Ehrungen wurden im Rahmen des Konzertes vorgenommen. Von links: Vorsitzende Stefanie Reis, Andreas Zimmermann, Silke Maringer, Irmgard Weyrich, Willi Schön und Andrea Krauß. Foto: oh
GROSS-ROHRHEIM - "Voll Cool", riefen die Akkordeonisten des Handharmonika-Club Groß-Rohrheim bei ihrem Konzert in der katholischen Kirche Groß-Rohrheim. Das Orchester hatte gerade mit dem Nachwuchs des Vereins zusammengespielt und alle machten am Ende klar: Das Akkordeon ist nicht out, sondern voll cool. Und so ging es auch unterhaltsam und begeisternd, mit unterschiedlichen Musikstilen weiter, die außergewöhnliches Klangvergnügen sowie Gänsehaut mit sich brachten. Wichtig sei dem Verein, dass das Akkordeon als facettenreiches Instrument wahrgenommen wird, fernab der Quetschkommoden-Vorurteile und Volksmusikschubladen. "Ob Popsongs oder Evergreens, ob Schlager oder asiatische Melodien, ob klassische Töne, Tango oder Klänge aus den Sixties - das Akkordeon ist kein langweiliges Instrument und die Spieler des Handharmonika-Clubs werden Ihnen dies auch gleich beweisen", war von Moderator Markus Wolter zu hören. Und dies Versprechen löste das Orchester unter Dirigent Marc Fischer hervorragen ein, der seit neun Jahren den Verein musikalisch führt. Mal erwachte mit dem Intro der "Mupped Show" vor dem geistigen Auge Kermit, der Frosch, mal ein leidenschaftliches Tangopaar zu den Klängen von "Tango Appassionado" und mit "Rocking Affair" wurde die Besucher in die 1980er Jahre zurückversetzt. "Lassen Sie sich nun vom Orchester in die südasiatische Metropole Singapur entführen", sagte Moderator Wolter und ergänzte: "Tauchen Sie ein in die Welt gigantischer Wolkenkratzer, einer atemberaubender Skyline, in Glanz und Glitzer und erleben sie zugleich das alte Chinatown, dahinfliegenden Drachenbooten oder die Ruhe eines Orchideengartens". Und genau diese Stimmungen setzte das Orchester beim Konzertstück "Singapur Skyline", welches aus fünf Teilen bestand, gekonnt um. Ein asiatisches Klangerlebnis nahm die Zuhörer gefangen und überraschte zugleich, denn diese Art von Musik wird selten mit dem Akkordeon in Verbindung gebracht. Doch genau dies wollten Verein und Dirigent bewirken, zeigen, dass es sich hier nicht um eingefahrene, altmodische Akkordeonmusik handelt, sondern dass das klangliche Spektrum des Instruments breitgefächert ist. Hier passten den auch die Stücke des Gastorchesters vom Harmonika-Club Biebesheim unter der Leitung von Jürgen Zimmermann dazu. Die Biebesheimer brachten als Orchester Stücke wie "Eleanor Rigby" von den Beatles, die Titelmelodie aus dem Film "Die glorreichen Sieben" sowie "Oh, Pretty Woman" von Roy Orbison zu gehör. Später spielten beide Orchester gemeinsam noch "Music" von John Miles und sorgte hier für Gänsehautstimmung bei den Zuhörern. Diese wurden zudem zum mitmachen motivierte, etwa bei "Back to the Sixties", einem Flower-Power-Medley aus Hits der 1960er Jahre. "Das letzte Stück verrate ich Ihnen nicht, sie kennen es aber alle - singen Sie einfach mit", so Wolter und tatsächlich, dass als die ersten Töne erschallten, da setzte das Publikum schon ein und gemeinsam wurde "Marmor, Stein und Eisen bricht" beim Konzert zum Besten gegeben. Auch präsentierte sich der Nachwuchs des Vereins, mal alleine, mal in Verbindung mit dem Orchester und der Akkordeonclub konnte zudem langjährige Mitglieder ehren: 45 Jahre Andreas Zimmermann, 40 Jahre Astrid Wunderle, 35 Jahre Andrea Krauß, Silke Maringer, 15 Jahre Matthias Meinberg, Irmgard Weyrich und 10 Jahre Carmen und Naja Lehmann sowie Willi Schön. zg