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  • Fr., 08. März 2019, 08:53 Uhr
    SPD Bürstadt servierte Heringsessen mit politischem Nachtisch

    Aschermittwoch mit SPD-Kreispolitik und Ortsgeschehen

    Franz Siegl mit Spaß und bissigem Humor in seinem Element und Lacherfolgen beim Publikum. Foto: Hannelore Nowacki


    BOBSTADT –  Zum Heringsessen hatte die SPD Bürstadt ihre Mitglieder, Freunde und Gönner in das Foyer der Sporthalle in Bobstadt eingeladen. Aufgetischt wurden eingelegte Heringe nach Hausfrauenart mit frisch gekochten Pellkartoffeln, Quark mit Gemüse und Bauernbrot mit Hausmacherwurst, in Eigenregie eingekauft, vorbereitet und gekocht von engagierten Helfern, denen der Bürstädter SPD-Vorsitzende Boris Wenz dafür herzlich dankte, besonders Elisabeth Dornbusch, die schon früh in der Küche stand. Erhard Renz von den Grünen mit Frau und Steffen Lüderwald aus Hofheim waren gekommen. Zu Gast war der Kreisbeigeordnete Karsten Krug, der in seiner Rede über die Erfolge der SPD-Arbeit im Rahmen der großen Koalition im Kreis Bergstraße in den vergangenen zweieinhalb Jahren berichtete. Zum ersten Mal sei er beim politischen Aschermittwoch in Bobstadt und erstaunt über den guten Besuch und die angenehme Grundstimmung – eine „gute Note“ stellte er seinen Parteifreunden für das leckere Essen und die gute Stimmung aus. In mehreren  Themenbereichen beschrieb Krug die Beiträge und Erfolge seiner Partei in der Kreispolitik. Krug nannte den installierten Fahrgastbeirat und die Fortschreibung des Nahverkehrsplans alle fünf Jahre. Online und telefonisch könnten die Bürger bis etwa Ende April ihre Anregungen mitteilen, über 70 seien bereits eingegangen. In den zwei Beteiligungsrunden gehe es um das Mobilitätsmanagement insgesamt. Einen Aufruf zur Bürgerbeteiligung gebe es auch mit der  Online-Plattform zum Radwegenetz. Bezahlbarer Wohnraum sei das Thema der SPD im Kreis, mit der CDU zusammen werden gemeinsame Maßnahmen versucht. Die Zahl der sozial gebundenen Wohnungen im Kreis sei in den letzten Jahren von vier- auf unter zweitausend gesunken. Ein Wohnberater sei eingestellt und ab Sommer soll die Wohnraumagentur mit den Kommunen Leerstandsacquise betreiben, mit gesicherten Mieteinnahmen für Vermieter. Bürstadt und Lampertheim könnten durch die Baulandoffensive des Landes Hessen ein fertiges Paket bekommen und die Kosten für die Unterkunft bei Neue Wege sollen um 20 Prozent erhöht werden. Auf dem Erfolgskonto „bei klassischen SPD-Themen“ sieht Krug unter anderem die bezahlten Kassenkredite, die um 2,3 Punkte gesenkte Kreisumlage, das auf 30 Jahre ausgelegte 620-Millionen-Euro-Schulprogramm und das neue Konzept für die Schulsozialarbeit 2019/2020. 

    Am Aschermittwoch ist die Fastnacht vorbei, aber es darf weiter gereimt und gelacht und der politische Gegner in die Mangel genommen werden. Darauf versteht sich Franz Siegl, Fraktionsvorsitzender im Stadtparlament und „Euer Rentner 60plus“-Redner mit Cowboyhut, der sich auf das Ortsgeschehen, insbesondere die Bürgermeisterwahl seinen Reim gemacht hatte - eine politische Rede zur Abrechnung mit der wiedergewählten Bürgermeisterin in wohl gesetzten Reimen mit einkalkuliertem Heiterkeitsfaktor. „Die Bärbel sprach von Leidenschaft, was auch für viele Leiden schafft, die anderen sind nicht mitgenommen, weil Steffen leider nicht gewonnen“, gab Siegl im Prolog die Richtung an, die er auch im kräftig wortgewürzten „Rentner 60plus“-Ausklang der Rede mit Blick auf Bürstadt, die Bürgermeisterin und die Welt beibehielt, von den Zuhörern mit vielfachem Lachen und mit Applaus belohnt. „Als euer Rentner 60plus wollt ich den Steffen, doch ich muss jetzt Bärbels Politik bekriegen, die Stadt für alle hinzukriegen“. Die Zuhörer amüsierte Siegl auch mit einem Ausflug in die große Welt der Kürzel und Abkürzungen, bei Handynachrichten und Namen, von CDU bis SPD als „dreifach-Buchstaben-Kürzungstrend“, um dann zur Wahl zurückzukommen, mit dem Wunsch nach „Pferdewechsel“.  Am Ende, nach Regenflut und Klage über Verwaltungstrott meinte Siegl: „Trink lieber Bier und roten Wein und lass das Wasser Wasser sein“. Auf den Tischen stand eine Auswahl von allem.  „Ein Genuss,  bestimmte Dinge aus anderer Perspektive zu hören“, meinte dazu SPD-Ortsvorsitzender Wenz abschließend zur Rede, bevor er den Gästen ein Obstwässerchen anbot.  Hannelore Nowacki

     

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