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  • Mo., 24. Februar 2020, 10:21 Uhr
    Andächtiges, feierliches und fröhliches Zusammenkommen in St. Michael 

    „Auf den Fastnachtsgottesdienst drei donnernde Helau“ 

    Mundartliche Reime gab es beim Fastnachtsgottesdienst von Pfarrer Peter Kern und Pfarrerin Johanna Gotzmann. Foto: Eva Wiegand


    BÜRSTADT – Zum Fastnachtssonntag kamen die Bürstädter Fastnachtsvereine wieder in großer Zahl zusammen, um in St. Michael den traditionellen ökumenischen Fastnachtsgottesdienst zum Höhepunkt der fünften Jahreszeit zu feiern. Ganz dem Anlass entsprechend, schmückten wieder bunte Luftballons das Mikrofon und auch das KKM-Orchester präsentierte sich, wie in der fünften Jahreszeit gewohnt, im farbenprächtigen Outfit und begleitete mit musikalischen Einlagen nicht nur den Einzug der bunten Narrenschar, sondern auch den gesamten Fastnachtsgottesdienst. Die klimpernden Orden um den Hals und begleitet von Narrhallamarsch zogen die Fastnachtsvereine schließlich samt Garden in ihren prächtigen Uniformen feierlich um 10.11 Uhr in die Kirche ein. Nicht fehlen durfte auch das Prinzenpaar Sabine III. und Michael II., die Pfarrer Peter Kern dann auch gleich samt ihren Begleitern aus den Reihen der Vereins AG begrüßte. Für einen guten Zweck, den Bensheimer Hospizverein, seien die beiden in der Kampagne fleißig unterwegs und sammelten Spenden, aber auch bei der närrischen Blutspende habe das Prinzenpaar dem DRK einiges Blut beschert. Deshalb sollten sich die Narren nicht lumpen lassen, bei der Kollekte ordentlich spenden und damit den guten Zweck unterstützen. „Denkt daran, des werd net so hart, des habt ihr des restliche Joar an Kollegde gespart“, reimte Pfarrer Kern, was natürlich gleich für Gelächter sorgte. Mundartlich und in mahnenden Reimen blickte er dann kurz auf das Weltgeschehen und gedachte den Opfern der Bluttat in Hanau. „Wie ist unser Welt so verkehrt, wo ä Menschenlebe für andere is nix mehr wert“, doch zum Attentäter werde man nicht geboren, führte er fort. Das falsche Umfeld und geduldete Hetze über Ausländer bereite den Boden, auf dem solche Taten reiften. Auch den Rückzug Kardinals Marx kommentierte Pfarrer Kern, der sich mit seinem Alter herausgeredet habe und der Kirche damit wenig Mut mache. Nun müsse er aber aufhören, sonst müsse er auch in Rente gehen: „Doch des kann ich euch nicht antun, denn was wärt ihr Bäschdädder ohne mich, de Lampertheimer.“ Eine bewegende Predigt hielt schließlich die evangelische Pfarrerin Johanna Gotzmann, die aus dem ersten Brief Paulus an die Gemeinde Korinth aus Kapitel 13 las. „Ohne Liebe, da wäre unsere Welt leer. Liebe ist ein großes Wort und der Urgrund unseres Seins, ein großes Geschenk unseres Schöpfers.“ Beim Schreiben habe sie die Nachricht aus Hanau erreicht, Liebe sei da nicht gewesen. Deshalb rief sie alle dazu auf Rassismus eine Abfuhr zu geben. Mit Offenheit und Liebe habe sie in der Zeit, die sie in Tansania verbracht habe, viel erreicht, auch wenn vieles fremd und manches nicht leicht gewesen sei. Sie hielt es mit Jesu Worten: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu. Wer sich daran hält, macht die Welt zu einem Ort der Liebe.“ Dann folgten die Fürbitten. Zur Gabenbereitung sang Paul Fuchs dann Leonard Cohens Halleluja. Beim Singen des Sanctus-Liedes wies Pfarrer Kern die Gemeinde zum mehrstimmigen Singen an. Zum gemeinsamen Vaterunser hakten sich die Gottesdienstbesucher als Zeichen der Zusammengehörigkeit unter und reichten sich nach dem Gebet mit den Worten „Friede sei mit Dir“ die Hände. Darauf folgte die Kommunion, die das KKM-Orchester begleitete. Nach einem dreifach donnernden Helau auf den Fastnachtsgottesdienst und dem Segen begann der feierliche Auszug. Eva Wiegand 

     

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