GESCHICHTE: Burg-Stein-Museum erinnert an die Vorgängeranlage des Pumpwerks in Hofheim
Als die Wassermaschine zum letzten Mal rauchte…
Auf dem Rheindamm, Blick aus Richtung Eisenbahnbrücke auf das alte Pumpwerk. Foto: oh
HOFHEIM/NORDHEIM – Aus aktuellem Anlass erinnert das Burg-Stein-Museum an die Vorgängeranlage des Pumpwerks in Hofheim – oft nur die Wassermaschine genannt. Zahlreiche ältere Mitbürger können sich noch gut daran erinnern, dass sie keine amtlichen Wasserstandsmeldungen zum Rheinpegel benötigten. Für sie war es ein untrügliches Zeichen, wenn die Wassermaschine an der Landstraße zwischen Nordheim und Hofheim rauchte, war der Rhein über seine Ufer getreten und es herrschte Hochwasser.
Mit hohen Rheinwasserständen hatten die Rheinanliegergemeinden schon immer zu kämpfen. Oftmals wurden die frisch eingesäten Felder im Hinterland durch hohe Rheinwasserstände, die auch hohe Grundwasserstände mit sich brachten geschädigt, bis zum Totalausfall. Zwar haben die Dammerhöhungen durch Klaus Krönke 1824/25 vor mittleren Hochwasserwellen aus dem Rhein geschützt. Die Schleusen auch Schließen genannt, waren dann geschlossen.Aber im Hinterland sammelte sich jetzt das Wasser erheblich an. Die Gräben im Hinterland wurden zwar auch abschnittsweise mit kleinen Schließen ausgestattet, die bei höheren Wasserständen zu schließen waren und nur nach und nach geöffnet werden durften, wenn der Rhein wieder gefallen war. Zuerst die Rheinufernahen Schließen, wenn dort die Felder leer gelaufen waren, durften die weiter weg im Hinterland geöffnet werden und so fort, bis in die mehrere Kilometer entfernten Bruchgebiete bei Bürstadt-Riedrode.
So stand es auf dem Papier. Aber in der Realität wollte jeder möglichst schnell seine Ackerflächen wieder wasserfreibekommen, öffnete seine Abschnittsschließe zu früh und so sammelte sich das Wasser im Hauptabzugsgraben, der Hofheimer Rinne an. Was zu vielen Streitigkeiten führte.
Um diesem Missstand ein für alle Mal abzuhelfen erbauten die Gemeinden Bürstadt und Hofheim bereits im Jahr 1902 gemeinsam ein damals hochmodernes, dampfbetriebenes Pumpwerk kurz vor der Mündung der Rinne in den Rhein. Ausgestattet mit Kesselhaus, Maschinenhaus und zwei mannshohen Pumpen, die von imposanten, aufrecht stehenden zweizylindrigen Dampfmaschinen angetrieben wurden.
Ohne zu ahnen, dass die alte Wassermaschine letztmals läuft, hat der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte Nordheim, Günter Mössinger am 24. Februar 1970 das alte Pumpwerk fotografiert. Bereits im Jahr darauf wurde es abgebrochen und neu aufgebaut mit elektrischen Pumpen. Günter Mössinger