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  • Di., 13. August 2024, 17:27 Uhr
    ZUKUNFT: CDU-Sommertour zur Zehntscheune – neue Infos zur Sanierung / Baustellen-Ampel zur Kerwe weg

    Alles nach Plan! Fertigstellung bis Anfang 2026

    Die historische Zehntscheune wird für 6 Millionen Euro für die zukünftige Nutzung durch die Stadt Lampertheim, Vereine und Institutionen unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes barrierefrei saniert und technisch modernisiert. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Eine Neuigkeit nahmen die zehn Teilnehmer der CDU-Sommertour zur Zehntscheune mit besonderer Erleichterung auf: Bis zur Kerwe ab 7. September sind die beiden Fahrbahnen der Römerstraße vor der Baustelle für den Autoverkehr wieder frei, die derzeitigen Ampeln entfallen. Der hohe Kran, der die schweren Lasten transportiert, wird noch gebraucht bis der Rohbau zum Jahresende 2024 fertig ist, solange ist der Fahrradweg an der Stelle nicht befahrbar. Für Sicherheitsfragen an der Baustelle sei ein Fachbüro zuständig, erklärte Dietmar Lidke den Zuhörern, unter ihnen Mandatsträger und Mitglieder und der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Meister als interessierter Gast. Lidke, als Fachbereichsleiter Immobilienmanagement der Stadt Lampertheim für das Projekt Sanierung der Zehntscheune zuständig, informierte die Besucher am Montagabend über den aktuellen Stand der Arbeiten, Probleme und Aussichten. Ein Trupp Bauarbeiter machte gerade Feierabend. Zum Aufstemmen des alten Estrichs im Veranstaltungssaal wollen sie die kühleren Stunden des Tages nutzen, eine Knochenarbeit mit viel Lärm. Dankbar nahmen die Besucher die Einladung Lidkes an, seinen Ausführungen im Erdgeschoss der Zehntscheune zu lauschen, die dank der dicken alten Mauern aus dem 18. Jahrhundert wie eine Kühlkammer wirkt, wenn nicht heiße Luft von draußen durch die Türe hereinströmen würde.

    Auch auf den zweiten Blick hat sich im Erdgeschoss der Zehntscheune seit dem offiziellen Spatenstich am 2. Mai nichts getan, was Lidke bestätigte, während an anderen Stellen von außen Baufortschritte zu sehen sind - so wurde der Turm abgerissen und an der Remise im hinteren Anbau sind Mauern geöffnet. Dort soll nach der Sanierung die Haustechnik mit Heizungsanlage Platz finden. Alles werde mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Verzögerungen gebe es aus verschiedenen Gründen, erläuterte Lidke: „Es ist ein altes Gebäude mit vielen Überraschungen“. Dazu komme, dass Verschalungsmaterial nicht lieferbar war und draußen immer noch Material für Spundwände fehle. Wie sich gezeigt habe, muss der Parkettboden im Veranstaltungssaal erneuert und der schadhafte Estrich darunter abgebaut werden. Das alte Gebäude habe seine Ecken und Kanten, meinte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Alexander Scholl, der an Überlegungen im Jahr 2019 erinnerte einen Wettbewerb für die Zehntscheune als Begegnungsstätte auszuschreiben. Die damals geschätzten Umbaukosten von 7 bis 8 Millionen Euro habe die Finanzlage nicht hergegeben. Stadtverordnetenvorsteher Franz Korb (CDU) betonte, dass die Zehntscheune mit Remise (aber ohne Scheune) im Rahmen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) mitgefördert werde. Eine PV-Anlage auf dem Dach erlaube der Denkmalschutz nicht. In den Gesamtkosten von 6 Millionen Euro für das Ensemble aus Zehntscheune und Remise seien die Decke noch nicht eingepreist. Insgesamt soll die Stadt Lampertheim damit ein repräsentatives Gebäude zum Wohlfühlen mit moderner digitaler Infrastruktur erhalten. Viele Vereine, Institutionen und die Stadt selbst sieht Scholl als zukünftige Nutzer. 

    Im Rahmen des Stadtumbaus wird auch die Remise saniert, der Anbau hinter der Zehntscheune, nicht jedoch die dahinter liegende Scheune. Foto: Hannelore Nowacki


    Barrierefrei und flexible Nutzungsmöglichkeiten

    Zukünftig wird die Jugend das Obergeschoss für sich haben, Wände kamen raus, auch Büroräume werden geschaffen. Im Erdgeschoss, früher Jugendcafé und Treffpunkt der Jugendförderung, wird der Empfangsbereich mit Raum für Sitzungen, Veranstaltungen und Begegnung sein, der Behindertenbeirat wird dauerhaft einziehen. Im Gebäude werden Wände flexibel und verschiebbar eingezogen. Der Fahrstuhl beförderte die Besucher bislang nur bis zum Veranstaltungssaal in den ersten Stock, zukünftig erreicht er als verglaste Außenanlage auch das Obergeschoss. Der für 200 Personen ausgelegte Saal bekommt eine Sanitäranlage. Die Bühne kann nach Bedarf nach hinten verschoben werden, wo auch das Stuhllager untergebracht ist. Akustik, Raumklima, Parkett und Technik kommen auf den neuesten Stand. Da früher am Parkett vor der Bühne gespart wurde, hilft jetzt nur neues Parkett. Denkmalschutz und Brandschutz vertragen sich nicht durchweg, auch das macht Lidke zu schaffen. Wie der Fluchtweg beschaffen sein soll, sei momentan nicht absehbar. Es geht um die Frage Wendeltreppe durch die Decke ins Obergeschoss und nachträgliches Einziehen von Decken. Korb ist dagegen guter Dinge, beim Heimatmuseum habe sich eine gute Lösung ergeben. „Wenn’s länger dauert, dauert’s, ist nicht einfach, aber lieber richtig machen“. Wenn man gesetzeskonform vorgehe, sei man auf der sicheren Seite, bestätigt Lidke, nachdem eine Freitreppe nicht erlaubt sei. Alle Gewerbe seien ausgeschrieben. Spätestens Anfang 2026 soll alles fertig sein. Bei einem so großen Projekt würde Scholl auch mit dem ersten Halbjahr zufrieden sein. 

    Hannelore Nowacki

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