten, müssen sich darüber hinaus einmal pro Woche testen lassen, die Einrichtungen müssen dies dokumentieren. Sobald eine Person in einem Pflegeheim positiv getestet ist, gilt für die gesamte Einrichtung Besuchsverbot. Daher bittet Landrat Engelhardt: „Bitte erkundigen Sie sich vorher, ob überhaupt Besuche möglich sind, besonders bei einer weiten Anfahrt.”

    Anschließend richtete Landrat Engelhardt den Fokus auf das „Hoffnungsthema, das Impfzentrum. Denn impfen ist der Weg, wie wir aus der Pandemie herauskommen. Das Impfzentrum des Kreis Bergstraße ist mittlerweile eingerichtet, lediglich der IT-Bereich wird noch durch das Land ergänzt. Was gut läuft ist die Personalisierung. Wir haben über 600 Meldungen bekommen, riesigen Dank an die Bergsträßer Bevölkerung, dass Sie unserem Aufruf gefolgt sind. Die Meldungen werden derzeit abgearbeitet, wir sind gerade dabei, die medizinischen Teams zusammen zu stellen.” Es kann einige Tage dauern, bis sich die Kreisverwaltung meldet, dafür bittet Landrat Engelhardt um Verständnis. Gesucht werden noch Pharmazeutische Assistenten und Apothekerinnen und Apotheker. Diese können sich gerne über das Jobportal des Kreises oder per E-Mail unter personalmanagement@kreis-bergstrasse.de melden.

    Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz informierte über die aktuellen Zahlen, so lag die Inzidenz am Mittwoch bei einem Wert von 163,04 und damit leider bei einem neuen Rekord. „Die Zahlen steigen seit einer Woche wieder an, wir müssen davon ausgehen, dass dies auch weiter so sein wird”, so Diana Stolz. „In dieser Woche hatten wir viele Höchstwerte, sowohl an Neuinfizierten als auch an Todesfällen und heute mit dem höchsten Inzidenzwert. Zudem haben wir die höchste Zahl an Hospitalisierungen, also von Menschen, die im Zusammenhang mit einer Coronainfektion in einem Krankenhaus behandelt werden müssen. Hier ist das Alter leider gestiegen, es liegt bei knapp 73 Jahren im Durchschnitt. Leider sind weiterhin alle Altersgruppen betroffen, die größte Gruppe ist diejenige zwischen 80 und 89 Jahren. Positiv ist, dass wir auch bei der Meldung an Genesenen einen Höchstwert haben.“ Mehr als 30 Prozent der aktuell Infizierten sind älter als 60 Jahre alt, die Lage an den Schulen und ist Kitas stabil. Bei den Pflegeeinrichtung sind mit Stand von Mittwoch sechs Einrichtungen mit mindestens einem Infektionsfall gemeldet. „Aber zur Wahrheit gehört dazu, dass es eine Reihe von Pflegeeinrichtungen gibt, in denen es positive Schnelltests gibt, aber noch keinen PCR-Test. Hier sind es ebenfalls sechs Einrichtungen, und es steht zu erwarten, dass sich der ein oder andere Test bestätigt”, so die Gesundheitsdezernentin, die mahnte: „Durch das Impfzentrum sehen wir Licht am Ende des Tunnels, aber der Tunnelausgang ist noch sehr weit weg. Es wird noch eine harte Zeit, durch die wir jetzt alle gemeinsam durch müssen“.

    Der Kreisbeigeordnete Karsten Krug erläuterte, dass es 843 gemeldete Verfahren bezüglich Coronaverstößen bei der Bußgeldstelle gibt und mit derzeit acht Fällen in insgesamt fünf Gemeinschaftsunterkünften eine überschaubare Lage vorläge. Zum ÖPNV erläuterte er, dass aufgrund der verschärften Corona-Regelungen Fahrten ausfallen können bzw. Linien vorzeitig nach dem Ferienfahrplan fahren. Die betroffenen Linien können Sie unter www.vrn.de nachlesen. Die Ruftaxis verkehren nach Fahrplan,  allerdings teilweise nur bis 23 Uhr. Für die Ruftaxilinien gelten weiterhin folgende Maßnahmen: Maximal zwei Fahrgäste je Fahrt in Fahrzeugen mit fünf Sitzplätzen,maximal vier Fahrgäste je Fahrt in Großraum-Fahrzeugen mit acht Sitzplätzen, die Fahrgäste sind verpflichtet einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und es erfolgt keine Beförderung auf dem Beifahrerplatz. Bitte informieren Sie sich vor Fahrtantritt über die elektronische Fahrplanauskunft, wie Ihre Linie vor Ort verkehrt. Sie finden die Fahrplanauskunft online und in der myVRN-App. Hier werden alle aktuellen Fahrplanänderungen berücksichtigt. Benjamin Kloos

     
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