Fröhliche Stimmung beim Stadtempfang für die 50-Jährigen im Bürgerhaus
Atemberaubende Rückblicke in Schwarzweiß
Die Fünfzigjährigen hatten Feierlaune mitgebracht. Ein Gruppenfoto noch, dann war der Weg frei für den Umtrunk in bester Stimmung. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – „Tage wie diese“ werden in Bürstadt im großen Saal des Bürgerhauses gefeiert. Ein halbes Jahrhundert ist vorbei, wenn der 50. Geburtstag im Kalender steht – in Bürstadt kann es ein besonderer Grund zur Freude sein, denn der Magistrat mit Bürgermeisterin Barbara Schader und Erstem Stadtrat Walter Wiedemann an der Spitze laden alle Bürstädter anlässlich ihres 50. Geburtstages zu einer Feierstunde ein. Vertreter des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung nahmen an diesem Stadtempfang am Samstagnachmittag teil, um den Dank und die Anerkennung der Stadt Bürstadt zum Ausdruck zu bringen. Ein starker Jahrgang war diesmal gekommen, der fröhliche Stimmung mitbrachte. Hatte letztes Jahr wegen der verhaltenen Resonanz noch in Frage gestanden, ob der Stadtempfang beibehalten wird, war diesmal ein sechsköpfiges Organisationsteam mit Sprecher Patrick Brenner vom Heimat- und Carnevalverein (HCV) aktiv geworden, das zusammen mit Nadja Schweickert, der persönlichen Assistentin der Bürgermeisterin, aus dem Jahrgang 1964/1965 an die 80 Teilnehmer zusammentrommeln konnte. 470 Bürstädter Bürger hatte die Stadt eingeladen, Rückmeldung kam von über hundert Angeschriebenen, von ihnen sagten 39 aus verschiedenen Gründen ab. Dass es ihnen gelungen war, auch frühere Bürstädter zu erreichen, freute das Organisationsteam ganz besonders. Auswärtige Bürstädter waren aus der Schweiz und weiter entfernten Orten Deutschlands angereist. Auf zehn Schulklassen hatte es dieser Jahrgang damals gebracht. „Tage wie diese“ war die musikalische Begrüßung des Chors Emotion vom MGV Sängerlust unter der Leitung von Peter Schnur. Weitere Chorbeiträge waren „You raise me up“ und am Schluss „Africa“. Bürgermeisterin Schader hieß in ihrer Ansprache alle willkommen, von nah und fern, die in Bürstadt geborenen und die zugezogenen Fünfzigjährigen. Auf 50 Jahre Leben in Frieden und Freiheit blicken sie zurück, betonte Schader, „ein Leben mit vielen Bildungs- und Entfaltungsmöglichkeiten - dankbar müssen wir auf unsere Elterngeneration schauen, die uns ein Leben in Wohlstand aufgebaut haben“.
In Bürstadt lebten vor 50 Jahren 12.296 Einwohner, der Haushalt der Stadt war ausgeglichen, 18 Bäckereien, 17 Metzgereien und das Kino Central gab es. Bürgermeisterin Schader brachte aus der Weltpolitik, Kultur und der unmittelbaren Lebensumwelt vieles in Erinnerung. Ein filmischer Rückblick aus Sicht der Wochenschau vor 50 Jahren vermittelte atemberaubende Eindrücke, an die sich die jetzt Fünfzigjährigen selbst nicht erinnern können. Damals noch in Schwarzweiß mit Grautönen – und völlig anders. Spätere Filmszenen fielen in die Jugendzeit und das frühe Erwachsenenalter der nun Fünfzigjähren – im Rückblick eine Welt, die nicht ahnen ließ, wie es später werden würde. Die Mauer in Berlin wurde ausgebaut und im ägyptischen in Luxor kam ein Weltkulturerbe ans Licht, die steife Herrenmode erhielt einen vermeintlich neuen Stil. Armando aus Portugal war der gefeierte Gastarbeiter, der die Million statistisch gesehen vollgemacht hatte. Einige Wochenschaukommentare hatten sogar humoristisches Potenzial, allerdings damals ganz unbeabsichtigt wie bei der Berichterstattung zur Hutmode der Damen. „Jedes Lebensjahrzehnt hat seine eigene Prägung“, resümierte Schader. „Eine Farbenpracht in Schwarzweiß“ nannte Teamsprecher Brenner in seiner Danksagung die informative und unterhaltsame Filmvorführung. Nach dem Umtrunk in fröhlicher Atmosphäre war ein Treffen mit 90 Teilnehmern zu einem geselligen Abend im Haus der Garten- und Naturfreunde organisiert. Hannelore Nowacki