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  • Mo., 05. Dezember 2016, 11:37 Uhr
    Suche nach Kampfmittel im Altrhein vorzeitig abgebrochen

    ALA nimmt Vorgehensweise mit Verwunderung zur Kenntnis

    LAMPERTHEIM – In den letzten Tagen ist viel Wasser im Altrhein aufgewirbelt worden. So wurde bekanntgegeben, dass die Suche nach Kampfmitteln vorzeitig abgebrochen wurde. Der Grund: Der Wasserstand ging zurück und es habe sich eine leichte Eisdecke gebildet. Diese Aussage hat nicht nur bei Otto Edinger und Werner Reuters für Verwunderung gesorgt. Auch so mancher Bootsfahrer und Stegbesitzer am Altrhein schüttelt nur noch den Kopf.

    Die Frage muss erlaubt sein, warum sich die Verantwortlichen aus der Stadtverwaltung und dem Projektbeirat nicht im Vorfeld über die Wetter- und Wasserverhältnisse am Altrhein kundig gemacht haben? Jeder Motorbootfahrer oder jeder Schiffsführer schaut vor Arbeits- oder Reiseantritt auf die Pegelstände und die Wetterberichte für das entsprechende Revier.

    Für den hiesigen Raum stehen drei hervorragende kostenlose Webseiten zur Verfügung. Da wären die Webseite der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) mit Namen ELWIS (Elektronisches Wasserstands- Informationssystem). Das ist kostenlos und liefert täglich per E-Mail den Wasserstand. Dann gibt es noch die Pegelseiten aus Rheinland-Pfalz (Pegel Worms) und Baden-Württemberg (Pegel Mannheim). Die liefern, so der ALA- Sprecher Werner Reuters, zusätzlich noch Prognosen.

    Auch die frostigen Temperaturen waren absehbar. Es gab eine leichte Eisschicht auf dem Altrhein, allerdings nur zwischen Kanu-Club und Bau. Und sie war so dünn, dass ein Motorboot aus einem der Clubs oder der beruflichen Altrhein-Anlieger als „Eisbrecher“ hätte dienen können. Werner Reuters ist davon überzeugt: „...man hätte nur fragen brauchen “. Eine Unterstützung wäre der Stadt sicher gewesen.

    Laut ALA ist in der Pegelvorschau klar erkennbar, wie sich der Wasserstand in den nächsten Tagen verändert. Der ALA, so Werner Reuters, liegen die Daten ab dem 28. November 2016 vor. Hier ist schon der fallende Wasserstand klar erkennbar. So ist die ALA der Auffassung, dass die Aktion zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr hätte gestartet werden dürfen.

    Aus Sicht der ALA bleibt festzuhalten, daß diese Aktion nicht ordnungsgemäß zu Ende gebracht wurde. Wie im übrigen auch die Aktion „Probebaggerung“, die vor rund zwei Jahren ebenfalls wegen falscher Einschätzung der Gegebenheiten abgebrochen werden musste.

    Wie die ALA erfahren hat, haben die erzielten Messungen nur einen Überblick über 2/3 der zu prüfenden Fläche ergeben. In diesem Prüffeld hat es wohl zwei auffällige Messergebnisse gegeben. Ob es sich um Kampfmittel oder „Badewannen“ handelt, müssen nunmehr die Geophysiker der beauftragten Firma an Hand der Messergebnisse prüfen und bewerten. Positiv ist, dass der Altrhein trotz der unklaren Messergebnisse nicht gesperrt wurde.

    Ob es eine weitere Munitionssuche gibt, bleibt abzuwarten. Sollte es trotzdem eine weitere Aktion geben, so wird dies frühestens im Frühjahr 2017 sein. Dabei ist dann aber bitte auch zu bedenken, dass bei einem eventuell neuen Termin die Brut- und Setzzeit der Tier und Vogelwelt im Frühjahr 2017 einkalkulieren sollte. Sollte die Suche im Frühjahr fortgesetzt werden, stellt sich die Frage nach weiteren zusätzliche Kosten.

    Nach ALA-Ansicht sind alle Maßnahmen, den Altrhein zu entschlammen, von der Bundesrepublik Deutschland (WSV) durchzuführen und zu finanzieren. Deshalb wird gemeinsam mit Fachanwälten nach umsetzbaren, rechtlichen Möglichkeiten gesucht.

    Wie die beiden Sprecher, Otto Edinger und Werner Reuters, mitteilen, ist ist die Beschwerde vor dem Rheingericht in Straßburg eingereicht. Weiterhin ist bis Ende Januar 2017 mit den beiden Fachanwälten der ALA ein öffentlicher Zwischenbericht geplant. Allen Akteuren, wie Stadtverwaltung, Stadtparlament, Bürgern und Anrainer werden die Ergebnisse vorgetragen. Die Anwälte stehen dann für Fragen und Erklärungen zur Verfügung. zg
     

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