
BÜRSTADT – Bezugnehmend auf die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans „Nördlicher Bibliser Pfad“ kritisiert der NABU Bürstadt dass der Bebauungsplan in seiner jetzigen Form die Erfordernisse der Klimaanpassung nicht ausreichend hinsichtlich einer nachhaltigen städtebauliche Entwicklung gewährleistet. Neben Anforderungen des Klimaschutzes und der Klimaanpassung würden insbesondere die Belange des Umweltschutzes nur unzureichend berücksichtigt. Zudem sei nach den Planunterlagen innerhalb des gesamten Baugebiets lediglich eine sehr kleine öffentliche Grünfläche vorgesehen. Öffentliche Straßenbäume oder andere kommunale Baumpflanzungen seien nicht geplant. Damit verzichte der Bebauungsplan nahezu vollständig auf öffentliche Grünstrukturen, obwohl diese wesentliche Funktionen erfüllen, darunter die Verringerung der sommerlichen Hitzebelastung. Insbesondere öffentliche Straßenbäume würden ihre Wirkung dauerhaft und unabhängig von der Gestaltung einzelner Privatgrundstücke entfalten.
„Wir regen daher an, den Anteil öffentlicher Grünflächen deutlich zu erhöhen und entlang der Straßen ausreichende Standorte für großkronige, klimaresiliente Laubbäume verbindlich festzusetzen“, erklärt der NABU. Diese vorgelegte Planung stünde aus NABU-Sicht im Widerspruch zu den Zielen der von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Grüncharta. Darin werde ausdrücklich hervorgehoben, dass der Anlage von Grünflächen und der Pflanzung von Bäumen bei der Entwicklung neuer Wohn- und Gewerbegebiete eine hohe Priorität einzuräumen sei.
Die Ziele der Grüncharta sollten sich daher auch im Bebauungsplan widerspiegeln. Ein Neubaugebiet biete die Chance, klimaangepasste Strukturen von Anfang an zu schaffen. Diese Chance werde mit der vorliegenden Planung bislang nicht genutzt. Kritisiert wird auch ein hoher Versiegelungsgrad aufgrund der hohen zulässigen Überbauung. Neubaugebiete sollten nach Auffassung des NABU deshalb so geplant werden, dass sie den Auswirkungen des Klimawandels möglichst gut begegnen. „Bäume zählen nach übereinstimmender wissenschaftlicher Erkenntnis als natürliche Klimaanlage zu den wirksamsten Maßnahmen gegen die Aufheizung dicht bebauter Siedlungsbereiche“, fügt der NABU an. Ein Neubaugebiet bestehe für viele Jahrzehnte. Versäumnisse bei der Planung ließen sich später nur mit erheblichem finanziellem Aufwand korrigieren. Ähnliche Versäumnisse finde man im Sonneneck, in dem nur vereinzelt von städtischer Seite Bäume gepflanzt wurden. Der NABU Bürstadt bittet daher, den Bebauungsplan „Nördlicher Bibliser Pfad“ entsprechend zu überarbeiten und insbesondere den Anteil öffentlicher Grünflächen darin deutlich zu erhöhen, möglichst viele öffentliche Straßenbäume verbindlich im Plan festzusetzen, ausreichend große Baumstandorte für klimaresiliente, großkronige Laubbäume vorzusehen und den Versiegelungsgrad durch eine Reduzierung der Grundflächenzahlen zu überprüfen.
„Der NABU Bürstadt unterstützt ausdrücklich die Schaffung dringend benötigten Wohnraums“, heißt es in der Stellungnahme. Wohnraumentwicklung und Klimaanpassung dürften jedoch nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gerade bei einem neu entstehenden Wohngebiet bestehe die Möglichkeit und aus NABU-Sicht auch die Verpflichtung, die Anforderungen einer klimaresilienten Stadtentwicklung konsequent umzusetzen. Die derzeitige Planung bleibe hinter diesen Anforderungen sowie hinter den eigenen Zielen der Stadt Bürstadt, wie sie in der Grüncharta formuliert wurden, deutlich zurück. Ziel sollte sein, neue Baugebiete langfristig sowohl den Bedürfnissen seiner zukünftigen Bewohner als auch den Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden. red




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