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  • Mo., 10. März 2025, 09:00 Uhr
    DB FERNVERKEHR: Fahrpläne der Bergsträßer Regionalbahnen werden ab 2026 durcheinander gewirbelt / Angebotsausweitungen im Busverkehr

    Auf größere Änderungen gefasst machen

    pixabay

    KREIS BERGSTRASSE – Der Fahrplanwechsel im Dezember 2025 bringt zahlreiche Änderungen bei den Regional- und S-Bahn-Linien an der Bergstraße. Auf dem Treffen des Netzwerk bergstraße.mobil wurde von der Fahrplankonferenz der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) in Mannheim berichtet und über die Auswirkungen der Fahrplanänderungen für die Fahrgäste im Kreis Bergstraße diskutiert. Während auf der Nibelungenbahn (Bensheim – Bürstadt – Worms) alles beim Alten bleibt und der Weschnitztalbahn (Weinheim – Fürth) mit dem neuen Bahnhaltepunkt am Rimbacher Sportplatz, der im Laufe des Jahres 2025 in Betrieb genommen werden soll, nur eine kleinere Änderung bevorsteht, müssen sich die Fahrgäste auf den in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Hauptachsen auf größere Änderungen gefasst machen. Sowohl auf der Riedbahn (Mannheim – Biblis – Lampertheim – Mannheim) als auch der Main-Neckar-Bahn (Frankfurt – Darmstadt – Bensheim – Weinheim – Mannheim/Heidelberg) wird es infolge von Anpassungen beim Fahrplan des Fernverkehrs der DB zu größeren Änderungen kommen.

    Schneller nach Darmstadt, schlechtere Bus-Anschlüsse in Bensheim

    Die Umnummerierung der S-Bahn-Linie S6 (Mannheim – Bensheim) in S5 aufgrund einer konzeptionellen Anpassung im Raum Mannheim ist die harmloseste Änderung auf der Main-Neckar-Bahn. Da die dortigen Intercity-Linien eine halbe Stunde verschoben werden sollen, wird einerseits die Überholung der RB68 in Bickenbach, die zu einer Fahrzeitverzögerung von rund 5 Minuten geführt hat, der Vergangenheit angehören. Andererseits entfällt die Flügelung – also das Auseinanderkoppeln der beiden Zugteile – in Neu-Edingen/Friedrichsfeld, die aktuell Direktverbindungen von der Bergstraße sowohl nach Schwetzingen als auch Heidelberg und Wiesloch ermöglichen. Künftig wird nur der Ast nach Heidelberg und Wiesloch bedient. Wer nach Schwetzingen möchte, muss ab 2026 in Neu-Edingen/Friedrichsfeld umsteigen. Des Weiteren wird es alle zwei Stunden im Fahrplan der RB68 einen Versatz um 5 bis 6 Minuten gegenüber dem heutigen Stand geben. In Bensheim fahren die Züge dann in geraden Stunden zur Minute .06 und in ungeraden Stunden zur Minute .00 in Richtung Darmstadt ab. In Richtung Weinheim wird die RB68 in geraden Stunden zur Minute .57 und in ungeraden Stunden zur Minute .52 abfahren.

    Mit gemischten Gefühlen bewertet Netzwerk-Sprecher Peter Castellanos diese Änderungen: „Es ist zwar erfreulich, dass man mit der RB nun künftig zügiger nach Darmstadt kommt. Der Versatz im Fahrplan führt jedoch zu erheblichen Qualitätsnachteilen. Neben der schwereren Merkbarkeit des Fahrplans fallen in den geraden Stunden die meisten Bus-Anschlüsse zur RB68 nach Heidelberg weg. Analoges gilt für die Gegenrichtung“. Wer mit dem Bus ankommt und nach Weinheim möchte müsse alle zwei Stunden den RE60 nehmen, der allerdings mit längeren Wartezeiten verbunden ist.

    Halt des RE in Mannheim-Waldhof entfällt ersatzlos

    Auf der Riedbahn sieht es vor allem für Pendlerinnen und Pendler in den Mannheimer Norden düster aus. Mannheim-Waldhof als wichtiger Umstiegspunkt zu zahlreichen Arbeitsplätzen soll ab 2026 nicht mehr durch den RE70 bedient werden. Weder zur Hauptverkehrszeit noch zu anderen Tageszeiten. "Das ist besonders für Berufspendelnde von Orten nördlich Groß-Rohrheim ärgerlich. Diese werden mehr Zeit einplanen und zusätzlich umsteigen müssen, wenn sie nach Waldhof oder Luzenberg wollen, entweder in die Straßenbahn am Mannheimer Hauptbahnhof oder in Lampertheim in die S-Bahn", kommentierte Peter Karb aus Biblis die nahenden Fahrplanänderungen. "Alle, die südlich Groß-Rohrheim zusteigen, werden zwar noch mit der S-Bahn ohne Umstieg nach Waldhof kommen können, allerdings nur noch einmal pro Stunde statt bisher zweimal. Das schränkt die zeitliche Flexibilität erheblich ein".

    Hintergrund des Haltausfalls ist der Wunsch der Besteller des RE70 – also der VRN im Auftrag des Kreises Bergstraße, die NVBW im Auftrag des Landes Baden-Württemberg und der RMV im Auftrag der hessischen Landkreise an der Strecke – diesen überholungsfrei zu trassieren. Mit den Fahrplananmeldungen des DB Fernverkehrs ließ sich dies auf der weiterhin hoch belasteten Riedbahn jedoch nicht vereinbaren. Auch im RMV-Gebiet soll dafür ein noch nicht näher bestimmter Halt wegfallen. Der Halt in Waldhof musste daran glauben, weil er verglichen mit den anderen Stationen des RE70 – abgesehen von den Zeiten, in denen die Berufspendelnden unterwegs sind – am wenigsten von den Reisenden dieser Linie genutzt werde, zitiert Castellanos einen Referenten der Fahrplankonferenz.

    Eine erfreulichere Neuigkeit stellt dagegen die Durchbindung der in Groß-Rohrheim beginnenden und in der Regel in Mannheim endenden Linie S9 nach Karlsruhe bzw. Graben-Neudorf dar. Werden hier bisher nur die Züge in Fahrtrichtung Groß-Rohrheim durchgebunden, soll dies ab 2026 in beide Richtungen passieren. Für die Pendelnden aus dem Ried verbessert sich damit vor allem die Erreichbarkeit der Arbeitsplätzen in Mannheim-Neckarau und Mannheim-Rheinau.

    Angebotsausweitungen im Busverkehr im Ried

    Im Bereich des ÖPNV auf der Straße wird es mit der Inbetriebnahme des neu konzipierten Buslinienbündels „Ried“ ab dem 14. Dezember 2025 zu vielen positiven Änderungen im Bereich Bensheim, Groß-Rohrheim, Lampertheim und Heppenheim kommen. Neue Direktverbindungen und Haltestellen werden hier zu einer spürbaren Verbesserung der Mobilität mit dem ÖPNV beitragen. Das zeigte ein erster Blick von Leon Hintze, der bei bergstraße.mobil im Bereich Bus-Research aktiv ist, in die Fahrplantabellen, die Teil der im Dezember 2024 veröffentlichten Ausschreibungsunterlagen waren. Mit den fahrgastrelevanten Details möchte sich bergstraße.mobil auf seinem nächsten digitalen Netzwerktreffen beschäftigen, kündigte Castellanos an. Wer hier rechtzeitig über den Termin informiert werden und teilnehmen möchte, erhält die Zugangsdaten über den E-Mail-Newsletter, in den man sich kostenlos unter www.bergstrassemobil.de eintragen kann. red

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