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  • Di., 07. Juli 2015, 13:49 Uhr
    Bibliser Standesamt wird von Stadt Bürstadt übernommen / Trauungen in Biblis weiter möglich

    Am 1. Januar 2016 wird „geheiratet"

    Bürgermeisterin Barbara Schader (Bürstadt. 2.v.l.) und Bürgermeister Felix Kusicka (Biblis, 2.v.r.)) unterschrieben im Beisein ihrer „Trauzeugen", dem Ersten Stadtrat Walter Wiedemann (Bürstadt, l.), dem Bibliser Standesbeamten Manfred Gölz (stehend, l.), seinem Bürstädter Amtskollegen Peter Jakob (stehend, r.) und der Bibliser Beigeordneten Bärbel Daunke (r.) die Verwaltungsvereinbarung zum Zusammenschluss der Standesämter. Foto: Benjamin Kloos


    BÜRSTADT/BIBLIS - Eine „Hochzeit" im besonderen Sinne vollziehen und feiern zum 1. Januar 2016 die Standesämter von Bürstadt und Biblis: Am Montag unterschrieben Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader und der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka die entsprechende „öffentlich-rechtliche Vereinbarung" - damit übernimmt das Standesamt Bürstadt die verwaltungstechnischen Arbeiten wie die Anmeldung zur Trauung, die Trauung selbst ist aber nach wie vor in Biblis möglich.

    Was sich anfangs als klare „Vernunftehe" mit Widerspruch aus der Bevölkerung abzeichnete, ist am Ende doch auch zumindest zum Teil eine Liebeshochzeit. Denn ein „Meilenstein für interkommunale Zusammenarbeit", wie Bürgermeisterin Barbara Schader betonte, ist nur auf gegenseitigem Vertrauen und einer gemeinsamen Basis möglich - wie eben eine echte Ehe.

    Ideengeber für des Zusammenschluss der beiden Standesämter war der Bibliser Standesbeamte  Manfred Gölz, der seinem Kollegen Peter Jakob bereits 2012 das Anliegen näher brachte. Die beiden damaligen Bürgermeister, Hildegard Cornelius-Gaus in Biblis und Alfons Haag in Bürstadt, leiteten erste Gespräche in die Wege. Aufgrund von Befürchtungen seitens der Bibliser Bevölkerung, die annahmen, nicht mehr in ihrer geliebten Heimatgemeinde heiraten zu dürfen und einer daraus resultierenden fehlenden politischen Mehrheit verschwanden die Pläne zunächst wieder in der Schublade. „Nach unserer Amtseinführung haben wir die Gespräche über die Zusammenlegung der Standesämter fortgesetzt", betonten Barbara Schader und Felix Kusicka. Mit Erfolg: Die bestehenden Befürchtungen konnten dank zahlreicher persönlicher Gespräche ausgeräumt werden. So stellte Bürgermeister Kusicka Kritikern die Frage, wann diese das letzte Mal auf dem Standesamt gewesen wären. „Für Brautkleider werden Strecken bis 150 Kilometer in Kauf genommen - dahingegen sind es beispielsweise von Nordheim aus lediglich zwei Kilometer mehr ins Bürstädter Rathaus statt ins Bibliser Rathaus", erläuterte Kusicka weiter.

    Und da mittlerweile auch 90 Prozent der Bestattungsanmeldungen über die Bestatter selbst laufen, konnten die Verhandlungen auf politischer und Verwaltungsebene in aller Ruhe ablaufen, wie Bürgermeisterin Schader betonte.

    Dabei sprach sie von einer finanziellen Win-Win-Situation für beide Gemeinden: Biblis, das laut Bürgermeister Kusicka im Bereich des Standesamt äußerst komfortabel besetzt sei, spart im jährlichen Haushalt 50.000 bis 60.000 Euro. Im Gegenzug überweist die Gemeinde 38.000 Euro an Bürstadt - damit hier der zusätzliche Arbeitsaufwand durch das vorhandene Personal abgedeckt werden kann.

    Übrigens musste niemand in Biblis um seinen Arbeitsplatz zittern. Denn zwei der bisherigen Standesbeamten scheiden im Herbst bzw. Frühjahr aus dem Dienst aus, und die dritte in diesem Bereich tätige Mitarbeiterin des Bibliser Rathauses wird in anderen Bereichen eingesetzt.

    „Dies ist nicht der Anfang einer hoffentlich ausgezeichneten interkommunalen Zusammenarbeit, da wir uns bereits im Mittelzentrum Ried bereits gut ergänzen - es kann aber der Startschuss für weitere Projekte sein. Denn was hier funktioniert, kann auch in anderen Bereichen gelingen", so Barbara Schader abschließend. Benjamin Kloos

     
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