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  • Di., 30. Juli 2019, 09:32 Uhr
    Gemeindeversammlung der evangelischen Kirchengemeinde befasst sich mit Umbau und Sanierung des Gemeindehauses

    Architekt stellt Entwurf vor – Im Frühjahr 2020 soll es losgehen

    Am Ende der Gemeindeversammlung konnten die Pläne noch mal ganz genau studiert werden. Sie können bis zum 11. August zu den Öffnungszeiten des Gemeindebüros (montags bis mittwochs und freitags von 9.30 bis 12 Uhr sowie donnerstags von 17 bis 19 Uhr) im grünen Sälchen eingesehen und durch Zettel an der Pinwand und per E-Mail an martina.elfert@buerstadt-evangelisch.de kommentiert werden. Foto: Petra Gahabka


    BÜRSTADT – Das evangelische Gemeindehaus wird umgebaut und saniert. Der Vorentwurf wurde Gemeindemitgliedern und Interessierten am Sonntag nach dem Gottesdienst in einer Gemeindeversammlung, an der auch die stellvertretende Dekanin Silke Bienhaus teilnahm, vorgestellt. Gut Ding will Weile haben, das zeigt sich auch in Bürstadt. Schon vor sechs bis acht Jahren stand das Thema Umbau/Erweiterung Gemeindehaus auf der Agenda, wurde aus Kostengründen aber ad acta gelegt, berichtete Dieter Friedle vom Bauausschuss über die vorherige Planung. 2017 sei dann noch einmal bei Null angefangen worden. Es gab Workshops, ein Planungsteam stellte sich auf, der Bedarf der Nutzergruppen von Konfirmanden über Kirchenchor bis Seniorenkreis wurde abgefragt, mit Genehmigungsbehörden und Kirchenverwaltung Gespräche geführt. „Und heute wird der neue Vorentwurf vorgestellt“, so Friedle. Beim Umbau und der energetischen Sanierung des Gemeindehauses sei eine Optimierung des Bestandes die Vorgabe gewesen, erläuterte der Viernheimer Architekt Roland Träger zu Beginn seiner Power-Point-Präsentation. „Es ist nur ein Vorentwurf, wir haben immer noch die Möglichkeit Dinge zu ändern.“ Die Kirche mache von außen einen verschlossenen Eindruck, das dunkle Holz am Eingang und die Stützen wirkten bedrückend. Um mehr Transparenz reinzubringen soll der Gemeindesaal, auch grünes Sälchen genannt, Richtung Innenhof vergrößert werden und eine Verglasung erhalten, die komplett geöffnet werden kann. Verglichen mit dem jetzigen viel zu schmalen Raum lasse die quadratische Form auch eine bessere Nutzung zu. Auf Fragen zur Ausführung sprach Träger sich für Aluminiumfenster mit Dämmkern und die Verwendung natürlicher Materialien aus.

    Im gegenüberliegenden Gebäude wird laut Entwurf aus dem Sitzungszimmer ein Besprechungs- und Jugendraum. Eine Sanierung erfährt auch das Sekretariat, die Treppe entfällt, der Eingang wird optimiert. Die Winterkirche bekommt unter der Empore einem variablen Mehrzweckraum, abtrennbar und mit eigenem Zugang von Außen. Geplant sind außerdem ein kleines Dienstzimmer, Kopier- und Abstellraum sowie neue Toiletten, natürlich behindertengerecht. Der Hof wird entsiegelt, damit das Wasser versickert und bekommt eine Glasüberdachung. Eine helle und freundliche Gestaltung sei auch den Denkmalämtern in Heppenheim und Wiesbaden ein Anliegen, merkte der Architekt an. Neben den Entwürfen, die von den Gästen positiv aufgenommen wurden, zeigte er auch Fotos vom aktuellen Zustand des Daches. „Das ist ein Flickenteppich und die Lichtkuppeln sind in einem kritischen Zustand“, hier bestehe dringender Handlungsbedarf, das ein oder andere Mal habe es schon rein geregnet. „Die Kirche finanziert nur energetische Sanierung und keine Neubauten mehr. Wir hätten das fast alles selbst tragen müssen“ erklärte Pfarrerin Johanna Gotzmann die Entscheidung für die Erweiterung. Angesetzt sind die Baukosten mit 638.000 Euro, der Zuschuss der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beträgt „sehr großzügige“ 424.700 Euro. An Eigenmitteln muss die Gemeinde somit 223.300 Euro aufbringen, davon gewährt die EKHN ein zinsloses Darlehen über 150.000 Euro, das innerhalb von 15 Jahren zurückgezahlt werden muss. Die Finanzierungsplanung sei von der Kirchenverwaltung sofort genehmigt worden, so Gotzmann, da die Gemeinde aus Rücklagen 73.000 Euro bereitstellen konnte. Fundraising sei bei der Finanzierung ein großes Thema, merkte Tanja Müller an, die die Feedbackrunde moderierte. Für das Fundraising-Team werden Interessierte gesucht.

    Der Bauausschuss hat ganz viel Herz und Verstand da reingesteckt, dass es im Sinne der Gemeinde ist. Wenn Sie Ideen haben - wir sind wir für alles offen“, ermunterte Martina Elfert zur Mitarbeit. Bis zum 11. August können die Pläne eingesehen und Rückmeldungen dazu abgegeben werden. Der veränderte Entwurf wird dann bei der Kirchenvorstandssitzung am 21. August beschlossen und nach dem Vorstellungsgottesdienst der Konfis am 25. August noch einmal gezeigt. Da eine Baugenehmigung im Kreis Bergstraße derzeit „leider“ zwischen drei und sechs Monaten dauere, rechnet Roland Träger frühestens im Januar/Februar mit der Genehmigung. Im März könnte dann mit dem ersten von insgesamt drei Bauabschnitten gestartet werden – die Erweiterung des grünen Sälchens. „Wir werden insgesamt ein Jahr brauchen“, ließ der Architekt wissen. Petra Gahabka

     

     

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