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  • Di., 15. November 2022, 07:31 Uhr
    ERICH-KÄSTNER-SCHULE: Naturwissenschaftlicher Forschertag mit 400 Grundschülern als Gäste  

    Alltagsphänomenen auf den Grund gehen 

    Im Physikraum führte Fachlehrer Dr. Veit Gruhn vor, was elektrischer Strom leisten kann -  sogar eine einfache Gewürzgurke zum Leuchten bringen. Ein Experiment auf Abstand, nicht zum Nachmachen gedacht. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Warum macht Backpulver den Kuchen locker? Auch eine interessante Frage: Warum geht man im toten Meer nicht unter? In den naturwissenschaftlichen Fachräumen der Erich-Kästner-Schule (EKS) konnten die 400 Schülerinnen und Schüler aus 16 Grundschulklassen beim Forschertag unter Anleitung der Fachlehrer eine Vielzahl von Experimenten durchführen und in ihr Forscherheft eintragen, was sie beobachtet und herausgefunden haben. Das Fach Chemie hatten alle Kinder, wählen konnten sie zwischen Physik und Biologie. Jedes der 400 Grundschulkinder der 4. Klassen aus Bobstadt, Bürstadt, Einhausen und Nordheim hatte ein Forscherheft bekommen. Wie in einem Rezeptbuch war darin die Aufgabenstellung, das benötigte Material und die Versuchsdurchführung beschrieben. Ideal, um den Eltern zuhause den Lernstoff zeigen und die Experimente mit einfachen Mitteln aus dem Haushalt wiederholen zu können. In dieser Größe fand der Forschertag zum ersten Mal bei der EKS statt, wie die federführende Organisatorin Dr. Elke Killer im Pressegespräch erklärte. Auch an die Lorscher Grundschüler habe sie gedacht, aber das hätte den räumlichen und personellen Rahmen gesprengt. Immerhin waren sieben EKS-Lehrkräfte in den Forschertag eingebunden. Durch den Forschertag könne sich die Erich-Kästner-Schule den Kindern als weiterführende Schule bekannt und vertraut machen, das könne den  Kindern die Scheu vor der neuen Umgebung nehmen, erläuterte Dr. Killer, die an der EKS für alles rund um die MINT-Fächer zuständig ist. Auch ein Tag der offenen Tür wie für den 11. Februar geplant, trage dazu bei, die EKS näher kennenzulernen. Ältere Schüler aus den 9. und 10. Klassen hatten am Forschertag als Paten die Aufgabe, sich um alle Fragen der Gäste rund um den Aufenthalt zu kümmern, sie vom Tor abzuholen und zu den Stationen durch das Haus zu begleiten sowie die Lehrer zu unterstützen. Beteiligt waren auch die Netzhelden, die jede Grundschulklasse im Umgang mit den neuen Medien informierten. Wie Dr. Killer berichtete, seien die Grundschulen zum Forschertag angeschrieben worden, mit guter Resonanz. Für die begleitenden Lehrkräfte der Grundschulen standen in einem Pausenraum Getränke und belegte Brötchen bereit, zugleich war hier auch Gelegenheit, in Pausen Eindrücke und Erfahrungen auszutauschen. Stefanie Rougelis, Lehrerin an der Bürstädter Schillerschule, wusste zu berichten, dass manche Kinder zum ersten Mal in einer weiterführenden Schule sind, andere hätten schon Geschwister hier. In die Naturwissenschaften hineinzuschnuppern mache den Kindern Spaß und sei auch aufregend, denn in der Grundschule gebe es solche Fachräume nicht. Rebecca Sauer, Referendarin an der Schillerschule, hatte mitbekommen, dass die begeisterten Kinder sogar etwas enttäuscht waren, dass der Chemieunterricht erst in der 8. Klasse beginnt. Wie Zauberei sei es für die Kinder. Das unmittelbare Erfolgserlebnis sei wichtig, erläuterte Dr. Killer, wenn in einem Experiment zum Beispiel der Motor röhrt oder sich der Luftballon selbst aufbläst, wie beim Versuch mit Backpulver und Wasser. „Alltag ist sehr viel Naturwissenschaft“, sagt Dr. Killer, was die Kinder auch beim Phänomen der Dichte kennenlernten, wenn Tomaten und Weintrauben im Wasserglas bei Salzzugabe nach oben schwimmen – und dabei lernen, dass so auch das Schwimmen im toten Meer funktioniert. Über die Fähigkeiten und Gefahren des elektrischen Stroms klärte Physiklehrer Dr. Veit Gruhn die wissbegierigen Kinder auf. Bei der faszinierenden Vorführung mit der Leuchtgurke achtete er jedoch auf Abstand, das sei kein Experiment zum Selbermachen, erklärte der den Kindern, denn bei Strom muss man aufpassen. Drehte er die Stromzufuhr hoch, leuchtete ein Gurkenende orange auf, doch am Ende qualmte die Gewürzgurke sogar. Professor Dr. Dr. Erich Hatwasaufdemkasten schaut erstaunt unter der Glashaube zu, er ist das Maskottchen im Physiksaal. Ein wunderbarer Duft zog durch die Flure – in der Schulküche hatten die Wahlpflichtkurse Kochen Waffeln für die 400 jungen Gäste in Arbeit, die sie in der Mensa abholen konnten. Hannelore Nowacki

     

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