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  • Fr., 15. November 2019, 06:46 Uhr
    Margit Selb seit 50 Jahren beim 1. Carneval-Club Rot-Weiß für die Fastnacht aktiv

    Alles gemacht – von der Prinzessin zur Ehrenpräsidentin 

    Margit Selb packt an und ist schon mittendrin in der Fastnacht. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Fastnacht zu machen braucht Humor, Spaß und große Leidenschaft, doch mindestens genauso wichtig sind das Können und Wissen, wie man organisiert, Menschen in jeder Kampagne von Neuem begeistert und den Besuchern der Fastnachtsveranstaltungen ein Erlebnis bietet. Margit Selb hat dies in 50 Jahren Mitgliedschaft und Engagement bei ihrem 1. Carneval-Club Rot-Weiß (1. CC Rot-Weiß) so gemacht. Während sie von dieser langen Zeit  erzählt und Fragen aufmerksam beantwortet, packt sie mit flinken Händen, aber immer sorgfältig, die vielen Preise in durchsichtige Geschenkfolie ein, schnürt rote und gelbe Bänder darum, und legt die fertigen Teile zu den vielen anderen Preisen, die sie auf langen Tischen für die Tombola am Samstagabend hübsch zusammengestellt hat. Viele Kartons waren geleert. Eine Helferin wollte noch kommen. Am Donnerstag werde alles abgeholt und in die Hans-Pfeiffer-Halle gefahren, denn am Samstagabend feiert ihr Verein im Foyer ganz groß den Ball der Prinzessin mit Inthronisierung der neuen Stadtprinzessin, deren Identität bis dahin ein gut gehütetes Geheimnis bleibt. Diesmal sei sie persönlich bei den Geschäften unterwegs gewesen, um Spenden für die Tombola zu bekommen, erzählt Margit Selb, dabei habe sie einige neue Unterstützer gewonnen. Ganz genau erinnert sie sich, wie sie 1966 mit Tochter Ilonka zum Kindermaskenball des 1. CC Rot-Weiß in den Reichsadler ging und dort die Minigarde auftrat. Das gefiel Ilonka, sie wollte auch tanzen – sogleich wurden Mutter und Tochter Vereinsmitglieder. Dass die Jahreszählung für das Jubiläum erst drei Jahre später beginnt, lag einfach daran, dass die Anmeldung nicht registriert war. Bei ihrer Dynamik, die auch nach 50 Jahren mitreißend wirkt, wundert es nicht, dass Margit Selb bald die Gardeleitung übernahm und bei allen fastnachtlichen Aufgaben gefragt war. Bütten schieben, Dekoration herstellen, nach den Kostümen schauen und Gardeuniformen nähen, das alles hat sie gemacht.  Später war sie selbst in der Bütt und wurde für die Kampagne 1977/78 als Margit I. mit Bernd I. als Prinzenpaar inthronisiert. Sogar als sie beruflich zehn Jahre in Hannover tätig war, sei sie zu den Wochenenden nach Lampertheim gefahren, um bei der Fastnacht mitzumachen.  Nach ihrer Rückkehr wurde sie am 18. Juli 1998 in der Hauptversammlung zur Sitzungspräsidentin gewählt.  1. Vorsitzende war sie von 2002 bis 2011. Jetzt trägt sie die Titel Ehrensenatorin und Ehrenpräsidentin. Lebhaft und voller origineller Ideen steht sie seither weiter auf der Bühne und sorgt dafür, dass sich die Zuschauer beim Bunten Nachmittag anlässlich des Spargelfestes jedes Jahr wieder kugeln vor Lachen. Besonders freut sie sich, dass am Samstag die Folkloregruppe aus dem belgischen Maldegem am Ball teilnimmt, eine Freundschaft, die mit einer Reise 1978 zur Verschwisterung mit der Stadt Lampertheim nach Maldegem begann. Im März wird sie zum  Gegenbesuch mitfahren. Beim Erzählen fällt Margit Selb immer noch etwas ein, zum Beispiel das lustige Damenkomitee, das sich 1975 formierte und als „Klickerwasserdrosseln“ und „Tschitcherini“ eine Menge Spaß hatte, damals noch in einer Stube in der 1. Neugasse, vor dem Bau des Clubheims. Neben dem Spaß steht die Disziplin: „Ich bin immer über die Runden gekommen, mit viel Disziplin“, sagt Margit Selb. Fastnacht kann man lernen, dafür hat sie von Anfang an alle Lehrgänge besucht. Sie weiß, worauf es ankommt. Hannelore Nowacki

     

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