CDU-Sommertour: Mit dem Fahrrad durch die Bürstädter Gemarkung
Aktuelle Entwicklungsprojekte im Blickpunkt
Wohnen an der S-Bahn wird ein zentrales Projekt der nächsten Jahre. Der Raiffeisenturm und die Hallen werden der Wohnbebauung weichen. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Am Himmel ein schönes Wolkenpanorama mit Sonnenschein, aber einfrischer Wind wehte den Teilnehmern der Fahrradtour durch die Gemarkung um die Nase. Ein wenig wurde die Tour daher abgekürzt, die vom Bibliser Pfad zum Bahnhof und zum Gebäude des früheren Kreisgesundheitsamtes in der Erbacher Straße führte, das seit Jahren der Unterbringung von Obdachlosen dient. Auf dem Tourprogramm stand noch das Waldschwimmbad und der zukünftige Bildungs- und Sportcampus mit Besuch des Pfeil- und Bogenclubs.
Zum gemütlichen Abschluss kehrte die gut gelaunte, aber etwas fröstelnde Gruppe beim TV Bürstadt ein. Zum Auftakt der diesjährigen CDU-Sommertour am Montagabend trafen sich Mandatsträger und Mitglieder hinter der Bäckerei Görtz am Bibliser Pfad, um von hier aus zunächst das geplante Baugebiet auf einer Fläche von 1,4 Hektar in Augenschein zu nehmen. In Richtung Norden bis zum Kuhstall und den Gewächshäusern und östlicher Richtung zur Riedbahn hin wird ein Baugebiet als Mischgebiet zur Ansiedlung von Wohnhäusern und Gewerbe entwickelt. Wohnen, Gewerbe und Arbeiten an einem Fleck sei hier problemlos möglich, bekräftigte Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Eberle. Sozialer Wohnungsbau sei hier nicht geplant, vieles sei noch offen. Grundstückszuschnitte soll es nach Bedarf geben, bei zweigeschossiger Bauweise. Kleingewerbe mit einem Flächenbedarf von 500 bis 1.000 Quadratmeter soll angesiedelt werden, der Bedarf sei vorhanden. Platz für eine Zufahrt von neun Metern Breite ist vorgesehen. Anhand einer Planübersicht wies Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Eberle auf das benachbarte Wohngebiet hin, das noch in die Planung einbezogen werden soll, um dort zukünftig wie im Gebiet Steinlache auch in zweiter Reihe bauen zu können. Die Innenentwicklung soll forciert werden, erklärte Eberle, da ansonsten das Regierungspräsidium Darmstadt keine weiteren Baugebiete zulassen würde.
Vielfach sei eine Bebauung der großen Gartengrundstücke hinter dem Eigenheim in zweiter Reihe gewünscht, wusste Stadtverordneter AlexanderBauer zu berichten, weshalb der Geltungsbereich für ein allgemeines Wohngebiet Richtung Süden erweitert werde. Am Bahnhof wartete bereits Bürgermeisterin Barbara Schader (CDU), um über die aktuelle Entwicklung zu sprechen. Am 20. Juli werde der letzte Bauabschnitt begonnen, das heißt die Ampelanlage wird fest installiert, die Park+Ride-Anlage rund um den Bahnhof wird vollendet. Was noch fehlt? Die alten Raiffeisenhallen und der Turm werden auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung verschwinden, erklärte Schader. Der Magistrat habe am Montag die Abbruchplanung vergeben.
Nach der Sommerpause im September wird das bauliche Konzept zur Wohnbebauung vorgelegt, das politisch entschieden werden müsse. Denkbar ist eine Halle als Denkmal zu erhalten. Mit einem Eigentümer sei die Stadt noch im Gespräch. Fördermittel werde es geben: Darunter auch Mittel aus dem EFRE-Programm (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) für die Revitalisierung von Brachflächen. Für die Umgestaltung rund um den Bahnhof greift auch das Förderprogramm Aktive Kernbereiche. Der einzigartige Turm- und Kreuzungsbahnhof wird mit den eingebauten Aufzügen einst barrierefrei sein. Schader wünscht sich, dass die Fahrstühle bald funktionsfähig sein werden. Dann werde es eine große Einweihung geben. „Ein Riesenschritt nach dem Marktplatz, bei dem viele Akteure notwendig waren“, sagte Schader dazu. Was vielen ein Anliegen war – die Fußgängerbrücke bleibt erhalten. Gelungen sei auch die Sanierung der Klinkersteine an der Treppe, für die Bürstadt einen Kostenanteil übernehmen musste.
Bei der CDU-Sommertour erläuterte Bürgermeisterin Barbara Schader (links) die weiteren Arbeiten rund um den Bahnhof ab 20. Juli. Foto: Hannelore Nowacki
Auch die ökologische Bilanz sieht Schader positiv, mehr Bäume seien neu gepflanzt als weggenommen worden. Viele alte Linden seien erhalten. „Wohnen an der S-Bahn“ werde das zentrale Projekt für die nächste Legislaturperiode sein, betonte Alexander Bauer. Beim Halt an der Unterkunft für Obdachlose in der Erbacher Straße stellte Bürgermeisterin Schader den zukünftigen Unterschied zur Görlitzer Straße heraus.
Hier sollen Familien in vier Wohneinheiten mit dem Ziel der Integration in die Gesellschaft und Aussicht auf eine Sozialwohnung einziehen, keine Randgruppen. Nach der Modernisierung dieses großen Gebäudes im städtischen Besitz müsse es eine Betreuung vor Ort geben. In den weiteren Räumlichkeiten könnten beispielsweise Beratungsangebote, Kurse und ein Seniorentanztee stattfinden. Als zukünftige Träger kommen Organisationen aus der Gemeinwesenarbeit und Obdachlosenhilfe aus Bürstadt in Frage, die sich bewerben können. Zur Modernisierung habe das Land 60.000 Euro zugesagt, manches könne über das Jobcenter abgerechnet werden. CDU-Fraktionsvorsitzende Ursula Cornelius sieht hier ein „kleines Stadtteilzentrum“ im Werden. Das alles sei ohne Förderung nicht möglich. Tatsächlich werde der städtische Haushalt durch die 800.000 Euro Fördermittel entlastet. Schader nannte als geschätzte Investitionskosten 1,2 Millionen Euro.Hannelore Nowacki[ngg_images source="galleries" container_ids="1940" display_type="photocrati-nextgen_basic_thumbnails" override_thumbnail_settings="0" thumbnail_width="120" thumbnail_height="90" thumbnail_crop="1" images_per_page="300" number_of_columns="0" ajax_pagination="0" show_all_in_lightbox="0" use_imagebrowser_effect="0" show_slideshow_link="0" slideshow_link_text="[Show slideshow]" ngg_triggers_display="never" ngg_proofing_display="0" order_by="sortorder" order_direction="ASC" returns="included" maximum_entity_count="500"]