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Fr., 10. Dezember 2021, 08:52 Uhr
KITA REGENBOGEN: Große Spendenaktion für das Wormser Frauenhaus
An Menschen denken, denen es nicht so gut geht
Über die vielen Spenden für das Wormser Frauenhaus freuten sich Monika Diel und Sandra Noppenberger (hinten rechts) gemeinsam mit den fröhlichen Kita-Kindern, Pfarrer Peter Kern, Kita-Leiterin Iris Armada und der Elternbeiratsvorsitzenden Judith Bechtler (links). Foto: Hannelore Nowacki
RIEDRODE – Ein langer bunter Gabentisch stand am Mittwochmorgen in der trüben Kälte vor dem Eingang der katholischen Kindertagesstätte Regenbogen, darauf hoch aufgetürmt haltbare Lebensmittel, Dosen und Tüten, Taschen und Täschchen mit Inhalt und Hygieneartikel sowie nützliche Dinge für den Haushalt, Spielzeug, Bilderbücher und vieles mehr. In diesen Coronazeiten war auch an medizinische Masken gedacht. Eben alles, was die Notlage zu überbrücken hilft, wenn eine Frau mit Kind im Frauenhaus aufgenommen wird,nichts bei sich hat und mangels Geld auch nicht gleich einkaufen kann. Bei diesem Problem helfen seit über 30 Jahren die Kita-Kinder und ihre Erzieherinnen mit ihrer alljährlichen großen Spendenaktion. Die Kinder hatten in der Nachbarschaft Wurfzettel verteilt und mit ihren Familien und Freunden für Sachspenden gesorgt, die bei der Kita Regenbogen abgegeben wurden. Jedes Jahr wieder ist der Sankt-Martins-Tag Anlass, mit den Kindern über das vorbildliche Verhalten des Heiligen Martins zu sprechen, über das Teilen und an Menschen zu denken, denen es nicht so gut geht. So war es auch in diesem zweiten Coronajahr. Kita-Leiterin Iris Armada berichtete im Gespräch mit dem TIP vom Sankt-Martins-Umzug, der wegen der Coronaregeln in vier Gruppen mit jeweils zehn Familien durch Riedrode zog, aber einen kürzeren Weg nahm als sonst. An sechs dekorierten Stationen wurde ein Stück aus der Martinsgeschichte erzählt, die letzte Station war die Kita Regenbogen, hier erhielten Kinder und Eltern eine Laugenstange geschenkt. Die bereitgestellte Spendenkasse füllte sich und schließlich waren 50 Euro zusammengekommen. Die kamen dann in einen Spendenumschlag für das Wormser Frauenhaus, den Kita-Leiterin Armada den beiden Vertreterinnen des Frauenhauses übergab, die dann auch die vielen Sachen in ihre Autos einluden. Durch den Verkauf von Kürbissuppe wie früher wäre die Spende sehr viel größer ausgefallen, doch konnte die heiße Stärkung wegen der Coronalage nicht angeboten werden. Monika Diel, beim Frauenhaus Worms im Leitungsteam und wie ihre Kollegin Sandra Noppenberger in der Beratung tätig, waren dankbar und schier überwältigt von der Spendenaktion. Sie berichten, dass die Frauen dankbar seien, denn häufig müssten sie auf beantragte Leistungen länger warten. Aus Platzgründen wegen der Coronaschutzmaßnahmen seien zurzeit nur fünf Frauen und fünf Kinder im Frauenhaus, sonst seien es sieben Frauen. Auch Maria Zeißner hat viel im Bekanntenkreis gesammelt, wegen Platzmangels in der Kita wurden die Sachen gleich vom Auto aus umgeladen. Das Projekt will sie weiterbegleiten, 30 Jahre war sie bei der Kita als Erzieherin beschäftigt. Zur Spendenübergabe war Pfarrer Peter Kern gekommen sowie weitere Unterstützer wie die Vorsitzende des Elternbeirats Judith Bechtler und das Ehepaar Zeißner. In der Coronakrise habe sich für die Kinder einiges geändert, berichtete Kita-Leiterin Armada, zum Beispiel finde kein offenes Frühstücks statt, die Kinder setzen sich nach dem Morgenkreis an gedeckte Tische und bekommen das Frühstück angereicht. Ruhiger und geordneter sei es dadurch geworden, aber die Kinder dennoch zufrieden. Schwieriger sei für die Zwei- bis Dreijährigen die Eingewöhnungszeit geworden, weil sie in sozialen Kontakten nicht mehr so geübt seien wie die Kinder früher. Hannelore Nowacki