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  • Di., 21. Juli 2020, 10:14 Uhr
    SPD-Sommertour: Radeln vom Stadtpark über die Baustelle zur Alten Schule

    Alles ist da – Ideen, Beschlüsse, Konzepte und Fördergeld

    Abschluss der SPD-Sommertour war an der Alten Schule in der Römerstraße. Ein Ort, der sich nach Umbau zum Sozialzentrum entwickeln soll. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Einen Stadtspaziergang mit dem Fahrrad hatte die vielköpfige Teilnehmerschar der SPD-Sommertour am Montagabend hinter sich, als die Gruppe zum Abschluss in den großen Hof der Alten Schule einbog. Neben Parteimitgliedern und politischen Mandatsträgern radelten Mitglieder des Seniorenbeirats und des Behindertenbeirats mit, alle mit Mund-Nasen-Schutz ausgerüstet und ordnungsgemäß nach Coronaregeln registriert. Orte mit viel Potenzial für die innerstädtische Entwicklung hatten sie angefahren und erfahren, welche Ideen, Konzepte und politische Beschlüsse es bereits gibt. Auch Geld für die Umsetzung ist schon da – für das ISEK-Stadtumbauprojekt Alte Schule und Zehntscheune sind zwei Drittel Förderquote genehmigt, das weitere Drittel gibt der städtische Haushalt her. Besser kann es sich Jens Klingler gar nicht vorstellen, der als Kämmerer die städtischen Finanzen im Blick hat. 

    Das Bauprojekt der Firma Salco in der Wilhelmstraße/Ecke Eleonorenstraße ist bereits sichtbar. Die Wilhelmstraße ist an dieser Stelle gesperrt, Bagger arbeiten sich durchs Erdreich. Eine neue Straße entsteht, zwanzig Wohnungen werden in zentraler Lage gebaut, zehn Prozent werden Sozialwohnungen. Die Lampertheimer Spitzengenossen Jens Klingler, Ortsvereinsvorsitzender und Erster Stadtrat, und der SPD-Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende der SPD Bergstraße werten dieses Projekt der Nachverdichtung als Erfolg, zumal es gelungen ist, einen privaten Investor dafür zu gewinnen. Neue Straßen sollen Frauennamen erhalten, besage ein SPD-Grundsatzbeschluss. In Höhe des Kriegerdenkmals am Stadtpark hatte die SPD-Sommertour bei schönstem Sommerwetter begonnen. Im Stadtpark statt auf dem Europaplatz könnte zukünftig der Weihnachtsmarkt stattfinden, weitläufig und stimmungsvoll mit farbig illuminierten Bäumen, skizzierte Schmidt diese Idee, wenn denn die Corona-Lage eine solche Veranstaltung zulässt. Die Kerwe ist wegen der Corona-Pandemie nicht passé, teilte Schmidt mit, es gibt eine Mini-Kerwe in Lampertheim, an der sich die SPD Bergstraße mit dem Familientag und buntem Programm am 13. September beim Odenwald-Klub beteiligen werde. 

    Wie Kerwe zukünftig gestaltet werden kann, soll eine Konferenz herausfinden, die die SPD über den kleinen Dienstweg beim Stadtmarketing angestoßen habe. An der Ecke Sedanstraße/Kaiserstraße besuchte die Sommertour Hans Linke, der als Anwohner den zunehmenden Autoverkehr in der Fußgängerzone beobachtet hat. Sofern es die Haushaltslage zulässt, will sich die SPD für versenkbare Poller als Zufahrtssperren für Autos einsetzen. „Wir sind zufrieden mit Jens Klingler“, ließ Schmidt die Zuhörerrunde an der Alten Schule wissen. Deshalb setze sich die SPD-Fraktion für eine dritte Amtszeit ab 1. Februar 2021 ein. Bei der Stadtverordnetenversammlung am 4. September werde die SPD-Fraktion ihren Antrag auf Vornahme einer Wiederwahl einbringen, die Wahl wird in der Sitzung am 22. Oktober stattfinden. Schmidt zeigte sich zuversichtlich, da die Koalition die Stimmenmehrheit habe. 

    Soziales unter einem Dach
    Im Stadtumbauprogramm ist die Sanierung der Alten Schule mit zwei Gebäuden in der Römerstraße 35 und 39 und der Zehntscheune vorgesehen, vor allem aber geht es um eine Generationen übergreifende Nutzung mit neuer räumlicher Aufteilung und neuen Mitnutzern, erklärte Klingler der Zuhörerrunde. Das stehe auch im SPD-Wahlprogramm, sei ihm aber auch eine Herzensangelegenheit, ergänzte Schmidt, der auf ähnliche Pläne des SPD-Landratskandidaten und Kreisbeigeordneten Karsten Krug für den Kreis Bergstraße hinwies. Mit dem Bauprojekt sei der Fachbereich 65 befasst, angefangen werde mit der Zehntscheune. 

    Nach deren Umbau werde die Seniorenbegegnungsstätte mehr Platz zur Verfügung haben,  nachdem die Alte Schule bei Veranstaltungen aus allen Nähten platze. Ein Sozialzentrum könne sich in den beiden Gebäuden der Alten Schule entwickeln. Die AWO mit der Suchtberatungsstelle Prisma könnte hier unterkommen, ein Vorteil gegenüber dem jetzigen Standort mit der Spielhalle im Haus. Auf Initiative der SPD-Fraktion habe die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, 10 Prozent des Ertrages aus der Wettaufwandsteuer für die Suchtberatung zur Verfügung zu stellen. Die AWO-Kleiderkammer könnte aus ihren viel zu kleinen und engen, nicht barrierefreien Räumlichkeiten im Kellergeschoss in der Blücherstraße ausziehen und das Familienzentrum Bensheim mit seiner Außenstelle in der Wormser Straße könnte hier ein neues Domizil finden. Einziehen sollen hier auch der restliche Fachbereich 50 und der neu zu schaffende Eigenbetrieb für die Kinderbetreuung. Wegen des Bildungsauftrages bevorzugt Schmidt jedoch den Begriff „frühkindliche Bildung“ für den Eigenbetrieb. Insgesamt will Schmidt „die sozialdemokratische Handschrift beim Stadtumbau“ deutlich machen.   Hannelore Nowacki

    Eine neue Straße entsteht hier in der Abzweigung von der Wilhelmstraße, anschließend beginnt die Wohnbebauung in Nachverdichtung. Foto: Hannelore Nowacki


     

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