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  • Mo., 23. März 2020, 09:46 Uhr
    Martin-Luther-Gemeinde – mit Pfarrer Ralf Kröger online im Gespräch

    Andacht in besonderer Zeit digital direkt nach Hause

    Pfarrer Ralf Kröger bei der ersten Video-Andacht im digitalen Kontakt zu den Gemeindemitgliedern, die wegen der Corona-Krise nicht in die Martin-Luther-Kirche kommen können. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – „Für Gott gelten keine Abstandsregeln“, sagte Pfarrer Ralf Kröger am vergangenen Sonntag im Gebet. Ganz anders lautet die aktuelle Regel in der Corona-Krise  für die Bürger und Gemeindemitglieder, anderthalb Meter mindestens sollen es sein. Nun zeigte sich, dass die Verbindung zu Gott nicht an die Anwesenheit der Gläubigen in der Martin-Luther-Kirche gebunden sein muss, diese Verbindung gelingt auch digital über das Internet mit dem direkten Draht von der Kirche ins Wohnzimmer. Etwa eine halbe Stunde hatte Pfarrer Kröger für diese erste Video-Andacht vorgesehen und eingehalten. Ansprache und Gebete, das Vaterunser und der abschließende Segen kamen bei den Menschen zu Hause an. Danach schaltete er auf das persönliche Gespräch mit den Daheimgebliebenen um, mit Blickkontakt via Computer, Tablet oder Handy. Der ursprünglich geplante Gottesdienst mit acht Taufen, drei Babys, Jugendliche und Erwachsene, musste krisenbedingt entfallen.  Glockengeläut hatte die Andacht angekündigt, anschließend spielte Matthias Karb das Stück „Meine Zeit steht in deinen Händen“ an der Orgel, ergreifend und schön wie das Stück „Gott gab uns den Atem“ während der Andacht  und als wunderbares Nachspiel „Von guten Mächten“. Der strahlend blaue Himmel leuchtete durch die hohen Fenster in die Kirche, traf auf leere Stuhlreihen und nachhallende Leere an diesem Sonntag Laetare. Doch mit einer Fülle gelebten Glaubens, unterstützt von moderner Digitaltechnik und Software. Die neu gegründete „Kirche-digital-AG“ hatte mit Pfarrer Kröger diese erste Video-Andacht über WhatsApp und Videokonferenzen vorbereitet. In der AG sind Daniel Götz, Nicole Williams, Tom Ell, Jan Sonnenberg und Achim Thomas. Zunächst hatte Pfarrer Kröger einen internen Kreis von etwa 40 Leuten angeschrieben – Kirchenvorstand, Konfirmanden und deren Eltern. Genau 50 Teilnehmer waren zu Beginn der Andacht online. „Ich bin überwältigt“, ließ er seine  Zuhörer wissen, „es sind besondere Zeiten“. Im Gebet sprach Pfarrer Kröger von den großen Sorgen wegen des Virus, von den Herausforderungen, den stündlichen Nachrichten. Die Bitte an Gott: „Tröste uns und schenke uns Hoffnung“. Ein paar Vorschläge nannte Pfarrer Kröger, die das Leben „mitten in unserer Heimat wie im Exil zuhause“ leichter machen können wie Musik hören, Videos sehen, die Morgenluft genießen und das Singen der Vögel hören. Gott sei den Menschen so nahe wie die Mutter ihrem Kind. In einem weiteren Gebet „miteinander und füreinander“ waren die Zuhörer zum Gebet aufgerufen, um Gott für die Menschen in verschiedenen Funktionen zu bitten, dass sie ihre Gesundheit erhalten, für die Menschen, die im Krankenhaus für Menschen sorgen und die Menschen, die in der Politik Verantwortung tragen und mit Besonnenheit und Weitsicht kluge Entscheidungen treffen mögen. Wenn dieser erste Versuch einer Video-Andacht gut läuft – und es sieht ganz danach aus, dann soll es weitere Video-Andachten geben. Bis zu hundert Teilnehmer seien möglich, teilte Pfarrer Kröger mit. Auf dem YouTube-Kanal „Ralf Kröger“ soll die aufgezeichnete  Andacht zu sehen sein. Auch der Konfirmandenunterricht am Samstag habe im virtuellen Raum stattgefunden, berichtete Pfarrer Kröger im Gespräch mit dem TIP. Jeder sitzt dabei zuhause und erzählt wie es ihm geht. Aufgaben habe er verteilt und auf Links im Internet hingewiesen. Hannelore Nowacki

     

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