1. Judo-Club Bürstadt mit motivierten Kämpfern in der 2. Bundesliga
Auf den Einzelnen kommt es an
Die Mannschaft beim Training am vergangenen Freitag mit Trainerin Nadine Müller und den Vorsitzenden Reinhold Schober und Lothar Kilian. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Dreimal die Woche ist Trainingsabend für die Judoka des 1. Judo-Clubs Bürstadt in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule (EKS). Fast vollzählig war die Mannschaft am Freitagabend erschienen – zur Freude von Trainerin Nadine Müller und Trainer Lothar Kilian. Der Bürstädter Verein ziehtJudoka aus der ganzen Region an, von Weinheim bis Darmstadt und von Hemsbach bis Rimbach. Die Stimmung ist gut. Man sieht: In diesem Verein macht der Sport Spaß. Außerdem hat der 1. Judo-Club den Sprung in die 2. Bundesliga geschafft – ein Grund mehr für fortgesetzte Hochstimmung und Trainingsmotivation. Am 14. März fährt die Mannschaft zum ersten Auslandskampf gegen den JT Rheinland, wohl die weiteste Fahrt in der Saison. Zum nächsten Heimkampf am 28. März hoffen Kämpfer, Trainer und die Vereinsspitze auf viel Publikum, das sich auf spannende Kämpfe freuen darf. Ein großes Mattenfeld federt die Würfe ab, die Matten in den Vereinsfarben leuchten Gelb und Blau. Zum Aufwärmen zeigen die Judoka beim Basketballspiel bereits hohen Einsatzwillen. Dann sind Liegestütze an der Reihe. Aber nur, wenn das gegnerische Team einen Ball durchs Netz gebracht hat. So ist der Brauch. Beim Training wird geschwitzt, die Halle selbst ist nicht besonders warm. Freitags ist immer der Landestrainer Hessen Dominik Riedel in der EKS-Halle, den hier ist zur Freude des 1. Judo-Clubs Bürstadt der Jugendstützpunkt. Einige Judoka stehen kämpferisch im Vordergrund, andere wie diejenigen, die einspringen, wenn einer der ersten Mannschaft ausfällt, sowie die jungen Nachwuchsspieler, stehen nicht gleichermaßen im Licht der Öffentlichkeit. Dies zu ändern hatten sich der 1. Vorsitzende Reinhold Schober, der 2. Vorsitzende und Trainer Lothar Kilian mit Trainerin Nadine Müller vorgenommen. Deshalb stellten sich einige Kämpfer der Presse persönlich vor. Wichtig sind den Judoka häufig Vorbilder, die sie persönlich kennengelernt oder ihre Kämpfe gesehen haben. Eine große Rolle spielt der Teamgeist, den die Sportler am Judo in Bürstadt besonders schätzen, eine Meinung, die in allen Gesprächen zum Ausdruck kommt. Über die Vorstellung der Judoka in den leichteren Gewichtsklassen berichtet der TIP in der nächsten Woche. Hannelore Nowacki
Judo-Kämpfer stellen sich vor
Mirco Ohl, Jahrgang 1991, ist Software-Programmierer im SAP-Umfeld. Im Judo hat er die Graduierung 1. Kyu (brauner Gürtel) in der Gewichtsklasse unter 100 Kilogramm. In seiner Erfolgsgeschichte sind unzählige Hessen- und Südwest-Titel im Einzelwettkampf. An zwei Aufstiegen ist er beteiligt - 2017 in die 1. Bundesliga mit dem Judo-Team Heidelberg-Mannheim und 2019 in die 2. Bundesliga mit dem 1. Judo-Club Bürstadt. Folglich ist der Klassenerhalt sein mannschaftliches Ziel. Nach einer Verletzungspause will Mirco Ohl die erneute Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft der Männer im kommenden Jahr erreichen und wünscht sich natürlich keine erneute Verletzung. Den Judokämpfer Saeid Mollaei aus dem Iran, Weltmeister der Gewichtsklasse unter 81 Kilogramm und Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2020 unter neutraler Flagge des IOC, hat er persönlich kennengelernt - ein sportliches Vorbild mit Mut, beeindruckender Hingabe und Zielstrebigkeit, wie Mirco Ohl meint. Das stabile Teamgefüge mit der Kampfgemeinschaft Bürstadt/Rimbach gefällt ihm. Alle Athleten trainieren sehr hart. Die Neuen im Team sieht er als Stärkung, die mit Spaß und Leidenschaft, aber ohne Bezahlung kämpfen.
Florian Siegler, Jahrgang 1993, ist von Beruf Chemie-Techniker, Träger des schwarzen Gürtels (Meistergrad 1. DAN), mehrfacher Hessenmeister, Oberliga-Meister 2019 und am Aufstieg in die 2. Bundesliga beteiligt.
Einige der „schweren Jungs“ beim 1. Judo-Club Bürstadt, die sich im Gespräch vorstellten (von links): Mirco Ohl (-100 kg), Florian Siegler (-100 kg), Michael Matt (+100 kg), Tim Müller (90 kg) und Lars Kilian (81 kg).
Michael Matt, Jahrgang 1982, ist Professor für Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mannheim, Mitglied im BC Hemsbach, Träger des 1. DAN. Im Judo-Sport will er sich noch eine lange Zeit engagieren. Mit der Mannschaft war er Gewinner der Baden-Württemberg-Liga, von Einzelmeisterschaften in Baden-Württemberg hat er Medaillen nach Hause gebracht. Seine nächsten Ziele sind: Die technische Weiterentwicklung, die Mannschaft in der Liga unterstützen und das Siegertreppchen bei den deutschen Einzelmeisterschaften Ü30. Sportliche Vorbilder sind für ihn die Judoka Lukáš Krpálek, Ilias Iliadis und Teddy Riner. Judo in Bürstadt bedeutet für ihn: „Die Mannschaft besteht aus einem jungen und sehr hungrigen Team, die große Motivation und Vorfreude auf die Liga ist immer zu spüren“.
Tim Müller, Jahrgang 1998, studiert in Darmstadt Elektro- und Informationstechnik. In der Gewichtsklasse unter 90 Kilogramm hat er den 1. DAN und Anteil am Aufstieg in die 2. Bundesliga. Im Judo will er weiterhin Erfahrung sammeln und seine Leistung steigern, „um immer besser zu werden“. Als Vorbild nennt er Judoka Ilias Iliadis. Den Zusammenhalt im Team und die guten Trainingspartner beim 1. Judo-Club in Bürstadt sind für ihn das Besondere. Als Ziel gibt Tim Müller an, erfolgreich und verletzungsfrei in der Saison zu kämpfen.
Lars Kilian, Jahrgang 1998, Maschinenbaustudent an der TU Darmstadt, hat den 1. DAN in der Gewichtsklasse unter 90 Kilogramm und kämpft für den Klassenerhalt mit der Mannschaft in der 2. Bundesliga. Am Aufstieg aus der Oberliga Meister 2019 in die 2. Bundesliga war er beteiligt. Eine Auswahl aus seiner Erfolgsliste: Lars Kilian war Mitglied in der Nationalmannschaft u18, qualifizierte sich für die Europameisterschaften und erreichte den 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften. Vorbilder hat er nicht, jedoch bewundere er Leute, die mit Leidenschaft und Spaß bei der Sache sind. Der Teamgeist und der Spaß an der Sache gefallen ihm in Bürstadt.