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Mo., 24. April 2017, 11:46 Uhr
Drei Bürstädter Feuerwehren – eine gemeinsame Jahreshauptversammlung
Anerkennung aus der Politik und Prämien vom Land Hessen
Die Anerkennungsprämie erhielten 2016 Christoph Heiser Tamara Heiser und Sven Molitor für 10 Jahre aktiven Dienst, Christian Schembs für 20 Jahre, Georg Emig und Jörg Bechthold für 30 Jahre. Den höchsten Geldbetrag von tausend Euro sowie Urkunde und Ehrennadel erhielten Armin Jakob und Gregor Ofenloch für 40 Jahre aktiven Einsatzdienst. Im Bild neben den geehrten aktiven Einsatzkräften, die Feuerwehrführung, die oberste Dienstherrin Bürgermeisterin Barbara Schader und Vertreter der politischen Gremien. Foto: Hannelore NowackiRIEDRODE – Das Jahr 2016 war für die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Bürstadt durch die Anzahl von Einsätzen, Übungen und Dienstleistungen wieder ein sehr arbeits- und ereignisreiches Jahr. Dies stellte Stadtbrandinspektor Uwe Schwara in seinem Tätigkeitsbericht in der gemeinsamen Jahreshauptversammlung am Samstagabend fest und legte ein eindrucksvolles Zahlenwerk vor. Die Feuerwehr hatte 143 Einsätze und damit 19 mehr als 2015. Unter den 54 Brandeinsätzen waren vier Großbrände, fünf Mittelbrände und vierzehn Kleinbrände. Hilfeleistungen stellten mit 89 Einsätzen ein noch größeres Aufgabengebiet dar. Ölspuren und ausgelaufene Betriebsstoffe wurden beseitigt, zwei Sturmeinsätze und siebzehn Unwettereinsätze erforderten Hilfe, zu acht Verkehrsunfällen und fünf sonstigen Menschenrettungen wurde die Feuerwehr gerufen. 29 Personen konnten gerettet werden, 29 Personen waren verletzt, doch für drei weitere Personen kam jede Hilfe zu spät. Leicht verletzt wurden zwei Feuerwehrangehörige bei ihrem Einsatz. An einigen Einsatzbeispielen machte Stadtbrandinspektor Schwara die Aufgaben der Feuerwehr anschaulich. In einem voll besetzten ICE war Brandgeruch gemeldet worden, zwar wurde kein Brandherd gefunden, aber die etwa 250 Reisenden mussten auf offener Strecke bei Bobstadt über Steckleitern mit ihrem Gepäck mit Hilfe der Feuerwehr in die vorderen Wagen umsteigen. Nachdem der Brand am gesprengten Geldautomaten schnell gelöscht war, leistete die Feuerwehr bei den Ermittlungsarbeiten der Polizei durch Ausleuchten des Tatortes stundenlang Amtshilfe. Während andere fröhlich Silvester feierten, bewältigte die Feuerwehr im Industriegebiet bei einem Brand „mit massivem Einsatz“ erfolgreich eine „besondere Herausforderung“. Allein diese Einsätze summierten sich auf eindrucksvolle 2.216 ehrenamtliche Arbeitsstunden, erbracht von statistischen 1.579 Einsatzkräften. Weitere 496 Arbeitsstunden leistete die Feuerwehr bei 28 Brandsicherheitsdiensten bei Veranstaltungen im Stadtgebiet, die das Ordnungsamt zum Schutz der Bevölkerung angeordnet hatte. Dazu kamen 150 Übungen, Unterricht, Dienstleistungen und technische Dienste sowie 57 Lehrgänge auf Kreisebene und an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel. Das Atemschutzteam leistete bei 59 Übungsterminen für alle Feuerwehren des Kreises Bergstraße insgesamt 220 Betreuungsstunden. Bei der Brandschutzerziehung und –Aufklärung wurden 508 Teilnehmer unterwiesen, das Team leistete 198 Gesamtstunden. Die komplette Mannschaftsstärke der Einsatzabteilungen aller Feuerwehren in Bürstadt Mitte, Bobstadt und Riedrode belief sich zum Jahresende auf 114 Mitglieder – 16 weibliche und 98 männliche Einsatzkräfte. Obwohl alle Möglichkeiten zur Erhaltung der Einsatzstärke ausgeschöpft werden, wie die freiwillige und genehmigte Verlängerung der Dienstzeit bis 65 Jahre, sei ein leichter Rückgang der Einsatzkräfte eingetreten. Dies werde beobachtet, um präventiv gemeinsam mit der Stadt Bürstadt reagieren zu können. Die Jugendfeuerwehren mit insgesamt 41 Mitgliedern, elf Mädchen und 30 Jungen im Alter zwischen zehn und siebzehn Jahren, erhielten weiteren Zuwachs von vier Mitgliedern. „Natürlich müssen wir hier weiterhin gemeinsam daran arbeiten und alles daran setzen, um die wichtigste Säule zur Erhaltung der Einsatzabteilung zu sichern“, sagte Schwara. Positiv entwickelten sich auch die drei Kinderfeuerwehren mit einem Zuwachs von 14 Mitgliedern auf 52 Kinder zum Jahresende. Für ihre „hervorragende Arbeit“ in der Jugend- und Kinderfeuerwehr dankte Schwara den Jugendwarten, deren Teams, den Betreuern und Erzieherinnen, „die somit einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung der Freiwilligen Feuerwehr leisten“. Sein Dank galt ebenfalls allen Beteiligten in der Feuerwehr, der Politik und Stadtverwaltung, die die Feuerwehr bei ihrer „Verpflichtung gegenüber dem Nächsten“ unterstützen. Die Ehren- und Altersabteilungen mit ihren 38 Mitgliedern unterstützten die Feuerwehr bei diversen Veranstaltungen. Die 59-köpfige Spielgemeinschaft des Spielmanns- und Fanfarenzuges mit der Feuerwehr Hofheim unter der Leitung von Erik Minnder war mit 56 Auftritten, Aus- und Weiterbildung sowie zahlreichen gemeinsamen Freizeitaktivitäten wieder sehr aktiv. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde Sascha Brutscher, der neu gewählte Wehrführer der Feuerwehr Riedrode, von Bürgermeisterin Schader offiziell ernannt.
Sascha Brutscher, neu gewählter Wehrführer in Riedrode, erhielt von Bürgermeisterin Barbara Schader seine Ernennungsurkunde. Stadtbrandinspektor Uwe Schwara gratulierte. Foto: Hannelore Nowacki
Das Land Hessen würdigte acht langjährig aktive Einsatzkräfte mit einer Anerkennungsprämie und Urkunde, gemeinsam überreicht von Bürgermeisterin Schader und dem Landtagsabgeordneten Alexander Bauer (CDU), der als innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion mit Feuerwehrthemen befasst ist. In seinen Grußworten erinnerte Bauer daran, dass alle drei Bürstädter Feuerwehren als „Feuerwehr des Monats“ ausgezeichnet wurden, was einzigartig unter den 426 Städten und Gemeinden in Hessen sei. Hannelore Nowacki
Information
Zur gemeinsamen Jahreshauptversammlung der drei Bürstädter Feuerwehren am Samstagabend waren alle Aktiven der Einsatzabteilungen, die Angehörigen der Ehren- und Altersabteilungen und die Bürstädter Angehörigen des Musikzuges eingeladen. Auf dem Podium hatte Bürgermeisterin Barbara Schader neben den Führungskräften der Feuerwehr ihren Platz. In Vertretung des Kreisbrandinspektors Wolfgang Müller war sein Stellvertreter Werner Trares gekommen, der wie die Bürgermeisterin der Bürstädter Feuerwehr seine große Anerkennung zollte. Stadtbrandinspektor Uwe Schwara betonte, dass die Sicherstellung des Brandschutzes „klar eine gesetzliche Aufgabe der Kommune“ sei, auch müssten bei Personaleinstellungen Angehörige der Feuerwehr, bei gleichen Voraussetzungen, bevorzugt werden. In allen Abteilungen sind insgesamt 304 Mitglieder aktiv. Schwara teilte mit, dass die vorläufigen Arbeitsergebnisse zur Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans im vergangenen Jahr am 2. Mai 2017 erstmalig den politischen Gremien und beteiligten Interviewpartnern der Feuerwehr präsentiert werden. Der Stadtverordnetenversammlung werde der auf zehn Jahre angelegte Plan noch vor der Sommerpause zum Beschluss vorliegen. Für die Feuerwehr ergebe sich aus dem Plan die Aufgabe, ein zukunftsorientiertes Logistikkonzept zu erstellen.