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Do., 19. Januar 2023, 08:42 Uhr
SPENDEN: Beim interkulturellen Kochevent, Bazar der Köstlichkeiten im Advent und Verkauf von Kuchen und Rezeptbuch viele Spenden
Aus Aktionen der Integrationsarbeit 1.057,37 Euro für die Tafel gespendet
Durch gemeinsame interkulturelle Aktivitäten in der Integrationsarbeit kam die Spendensumme von genau 1.057,37 Euro für die Tafel zusammen. Im Bild (von links vorne): Bürgermeisterin Barbara Schader mit Abdalla Gdoura (Interkulturelles Büro), Gerasimoula Grigoraki (Stadt Bürstadt) mit Dr. Ute Weber-Schäfer (Tafel), Edith Held (kfd), Beate Horlé (Tafel), Oliver Haberer (Quartiersbüro), Anastasios Gantolias (Integrationskommission) und Stefanie Reis (Quartiersbüro). Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Innerhalb eines Jahres hat die Tafel in Bürstadt einen Anstieg der Kundenzahl von 47 Prozent zu bewältigen. Keine leichte Aufgabe, so viele Menschen wurden zuvor noch nie unterstützt, berichtete die hauptamtliche Tafelkoordinatorin beim Diakonischen Werk Bergstraße Dr. Ute Weber-Schäfer bei der Spendenübergabe des Interkulturellen Büros der Stadt Bürstadt am Dienstagvormittag. Ein hübsches Päckchen und einen großenSpendenscheck über genau 1.057,37 Euro hatte sie erhalten, überreicht von Abdalla Gdoura vom Interkulturellen Büro und von Gerasimoula Grigoraki, bei der Stadtverwaltung für Integration zuständig. „Wir haben es gepackt, aber ohne Unterstützung hätten wir das so nicht stemmen können“, machte die Tafelkoordinatorin deutlich. Zu versorgen seien etwa 200 Haushalte mit 500 Personen, darunter 215 Kinder und 50 Haushalte aus der Ukraine mit etwa 100 bis 120 Kindern unter 18 Jahren. Ein großes Problem habe die Tafel zurzeit – ein neuer Teamleiter Logistik für die Koordination der Fahrer wird dringend gebraucht, nachdem die Vorgänger aus persönlichen Gründen aufgehört haben. Denn ohne Logistik geht nichts. Bürgermeisterin Barbara Schader nannte das Jahr 2022 ein komplett außergewöhnliches Jahr, das Herausforderungen in einer Dimension mit sich gebracht hatte, die zum Handeln drängten. Sich gegenseitig stärken, das gehe nur gemeinsam, betonte Schader. Viele tolle und unterstützende Ideen seien entstanden und umgesetzt worden. Bürgermeisterin Schader berichtete von den Aktionen, die das Interkulturelle Büro der Stadt Bürstadt mit verschiedenen Kooperationspartnern durchgeführt hatte: Schlemmen war beim ersten interkulturellen Kochevent unter dem Motto „Küche als aller Welt zu Gast in Bürstadt“ im Pfarrzentrum St. Peter angesagt. Gemeinsam mit etwa 60 Personen wurde gekocht, den Anstoß hatten die Bürstädter kfd-Frauen (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) gegeben. Bei diesem Event wurden 82 Euro gespendet. Als Auftaktveranstaltung zu „Bürstadt im Advent“ fand erstmals der „Bazar der Köstlichkeiten“ auf dem Vorplatz der St.-Peter-Kirche statt, bei dem die zahlreichen Besucher unter europäischen und asiatischen Köstlichkeiten wählen konnten. Gemeinsam hatten das Quartiersbüro, die Integrationslotsen und die Integrationskommission unter Vorsitz von Bürgermeisterin Schader den Bazar auf die Beine gestellt, finanziert über den Verfügungsfonds. Den Antrag beim Quartiersbüro hatte die Integrationskommission gestellt. Auch hier wurden die Spendenboxen gut gefüllt. Bei der Kuchentheke am 9. Dezember bei Eiseskälte auf dem Marktplatz wurden internationale Kuchen angeboten und bis Ende des Jahres das Rezeptbuch „Lecker Hüftgold“ mit 25 Backrezepten aus 22 Ländern gegen Spenden ausgegeben, dabei auch „Großmutters Spritzgebäck“, das Lieblingsrezept von Bürgermeisterin Schader. In der Spendenbox waren 975,37 Euro gelandet. Aus den Aktionen der Integrationsarbeit der Stadt Bürstadt waren alles in allem 1.057,37 Euro zusammengekommen. Tafelkoordinatorin sieht in Bürstadt eine besonders erfolgreiche Vernetzung. „Ehrenamt unterstützt Ehrenamt“, sagte sie mit Blick auf die ehrenamtlichen Akteure wie die Integrationslotsen und die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel. Nachdem das Kochevent so gut angekommen war, kündigte Edith Held von den kfd-Frauen das nächste interkulturelle Kochevent am Mittwoch, 12. Juli im Pfarrzentrum St. Peter an. Auch der „Bazar der Köstlichkeiten“ kommt am Freitag, 1. Dezember wieder. Die Integrationskommission hält Bürgermeisterin Schader für einen Glücksfall, den die hessische Gemeindeordnung alternativ zum Ausländerbeirat vorsehe. Vieles sei schneller umsetzbar durch die Verzahnung mit Politik und Verwaltung, alle Nationen in der Stadt könnten vertreten sein. Eine aktuelle Zahl der Flüchtlinge zu nennen sei nicht möglich, da die meisten mittlerweile anerkannt seien und sich die Zahl laufend ändere. Hannelore Nowacki